Screen­shot: You­tubeJapans ers­te Bil­lig-Air­line geht im März an den Start.

Noch hat die neue japa­ni­sche Flug­ge­sell­schaft Peach (Asi­en­spie­gel berich­te­te) nicht abge­ho­ben, doch bereits sorgt sie mit ihrer Preis­po­li­tik für Auf­se­hen. Im ers­ten Betriebs­mo­nat, im März 2012, will sie gleich 5000 Flug­ti­ckets zu jeweils 250 Yen (2.50 Euro) ver­ge­ben, um ihr Image als Japans ers­te Bil­lig-Air­line zu unterstreichen.

Die Mar­ke­ting-Kam­pa­gne hat jedoch einen Haken, wie die Neben­be­din­gun­gen in der Medi­en­mit­tei­lung von Peach ent­lar­ven. So han­delt es sich um eine Lot­te­rie. Denn erst nach dem Kauf eines regu­lä­ren Tickets infor­miert die Flug­ge­sell­schaft, ob der Pas­sa­gier ein 250-Yen-Ticket erhält. Hin­zu kom­men noch Ver­ar­bei­tungs­ge­büh­ren über 1050 Yen. Zudem gilt der Preis nur für einen Weg.

Zwei Flug­stre­cken

Doch selbst ohne den Mar­ke­ting­trick, las­sen sich die regu­lä­ren Prei­se von Peach sehen. Ein Ein­weg-Flug von Osa­ka nach Sap­po­ro oder Fuku­o­ka wird zwi­schen 3780 und 15000 Yen kos­ten. Das sind für Japans Flug­bran­che äus­serst tie­fe Preise.

Der gröss­te Kon­kur­rent für die vom Flug­ha­fen Kan­sai ope­rie­ren­de Peach wird jedoch der Hoch­ge­schwin­dig­keits­zug Shink­an­sen sein, der inzwi­schen ein durch­ge­hen­des Netz von der süd­li­chen Stadt Kago­shi­ma bis in den Nor­den nach Aom­ori anbie­tet (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Ist Japan bereit für bil­li­gen Service?

Die japa­ni­sche Flug­ge­sell­schaft ANA ist eine Haupt­ak­tio­nä­rin von Peach. Ziel ist es, eine Bil­lig-Air­line auf­zu­bau­en, die in Japan und in Asi­en kon­kur­renz­fä­hig ist und gleich­zei­tig die Mut­ter­ge­sell­schaft nicht kan­ni­ba­li­sie­ren soll.

So eini­ge Exper­ten haben aber ihre Zwei­fel, dass das Kon­zept von Peach in Japan auf­ge­hen wird. Denn gera­de in die­sem Land wird selbst beim preis­güns­tigs­ten Ange­bot viel Wert auf hoch­klas­si­gen Ser­vice gelegt. «Hat Japan einen Bil­lig­flug­ha­fen der 24 Stun­den in Betrieb ist? Nein», sag­te ein Air­line-Exper­te gegen dem Wall Street Jour­nal.

«Eine Bil­lig-Air­line kann nur funk­tio­nie­ren, wenn die Tickets aus­schliess­lich online ver­kauft wer­den und kein Ser­vice im Flug­zeug ange­bo­ten wird. Ich habe da mei­ne Zwei­fel, ob dies in Japan funk­tio­niert.» Ein ers­tes Indiz für das Inter­es­se an Peach wird Anfang Janu­ar zu beob­ach­ten sein. Dann beginnt der Vor­ver­kauf der Tickets.