Die 34-Meter-Rie­sen­wel­le

flickr/​kal­le­booEin Eva­ku­ie­rungs­schild für den Fall eines Tsunami.

Ein star­kes Erd­be­ben ent­lang des Nan­kai-Gra­bens, der von Prä­fek­tur Shi­zuoka auf der Haupt­in­sel Hons­hu bis zur Süd­in­sel Kyus­hu reicht, hät­te ver­hee­ren­de Fol­gen, wie NHK News berich­tet. Gemäss einer Stu­die der Uni­ver­si­tät Tokio im Auf­trag der Regie­rung wür­de ein Beben von der Stär­ke 9,1, wie das­je­ni­ge vom 11. März 2011, einen gigan­ti­schen Tsu­na­mi auslösen.

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Ins­ge­samt 24 Prä­fek­tu­ren und 687 Gemein­den wür­den die Erschüt­te­run­gen spü­ren. 10 Prä­fek­tu­ren und 153 Gemein­den an der Pazi­fik­küs­te wären von die­ser Natur­ka­ta­stro­phe direkt betrof­fen. In der Stadt Kuro­shio in der Prä­fek­tur Kochi auf der Insel Shi­ko­ku wür­de die Rie­sen­wel­le eine Maxi­mal­hö­he von 34,4 Metern errei­chen. Die Gross­stadt Shi­zuoka mit rund 700’000 Ein­woh­nern müss­te an ihrer Küs­te mit 10,9 Metern rech­nen. In gan­zen 90 Gemein­den wäre der Tsu­na­mi 10 Meter hoch.

Damit passt die Uni­ver­si­tät Tokio ihre Pro­gno­sen auf­grund neu­er Erkennt­nis­se stark an. Die pro­gnos­ti­zier­te Flä­che, die einen Scha­den vom Erd­be­ben davon tra­gen wür­de, ist 23 Mal grös­ser als in der Stu­die aus dem Jahr 2003. Auch die befürch­te­te Höhen der Tsu­na­mi-Wel­len muss­te noch ein­mal nach oben kor­ri­giert werden.

Ein Tsu­na­mi gegen das AKW Hamaoka

Das hat auch Fol­gen auf die AKW-Poli­tik der Regie­rung. Das aus Sicher­heits­grün­den vom dama­li­gen Ex-Pre­mier Nao­to Kan her­un­ter­ge­fah­re­ne Kern­kraft­werk Hamao­ka in der Prä­fek­tur Shi­zuoka (Asi­en­spie­gel berich­te­te) ist beson­ders betrof­fen von der neu­en Stu­die der Uni­ver­si­tät Tokio.

Dem­nach wäre die Wel­le beim AKW bis zu 21 Meter hoch. Der zur­zeit in Bau befind­li­che Schutz­wall von 18 Metern wür­de damit nicht aus­rei­chen. Für Gou­ver­neur Hei­ta Kawa­katsu von der Prä­fek­tur Shi­zuoka hät­ten die­se neu­en Erkennt­nis­se «einen offen­sicht­li­chen Ein­fluss» auf die Ent­schei­dung, ob das AKW Hamao­ka jemals wie­der hoch­ge­fah­ren wür­de. «Das sind ernst­haf­te Zah­len», sag­te der Gou­ver­neur laut der Mai­ni­chi Shim­bun. Es gel­te nun die Stu­die genau zu analysieren.

Auch in Kuro­shio, wo die Wel­le ihren höchs­ten Punkt errei­chen wür­de, pla­nen die Behör­den wich­ti­ge Bau­ten wie das Rat­haus höher zu legen.

Regel­mäs­sig Erd­be­ben im Nankai-Graben

Die Nan­kai-Erd­be­ben haben wie­der­holt Tau­sen­de von Men­schen­le­ben gefor­dert. 1854, 1944 und 1946 gab es zuletzt in die­ser Regi­on Erd­be­ben der Stär­ke 8 und höher. Das Meio-Nan­kai­do-Erd­be­ben von 1498 hat­te gar eine Stär­ke von 8,6. Damals sol­len bis zu 30’000 Men­schen durch die Erschüt­te­run­gen und den nach­fol­gen­den Tsu­na­mi gestor­ben sein.

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