wikimedia/​KEIEin Bild des AKW Fuku­shi­ma 2 vor dem 11. März 2011.

Nur 10 Kilo­me­ter süd­lich vom hava­rier­ten AKW Fuku­shi­ma 1 liegt das AKW Fuku­shi­ma 2. Auch die­ses Kern­kraft­werk wur­de am 11. März 2011 stark in Mit­lei­den­schaft gezo­gen, nach­dem der Tsu­na­mi mit vol­ler Wucht ein­ge­schla­gen hat­te. Die Kühl­funk­ti­on setz­te aus, konn­te jedoch recht­zei­tig wie­der in Gang gebracht wer­den. Eine grös­se­re Kata­stro­phe konn­te somit ver­hin­dert werden.

Bis heu­te gehen die Repa­ra­tur­ar­bei­ten an den 3 Reak­to­ren wei­ter. Betrei­ber TEP­CO beschäf­tigt hier rund 2000 Arbei­ter, um ein AKW auf Vor­der­mann zu brin­gen, das womög­lich nie wie­der in Betrieb genom­men wird. Täg­lich wer­den hier­für die Ange­stell­ten per Bus und in Schutz­an­zü­gen zu ihrem Arbeits­ort gebracht. Denn auch das AKW Fuku­shi­ma 2 liegt in der Sperrzone.

Rie­si­ge Unterhaltskosten

Für den Unter­halt von AKW Fuku­shi­ma 2 und die noch erhal­te­nen Reak­to­ren 5 und 6 im nörd­li­chen Fuku­shi­ma 1 gibt der hoch­ver­schul­de­te Strom­kon­zern gemäss der Asahi Shim­bun 90 Mil­li­ar­den Yen (910 Mil­lio­nen Euro) pro Jahr aus. Die­sen Betrag leg­te TEP­CO bei sei­nem Antrag um eine Erhö­hung der Strom­prei­se offen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

TEP­CO scheint die Hoff­nung auf eine Wie­der­in­be­trieb­nah­me des 1982 ein­ge­weih­ten Kern­kraft­werks in fer­ner Zukunft noch nicht ganz ver­lo­ren zu haben. Man wol­le abwar­ten bis die Zen­tral­re­gie­rung in Tokio einen end­gül­ti­gen Ent­scheid über die künf­ti­ge Rol­le der Atom­ener­gie fasst, heisst es offiziell.

Abbau­plä­ne der Lokalregierung

Gleich­zei­tig gestand die Kon­zern­spit­ze bei einem Besuch vor Ort gemäss Wall Street Jour­nal ein, das man den Wunsch der Lokal­re­gie­rung der Prä­fek­tur Fuku­shi­ma nach Still­le­gung der AKW ver­stan­den habe. Die­se will nichts mehr von Atom­kraft auf ihrem Gebiet wis­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). In einem Wie­der­auf­bau­plan für die Regi­on ist bereits von einem Abbau der bei­den AKW die Rede, wie die Japan Times berichtet.

Für TEP­CO wäre die­ses Sze­na­rio eine womög­lich zu hohe finan­zi­el­le Bür­de. Auf einen Schlag wür­de sie einen gros­sen Ver­mö­gens­wert ver­lie­ren. Die jah­re­lan­ge Ent­man­te­lung wür­de rie­si­ge Sum­men ver­schlin­gen. Das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um schätzt allei­ne die­se Kos­ten auf 200 Mil­li­ar­den Yen (2 Mil­li­ar­den Euro), wie das Wall Street Jour­nal berich­tet.

In die­sem Sin­ne bevor­zugt TEP­CO die der­zei­ti­gen Unter­halts­kos­ten. Mit einer Preis­er­hö­hung kann sie die­se auf den Kon­su­men­ten umwälzen.