Der gefähr­de­te Aal 

flickr/​Hyun­woo SunUnag­i­don in einem Restaurant.

Unagi, der Aal, wird in Japan tra­di­tio­nell an heis­sen Som­mer­ta­gen geges­sen. Das mit einer spe­zi­el­len, süs­sen Mari­na­de auf­wen­dig zube­rei­te­te Fisch­ge­richt wird tra­di­tio­nell auf einem weis­sen Reis­bett ser­viert. Unag­i­don nen­nen die Japa­ner die­se Mahl­zeit, deren bes­te Zube­rei­tung am Hama­na-See in der Prä­fek­tur Shi­zuoka zu fin­den ist.

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Das Gericht ist in Japan so beliebt, dass selbst die Schnell­im­biss­ket­te Sukiya wäh­rend der Som­mer­mo­na­te die­se Fisch­sor­te anbie­tet. Von 12. Juni bis Mit­te August bie­tet das 1982 gegrün­de­te Restau­rant mit über 1000 Able­gern in Japan und wei­te­ren in Chi­na, Thai­land und Bra­si­li­en Unag­i­don an.

Sukiyas unge­wöhn­li­cher Preisaufschlag

Sukiya bie­tet das spe­zi­el­le Gericht seit 2001 an. Die Kun­den schät­zen die Mahl­zeit, weil sie gera­de hier so preis­güns­tig zu erhal­ten ist. Die­se Zei­ten sind jedoch vor­bei. In einer Bran­che, wo fast schon zer­stö­re­ri­sche Preis­ab­schlä­ge die Regel sind (Asi­en­spie­gel berich­te­te), wagt Sukiya nicht ganz frei­wil­lig den Gegentrend.

Erst­mals wird sein Unag­i­don mit 780 Yen (rund 8 Euro) 100 Yen (rund 1 Euro) mehr als im letz­ten Som­mer kos­ten. Über­haupt ist es der höchs­te Preis seit der Ein­füh­rung. Auch die Kom­bi-Gerich­te mit Rind­fleisch (880 Yen, 9 Euro) oder sanft gekoch­tem Ei (840 Yen, 8.60 Euro) erfah­ren einen Preis­auf­schlag von 70 (72 Cents) bezie­hungs­wei­se 100 Yen (1 Euro).

Eine ein­fa­che Erklärung

Im Land der Defla­ti­on sorgt die­se Mel­dung für viel Wir­bel. Auf Twit­ter ist schon von «Wucher» die Rede. Kein Wun­der, wenn ein klas­si­scher Rind­fleisch-Ein­topf bei Sukiya lächer­li­che 280 Yen (2.90 Euro) kos­tet. Selbst eine Rie­sen­por­ti­on des­sel­ben wäre für 610 Yen (6.30 Euro) zu haben.

Zens­ho, der Mut­ter­kon­zern von Sukiya, hat für den Preis­auf­schlag gemäss der Sank­ei Shim­bun eine ein­fa­che Erklä­rung. Die dies­jäh­ri­ge Aus­beu­te in Chi­na, Tai­wan und Japan sei beson­ders mager aus­ge­fal­len. Des­halb habe man auf Zucht­far­men in Chi­na zurück­ge­grif­fen, um eine genü­gend gros­se Men­ge an Aal sicher­zu­stel­len. Das habe jedoch sei­nen Preis.

Gefähr­de­ter Aalbestand

Tat­säch­lich hat der welt­wei­te Aal­be­stand stark abge­nom­men. Seit 10 Jah­ren ist der Jagd­er­trag regel­mäs­sig unter den Erwar­tun­gen geblie­ben. Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen raten vom Aal-Ver­zehr ab, so gefähr­det ist die Fisch­art inzwi­schen. Selbst bei soge­nann­ten Zuch­ten han­delt es sich um Wild­be­stän­de, die gesam­melt und in Far­men auf­wen­dig gefüt­tert und hoch­ge­zo­gen werden.

In Zucht­far­men wird das Kilo gewöhn­lich für 300’000 Yen (3095 Euro) ver­kauft. Doch inzwi­schen wer­den gemäss Yomi­uri Shim­bun Prei­se von bis zu 2 Mil­lio­nen Yen (20’600 Euro) verlangt.

Kon­kur­rent Yoshi­noya will trotz der hohen Prei­se eben­falls die­sen Som­mer sein eige­nes Unag­i­don-Gericht ver­kau­fen. Über den genau­en Ver­kaufs­preis schweigt sich die Restau­rant­ket­te jedoch noch aus. Die Kun­den sol­len zuerst ein­mal den Sukiya-Schock verdauen.

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