wikimedia/​663highlandEin Blick auf die Stadt Izumi-sano.

In der Stadt Izu­mi-sano in der Prä­fek­tur Osa­ka leben 100’000 Ein­woh­ner. Vor ihrer Küs­te liegt der Flug­ha­fen Kan­sai, eine der wich­tigs­ten Dreh­schei­ben im japa­ni­schen Flug­ver­kehr. Den­noch hat Izu­mi-sano ein Pro­blem. Der Stadt fehlt es an Geld. Seit 2009 braucht sie finan­zi­el­le Unter­stüt­zung von der Prä­fek­tur. An Krea­ti­vi­tät man­gelt es Bür­ger­meis­ter Hiroyasu Chiyo­matsu jedoch nicht.

Um wie­der an Geld zu kom­men, ist er bereit alles zu ver­scher­beln. Der Stadt­na­me, der Slo­gan der Gemein­de, aber auch der Name des Rat­hau­ses wer­den ver­pach­tet. Bis Novem­ber dür­fen natio­na­le wie auch inter­na­tio­na­le Kon­zer­ne ihr Ange­bot unter­brei­ten. Der Meist­bie­ten­de erhält für 1 bis 5 Jah­re die Namens­rech­te der Stadt.

Die Ver­pach­tung eines Stadt­na­mens wäre eine Pre­mie­re in der japa­ni­schen Geschich­te. Bis­lang kann­te man die­se Vor­ge­hens­wei­se bei Sport­sta­di­en. Gut mög­lich also, dass Izu­mi-sano schon bald Canon-, Nin­ten­do- oder Sony-City heisst.

Der Fall Toyota

Bei Zusam­men­le­gun­gen von Gemein­den hin­ge­gen, kom­men Namens­än­de­rung in Japan durch­aus vor. Dazu bedarf es der Mehr­heit im loka­len Par­la­ment und der Zusa­ge des Gou­ver­neurs der Prä­fek­tur. Sind die­se Bedin­gun­gen erfüllt, voll­zieht das Innen­mi­nis­te­ri­um offi­zi­ell die Namensänderung.

In der Prä­fek­tur Aichi liegt wohl das berühm­tes­te Bei­spiel eines urba­nen Neu­an­strichs. 1959 wur­de aus Koro­mo die Stadt Toyo­ta. Für den dort ansäs­si­gen Auto­her­stel­ler bedeu­te­te dies eine Ehre und zugleich eine Ver­pflich­tung der Stadt gegenüber.

War­ten auf den Konzern

Bür­ger­meis­ter Hiroyasu Chiyo­matsu von Izu­mi-sano setzt mit sei­nem Ange­bot auf eine ähn­li­che Wir­kung. Mit der Namens­ver­ga­be erhofft er sich sogleich auch den Zuzug eines Gross­kon­zerns in sei­ne Stadt. «So gene­rie­ren wir zusätz­li­che Steu­er­ein­nah­men und schaf­fen zugleich Arbeits­plät­ze», erklärt er in einem Inter­view mit der Yomi­uri Shim­bun. Mit dem inter­na­tio­na­len Flug­ha­fen hät­te der Bür­ger­meis­ter zumin­dest einen Trumpf in der Hand.