Hoch­zeit nach dem Tod

Screen­shot: UDNDas Hoch­zeits­fo­to des Paa­res haben Sus Arbeits­kol­le­gen am Com­pu­ter erstellt

Ein tai­wa­ni­sches Paar, das in den jüngs­ten Regen­fäl­len ums Leben kam, wur­de pos­tum ver­hei­ra­tet. An der soge­nann­ten Geis­ter­hoch­zeit mit Kuchen und Geschen­ken gaben Fami­lie und Freun­de dem frisch ver­mähl­ten Paar ihre Wün­sche für die Ewig­keit mit.

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Das Paar kam ver­gan­ge­ne Woche in einem Erd­rutsch ums Leben. Förs­ter Su Cheng-hung und sei­ne Freun­din Teng hsin-ning, die ihn auf der Arbeit besuch­te, befan­den sich in der Forst­sta­ti­on, als der Erd­rutsch das Gebäu­de zer­trüm­mer­te und die bei­den unter sich begrub. Das Paar wur­de in ein Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert, kurz dar­auf jedoch für tot erklärt.

Nun haben die Eltern der bei­den eine Hoch­zeits­ze­re­mo­nie für Su und Teng abge­hal­ten, damit ihre See­len für immer zusam­men blei­ben kön­nen, berich­tet die tai­wa­ni­sche Tages­zei­tung Chi­na Times.

Für die See­len der Verstorbenen

Die Geis­ter­hoch­zeit wur­de vom Gene­ral­di­rek­tor der Forst­ver­wal­tung durch­ge­führt, die Behör­de hat­te ihrem Ange­stell­ten auf Antrag der Fami­lie zudem einen Befehl zur Ent­bin­dung sei­ner Auf­ga­be aus­ge­stellt, schreibt die Tai­pei Times. Die­ser Befehl wur­de wäh­rend der Zere­mo­nie ver­brannt, um Su mit­zu­tei­len, dass er nun sei­ne Arbeit ruhen las­sen und nach Hau­se gehen kön­ne. Auch ver­brannt wur­de ein Hoch­zeits­bild der bei­den, das Arbeits­kol­le­gen von Su als Foto­mon­ta­ge gefer­tigt hat­ten, sowie ein Papier­haus, das den See­len des Paa­res geschenkt wurde.

Wie bei einer gewöhn­li­chen Hoch­zeit brach­ten die Anwe­sen­den Geschen­ke mit, unter ande­rem tra­di­tio­nel­le Hoch­zeits­ku­chen, Geld­um­schlä­ge, Schmuck, sowie neue Klei­der. Sus Eltern, die wäh­rend der Zere­mo­nie die Trä­nen zurück­hal­ten muss­ten, sag­ten, dass sie Teng schon lan­ge als Schwie­ger­toch­ter betrach­tet hät­ten, so die Tai­pei Times.

Den Fuss­stap­fen Bud­dhas folgen

Soge­nann­te Geis­ter­hoch­zei­ten sind in Tai­wan nichts Unge­wöhn­li­ches, sie kön­nen wie in Sus und Tengs Fall zwi­schen einem ver­stor­be­nen Paar geschlos­sen wer­den, aber auch zwi­schen einem leben­den und einem ver­stor­be­nen Part­ner, soll­te der ers­te­re dies wünschen.

Man hof­fe, so die Eltern von Förs­ter Su, dass ihr Sohn und des­sen Gat­tin nun Hand in Hand den Fuss­stap­fen Bud­dhas fol­gen und ein glück­li­ches Dasein in aller Ewig­keit füh­ren könnten.

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