flickr/​jstephHier steckt viel Ener­gie: Der Mount Aso auf Kyushu.

Japan hat vie­le Vul­ka­ne, sehr vie­le Vul­ka­ne. Das Mag­ma, das dar­un­ter bro­delt, birgt viel Poten­ti­al für die Pro­duk­ti­on geo­ther­mi­scher Ener­gie. Mit 23,47 Mil­lio­nen Kilo­watt besitzt das Land nach den USA und Indo­ne­si­en die dritt­gröss­ten Reser­ven. Das ent­spricht der Ener­gie von mehr als 20 Atom­kraft­wer­ken, wie J-Cast News nach­ge­rech­net hat. Doch genutzt wird die­se Res­sour­ce kaum. Nur 0,2 Pro­zent des gesam­ten Strom­ver­brauchs ent­stammt in Japan aus geo­ther­mi­scher Ener­gie. Nur 18 sol­cher Kraft­wer­ke sind der­zeit in Betrieb.

Die­se gerin­ge Zahl hat mit den stren­gen Umwelt­auf­la­gen zu tun, wel­che die Regie­rung zum Schutz ihrer Natur 1972 erlas­sen hat­te. Die geo­ther­mi­schen Vor­kom­men lie­gen zu 80 Pro­zent in Natio­nal­parks, in denen der Bau von ent­spre­chen­den Kraft­wer­ken ver­bo­ten ist. Seit der AKW-Kata­stro­phe in Fuku­shi­ma und der tem­po­rä­ren Abschal­tung zahl­rei­cher Kern­kraft­wer­ke (Asi­en­spie­gel berich­te­te) fin­det jedoch ein Umden­ken statt. Die Regie­rung ist bei ihrer Suche nach alter­na­ti­ven Ener­gie­trä­gern auf die Geo­ther­mie gestossen.

Dia­go­na­le Boh­rung als Lösung?

Aus die­sem Grund plant das Umwelt­mi­nis­te­ri­um gemäss der Yomi­uri Shim­bun eine Anpas­sung der Auf­la­gen. Dem­nach sol­len die geo­ther­mi­schen Kraft­wer­ke auch künf­tig aus­ser­halb der regu­lier­ten Zonen der Natio­nal­parks zu lie­gen kom­men. Anhand von dia­go­na­len Boh­run­gen wür­de der heis­se Vul­kan­un­ter­grund inner­halb des geschütz­ten Gebiets zur Ener­gie­ge­win­nung ange­zapft wer­den. Die­se Lösung ist zwar wesent­lich teu­rer als ver­ti­ka­le Boh­run­gen direkt vor Ort, bewahrt aber gleich­zei­tig die Natio­nal­parks vor grös­se­rer Zerstörung.

Für den Bau des geo­ther­mi­schen Kraft­werks Sumi­ka­wa in der Prä­fek­tur Aki­ta hat das Umwelt­mi­nis­te­ri­um bereits im letz­ten April eine Spe­zi­al­be­wil­li­gung erlas­sen. Auch hier wird eine dia­go­na­le Boh­rung vor­ge­nom­men. Der­einst sol­len 12’000 Haus­hal­te von die­sem Kraft­werk Ener­gie bezie­hen. Wei­te­re Bewil­li­gun­gen hän­gen vom Gelin­gen die­ses Pro­jekts und davon ab, wie viel Japan von sei­nen Natur­schutz­parks her­ge­ben will.