flickr/​myllis­saEine Hoch­zeit in Südkorea.

Will man in Süd­ko­rea hei­ra­ten, muss man sich dies gut über­le­gen. Ein kur­zer Gang aufs Stan­des­amt reicht hier nicht aus. Hier wird rich­tig gefei­ert. Gemäss der Cho­sun Ilbo gibt ein Paar für den schöns­ten Tag sei­nes Lebens durch­schnitt­lich 200 Mil­lio­nen Won (143’000 Euro) aus. Das ent­spricht fast dem Vier­fa­chen des Durch­schnitts­ein­kom­mens in Südkorea.

In die­sen Kos­ten inbe­grif­fen sind nicht nur das Hoch­zeitsban­kett, son­dern auch teu­re Ver­lo­bungs­ge­schen­ke zwi­schen den Fami­li­en sowie die vom Bräu­ti­gam zu zah­len­de gemein­sa­me Woh­nung oder die Hoch­zeitsrei­se. Nicht sel­ten sprin­gen die Eltern bei die­sem kost­spie­li­gen Unter­fan­gen hel­fend ein. Die Kos­ten sind in den letz­ten Jah­ren regel­recht explo­diert. Noch in den Zei­ten nach der Finanz­kri­se in Asi­en vor 15 Jah­ren gab ein Hoch­zeits­paar in Süd­ko­rea durch­schnitt­lich 76,3 Mil­lio­nen Won aus.

Das hat einer­seits mit den stei­gen­den Immo­bi­li­en­prei­sen und der Infla­ti­on zu tun. Ande­rer­seits geben die Rei­chen immer mehr Geld für ihre Hoch­zeit aus, um ihren Sta­tus zu zemen­tie­ren. Ein Haupt­grund dafür ist der Druck, sich gesell­schaft­li­chen Nor­men anzu­pas­sen. «Die korea­ni­sche Gesell­schaft ist eng inein­an­der ver­wo­ben. Aus die­sem Grund sor­gen sich die Men­schen stark dar­um, wie sie von ande­ren gese­hen wer­den», erklärt ein Sozio­lo­ge der Ewha Womans Uni­ver­si­ty der Chi­na Post.

Weni­ger Ver­die­nen­de zie­hen nach

Das hat zur Fol­ge, dass der Nor­mal­ver­die­ner und selbst die unte­ren Schich­ten den üppi­gen Fest­lich­kei­ten der Rei­chen in nichts nach­ste­hen wol­len. So ergab eine wei­te­re Stu­die im Auf­trag der Cho­sun Ilbo, dass selbst Paa­re, deren Eltern über weni­ger als 600 Mil­lio­nen Won ver­fü­gen, immer noch stol­ze 100 Mil­lio­nen Won (71’500 Euro) für die Hoch­zeits­fei­er­lich­kei­ten und die nach­fol­gen­den Kos­ten ausgeben.

Vie­les davon wird auf Pump finan­ziert, mit allen erdenk­li­chen Aus­wir­kun­gen, wie Pro­fes­sor Ryu Sung-yul der Uni­ver­si­tät Bae­ko­seok erklärt: «Hält die­ser Trend an, fal­len gera­de die Haus­hal­te mit nied­ri­gem Ein­kom­men schnel­ler in einen finan­zi­el­len Abgrund als alle anderen.»

Teu­res Fest in Japan

Nicht nur in Süd­ko­rea wird die Hoch­zeit zum teu­ers­ten Tag im Leben. Auch in Japan las­sen sich die Paa­re die Fei­er­lich­kei­ten eini­ges kos­ten, trotz anhal­tend schwie­ri­ger Wirt­schafts­la­ge. Bis zu 40’000 Euro wer­den hier aus­ge­ge­ben (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Im Ver­gleich zum Nach­bar­land hört sich die­se Zahl fast schon beschei­den an.