wikimedia/​Qrsk075Um den Namen die­ses Gewäs­sers zan­ken sich Seo­ul und Tokio.

Die Japa­ner nen­nen es Japa­ni­sches Meer, die Süd­ko­rea­ner Ost­meer und die Nord­ko­rea­ner Korea­ni­sches Ost­meer. Das inter­na­tio­na­le Gewäs­ser, das an Japan, die korea­ni­sche Halb­in­sel und Russ­land grenzt, sorgt seit Jahr­zehn­ten für Unstim­mig­kei­ten zwi­schen Tokio und Seo­ul. Wel­cher Name zuerst da war, konn­te bis heu­te nicht abschlies­send geklärt werden.

Bei­de Sei­ten wei­sen hier­für ihre eige­nen Stu­di­en zu his­to­ri­schen Kar­ten vor. Für Japan ist jedoch klar, dass es nur Japa­ni­sches Meer heis­sen kann. Die Süd­ko­rea­ner sehen in die­ser Bezeich­nung eine böse Erin­ne­rung an den japa­ni­schen Impe­ria­lis­mus der Vor­kriegs­zeit. Sie sehen das Ost­meer als einen fes­ten Begriff in ihrer Geschich­te. Die­ser Name sei ohne­hin neu­tra­ler gehal­ten, heisst es in Seoul.

Für Japan liegt das Gewäs­ser jedoch nicht im Osten, ist die Ant­wort aus Tokio. Als Kom­pro­miss hat die süd­ko­rea­ni­sche Regie­rung vor­ge­schla­gen, ein­fach bei­de Namen für gül­tig zu erklä­ren. Japan hält dies nicht für notwendig.

Die Bit­te ans Weis­se Haus

In inter­na­tio­na­len Publi­ka­tio­nen gilt heu­te vor­nehm­lich die Bezeich­nung Japa­ni­sches Meer. Ein­zig die Natio­nal Geo­gra­phic Socie­ty fügt jeweils in Klam­mern den Begriff Ost­meer bei. Chi­na, Tai­wan und Russ­land begnü­gen sich mit dem Begriff Japa­ni­sches Meer. Und auch die mit bei­den Staa­ten ver­bün­de­ten USA hal­ten es so.

Nun muss sich jedoch das Weis­se Haus mit dem Namens­streit befas­sen. So for­dert eine Grup­pe von Korea­nern in den USA, dass in ame­ri­ka­ni­schen Schul­bü­chern «die wah­re Geschich­te» bezüg­lich des Ost­meers gelehrt wer­den soll. «Wir brin­gen unse­ren Kin­dern die fal­sche Geschich­te bei», heisst es. Dabei ist die Rede von «Inva­so­ren, die Pearl Har­bor atta­ckier­ten». Die dama­li­ge japa­ni­sche Kolo­ni­al­macht habe 1928 den Namen eigen­hän­dig geändert.

Hier­für haben US-Korea­ner in einer Online-Peti­ti­on inner­halb weni­ger Tage über 60’000 Unter­schrif­ten gesam­melt. Die­se Zahl ist not­wen­dig, damit die US-Regie­rung über­haupt auf die­sen Streit­punkt offi­zi­ell eingeht.

Die Gegen-Peti­ti­on

Ein japa­nisch­stäm­mi­ger US-Bür­ger woll­te dies nicht auf sich sit­zen las­sen und lan­cier­te eine Gegen-Peti­ti­on. 15’000 Unter­schrif­ten sind bereits zusam­men gekommen.

Dar­in wird der korea­ni­schen Argu­men­ta­ti­on wider­spro­chen. «Das Japa­ni­sche Meer heisst seit Anbe­ginn der Zeit Japa­ni­sches Meer», steht in eben­so bestimm­ten Ton geschrie­ben. Süd­ko­rea sei wegen Nord­ko­rea unter star­kem kom­mu­nis­ti­schen Ein­fluss. Das Land wol­le nichts ande­res, als die Geschich­te umschreiben.

Washing­tons bis­he­ri­ge Politik

Washing­ton wird wohl zu bei­den Peti­tio­nen Stel­lung neh­men müs­sen. Noch im letz­ten Jahr erklär­ten die USA, am Begriff Japa­ni­sches Meer fest­zu­hal­ten. Man habe die Rege­lung, jeweils nur einen Namen für ein Gewäs­ser zu ver­wen­den. So wird auch die Regie­rung Oba­ma kaum zu einer Lösung in die­sem ewi­gen Streit bei­tra­gen können.