Lebens­mit­tel auf dem Prüfstand

flickr/​Jean-François ChénierJapa­ni­sche Leben­mit­tel aus dem Importmarkt.

Ein Jahr nach der AKW-Kata­stro­phe hat sich für vie­le japa­ni­sche Lebens­mit­tel­ex­por­teu­re die Lage nicht ver­bes­sert. Noch immer hal­ten ins­ge­samt 73 Län­der in irgend­ei­ner Form Auf­la­gen für den Import von Gütern aus Japan, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berichtet.

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Chi­na und Tai­wan hat­ten kurz nach der Kata­stro­phe ein kom­plet­tes Ein­fuhr­ver­bot für Lebens­mit­tel aus Japan erlas­sen. Mitt­ler­wei­le beschränkt sich die­se Mass­nah­me auf Pro­duk­te bestimm­ter Art und Her­kunft. So sind Güter aus der Kri­sen­re­gi­on im Nord­os­ten Japans noch immer tabu. Mau­ri­ti­us und Kuwait hal­ten als ein­zi­ge Län­der am kom­plet­ten Ein­fuhr­ver­bot fest.

Auch Bra­si­li­en, mit über 1,5 Mil­lio­nen japa­nisch­stäm­mi­gen Men­schen ein wich­ti­ger Markt, hat sein anfäng­li­ches Import­ver­bot inzwi­schen gelo­ckert. Die dor­ti­ge Lebens­mit­tel­bran­che hat sich gemäss der Japan Times jedoch längst ange­passt. Sie setzt unter­des­sen auf Ersatz­pro­duk­te aus den USA, Süd­ko­rea oder China.

Aus­wir­kun­gen für die Branche

Für die Ein­fuhr in die EU sowie in die meis­ten ande­ren Län­der mit Auf­la­gen ist der­weil eine Erklä­rung der japa­ni­schen Behör­den not­wen­dig, in der bestä­tigt wird, dass die Erzeug­nis­se nicht unmit­tel­bar aus der Prä­fek­tur Fuku­shi­ma und Umge­bung stam­men. Soll­te dies doch der Fall sein, gilt zwin­gend die Ein­hal­tung der EU-Grenz­wer­te für Iod, Cäsi­um und Plu­to­ni­um. Kana­da, Chi­le, Mexi­co und Myan­mar gehö­ren zu den weni­gen Län­dern, bei denen ent­spre­chen­de Zer­ti­fi­ka­te nicht mehr not­wen­dig sind.

Für die japa­ni­sche Lebens­mit­tel­in­dus­trie haben die­se Regu­lie­run­gen finan­zi­el­le Aus­wir­kun­gen. Ihre Aus­fuh­ren sind gemäss dem Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um im letz­ten Jahr um 8,3 Pro­zent auf 451 Mil­li­ar­den Yen (4 Mil­li­ar­den Euro) zurückgegangen.

Image-Kam­pa­gne der Regierung

Das japa­ni­sche Aus­sen­mi­nis­te­ri­um kämpft seit Mona­ten um eine Auf­he­bung oder Locke­rung der Restrik­tio­nen in den betrof­fe­nen 73 Län­dern. Die Regie­rung wird nicht müde zu beto­nen, dass die Radio­ak­ti­vi­tät selbst im Osten der Prä­fek­tur Fuku­shi­ma auf dem glei­chen Niveau ist wie Seo­ul oder New York.

Die Regie­rung stellt sich den­noch auf einen lan­gen Weg ein. Denn selbst in Japan herrscht nach den Lebens­mit­tel­skan­da­len vom letz­ten Jahr ein Gefühl des Miss­trau­ens. Selbst japa­ni­sche Super­markt­ket­ten haben begon­nen die genaue Fang­re­gi­on von 10 Fisch­ar­ten, die aus Küs­ten­ge­wäs­sern im Nord­os­ten Japans stam­men, schrift­lich zu dekla­rie­ren (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Neue Grenz­wer­te

Um das Kon­su­men­ten­ver­trau­en wei­ter zu stär­ken, hat die Regie­rung beschlos­sen, den Grenz­wert im Inland bei Grund­nah­rungs­mit­teln wie Fisch und Reis ab April 2012 von 500 auf 100 Bec­que­rel Cäsi­um pro Kilo­gramm zu senken.

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