Screen­shot: youtube/​sakoshi7777Die vom Tsu­na­mi weg­ge­schwemm­te Büch­se von Ishinomaki.

Seit über 15 Mona­ten liegt der büch­sen­för­mi­ge Lager­be­häl­ter umge­kippt neben einer Stras­se in Ishi­no­ma­ki, Prä­fek­tur Miya­gi. Der Tsu­na­mi vom 11. März 2011 hat­te die 10,8 Meter hohe Metall­struk­tur mit einem Durch­mes­ser von 8,5 Meter über 300 Meter von sei­ner ursprüng­li­chen Stel­le weg­ge­schwemmt. Bei den Auf­räum­ar­bei­ten räum­te man ihr kei­ne Prio­ri­tät ein, zu gross waren die ande­ren Pro­ble­me. Doch nun soll sie weg, wie New​s24​.jp berichtet.

Vor der Natur­ka­ta­stro­phe wur­de die «Rie­sen­büch­se», wie sie von den japa­ni­schen Medi­en genannt wird, vom loka­len Lebens­mit­tel­un­ter­neh­men für Fisch­pro­duk­te, Kino­ya Ishi­no­ma­ki Sui­san, als Lager­be­häl­ter für Fisch­öl benutzt. Gleich­zei­tig war sie wegen ihrer spe­zi­el­len Form ein attrak­ti­ves Foto­sujet für Tou­ris­ten und Ein­woh­ner. Sie war die per­fek­te Werbung.

Nach dem 11. März 2011 wur­de die Büch­se von Ishi­no­ma­ki zum Mahn­mal. Eini­ge Ein­woh­ner schlu­gen vor, den Lager­be­häl­ter im umge­kipp­ten Zustand zu belas­sen, um an die Zer­stö­rungs­kraft des Tsu­na­mi zu erin­nern. Ande­re hin­ge­gen wol­len ihn mög­lichst schnell weg­ha­ben. Zu stark erin­nert die «Büch­se» an jene tra­gi­schen Tage.

Monu­men­te der Katastrophe

Die Büch­se von Ishi­no­ma­ki ist nur ein Bei­spiel von vie­len. Über­all im Tsu­na­mi-Gebiet fan­den und fin­den sich die­se Monu­men­te der Kata­stro­phe, wie die Fäh­re Hamayuri, die auf das Dach eines 2-stö­cki­gen Hau­ses gespült wur­de (Asi­en­spie­gel berich­te­te), die gestran­de­ten Zug­wag­gons der Linie zwi­schen Sen­dai und Ishi­no­ma­ki (Asi­en­spie­gel berich­te­te) oder das 330 Ton­nen schwe­re, an Land geschwemm­te Fischer­schiff Kyo­to­ku­ma­ru Nr. 18. (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

In den meis­ten Fäl­len ent­schied man sich aus Pie­täts- oder Sicher­heits­grün­den fürs Weg­räu­men. Auch die Rie­sen­büch­se wird aus dem All­tags­bild von Ishi­no­ma­ki ver­schwin­den. Dies ent­schied das Besit­zer­un­ter­neh­mem Kino­ya Ishi­no­ma­ki Sui­san. In Ein­zel­tei­le soll der Lager­be­häl­ter zer­legt wer­den. Aus dem Mate­ri­al wird schliess­lich eine klei­ne­re Gedenk­sta­tue her­ge­stellt. Damit die Erin­ne­rung an den Tsu­na­mi nicht ganz verschwindet.