Aus­wan­dern aus Fukushima

flickr/​Mayu ;PAch­tung Kin­der: Ein Ver­kehrs­schild in Japan.

Die Prä­fek­tur Fuku­shi­ma erlebt nach der AKW-Kata­stro­phe einen tie­fen Umbruch. Bis heu­te ist die Radio­ak­ti­vi­tät selbst in gewis­sen Quar­tie­ren der gleich­na­mi­gen Haupt­stadt aufs Jahr gerech­net teil­wei­se über 2 Mil­li­sie­vert hoch. 1 Mil­li­sie­vert, also 1000 Mikro­sie­vert, ist gewöhn­lich die maxi­mal emp­foh­le­ne Strah­len­do­sis, die ein Mensch, der nicht in einem strahl­ex­po­nier­ten Beruf arbei­tet, pro Jahr abbe­kom­men darf.

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Dies hat tief­grei­fen­de Fol­gen für die Regi­on. Bis zum 1. Sep­tem­ber 2011 haben gemäss dem loka­len Bil­dungs­de­par­te­ment genau 8987 Grund­schü­ler zu einer neu­en Schu­le aus­ser­halb der Prä­fek­tur gewech­selt. Die­se Zahl betrifft dabei die öffent­li­chen Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen. Rech­net man pri­va­te Schu­len mit ein, haben wahr­schein­lich noch eini­ge Schü­ler mehr die Regi­on verlassen.

Völ­ker­wan­de­rung inner­halb der Präfektur

Gleich­zei­tig gibt es auch inner­halb der Prä­fek­tur Fuku­shi­ma eine klei­ne Völ­ker­wan­de­rung im Bil­dungs­we­sen. So haben im glei­chen Zeit­raum exakt 5441 Grund­schü­ler die Schu­le inner­halb der Prä­fek­tur gewech­selt. Das loka­le Bil­dungs­de­par­te­ment sieht die Sor­ge um die erhöh­te Strah­lung als Haupt­grund für den rasan­ten Anstieg die­ser Zahlen.

Auf der ande­ren Sei­te sind wäh­rend den Som­mer­fe­ri­en ledig­lich 733 Grund­schü­ler in die Prä­fek­tur Fuku­shi­ma gezo­gen. Es wird ange­nom­men, dass es sich dabei um Kin­der von Fami­li­en han­delt, die nach der Tsu­na­mi- und AKW-Kata­stro­phe aus­ser­halb der Prä­fek­tur Zuflucht gesucht hatten.

Tou­ris­mus­bran­che am Boden

Auch die loka­le Tou­ris­mus­in­dus­trie ist nach dem Unglück vom 11. März kom­plett ein­ge­bro­chen. Die Hotel­bran­che der Prä­fek­tur rech­net für die­ses Jahr gemäss der Yomi­uri Shim­bun mit einem Ein­bruch von über 50 Pro­zent bei den Übernachtungen.

Die Bran­che setzt dabei auf finan­zi­el­le Unter­stüt­zung des AKW-Betrei­bers Tep­co. Die­ser hat aber letz­te Woche bekannt­ge­ge­ben die vor­ge­se­he­nen Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen für die loka­le Tou­ris­mus­in­dus­trie um 20 Pro­zent zu kür­zen. Ein finan­zi­el­ler Aus­fall wäre auch allei­ne durch das Erd­be­ben und den Tsu­na­mi ent­stan­den, so die Begrün­dung von Tepco.

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