Japans ältes­tes Schulhaus

Die höl­zer­ne Schu­le von Taka­ha­shi stellt ihren Betrieb nach fast 140 Jah­ren ein. wikimedia/​663highland

1873 besuch­ten die ers­ten Schü­ler das Schul­haus im Dorf Fukiya in der Stadt Taka­ha­shi, Prä­fek­tur Oka­y­a­ma. Japan hat­te erst gera­de eine Zeit von über 200 Jah­ren Iso­la­ti­on hin­ter sich gebracht. Es galt, das Land zu moder­ni­sie­ren. Die Schu­len wur­den zur Basis für den spä­te­ren Auf­stieg des Lan­des in den Kreis der Imperialisten.

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Fast 140 Jah­re spä­ter haben die letz­ten Grund­schü­ler hier ihren Abschluss voll­bracht. Das Schul­haus Fukiya schliesst sei­ne Tore, wie die Yomi­uri Shim­bun berich­tet. Der Betrieb kann aus prak­ti­schen Grün­den nicht mehr fort­ge­setzt wer­den. Im Quar­tier leben nicht mehr genü­gend Kin­der. Im letz­ten Jahr wur­den gera­de noch 7 Schü­ler gezählt. Damit endet ein wich­ti­ges Kapi­tel japa­ni­scher Bil­dungs­ge­schich­te. Denn es han­delt sich um das ältes­te aus Holz gebau­te japa­ni­sche Schulhaus. 

Bis zu 300 Schüler

Bis zu 300 Kin­der bevöl­ker­ten teil­wei­se die Schu­le in der Tais­ho-Zeit zwi­schen 1912 und 1926. Wäh­rend der Jahr­hun­dert­wen­de wur­de der Kom­plex regel­mäs­sig erwei­tert. Die Neben­ge­bäu­de wur­de 1900 und das Haupt­ge­bäu­de 1909 errich­tet. Die Baby­boom-Pha­se kurz nach dem Zwei­ten Welt­krieg garan­tier­te den rei­bungs­lo­sen Weiterbetrieb.

Inzwi­schen kämpft auch Taka­ha­shi, genau wie der Rest des Lan­des, mit einer über­al­tern­den Bevöl­ke­rung. Eine Erho­lung ist in den nächs­ten Jahr­zehn­ten nicht in Sicht. Gemäss einer jüngs­ten Stu­die wird es bereits 2048 erst­mals seit lan­ger Zeit weni­ger als 100 Mil­lio­nen Japa­ner geben (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Als wich­ti­ges Kul­tur­denk­mal regis­triert wird die Schu­le mit aller Sorg­falt restau­riert. 2018 soll die Fukiya-Schu­le als Biblio­thek für die Bewoh­ner der Stadt Taka­ha­shi und die Tou­ris­ten wie­der­eröff­net werden.

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