Screen­shot: ETTVSin­gen wäh­rend der Taxifahrt.

Taxi­fah­rer Tu Ching-liang fährt pro Tag 12 Stun­den Taxi in Tai­wans Haupt­stadt Tai­peh. Um die Fahr­ten für sich und sei­ne Kun­den etwas auf­zu­lo­ckern, hat er eine Karao­ke-Anla­ge in sein gel­bes Taxi ein­ge­baut. Die Fahr­gäs­te kön­nen wie in einem KTV – eine Karao­ke­box – aus ver­schie­de­nen Songs aus­wäh­len. Mikro­fo­ne lie­gen auf den Sit­zen eben­falls bereit, berich­tet der tai­wa­ni­sche TV-Sen­der ETTV.

Den Text der Lie­der kön­nen die Fahr­gäs­te von einem Moni­tor able­sen, der auf der Rücken­leh­ne des Vor­der­sit­zes ange­bracht ist. Mit etwas Glück gibt es sogar eine kos­ten­lo­se Fahrt. So macht sich Tu einen Spass dar­aus, dem gera­de in sein Taxi ein­ge­stie­ge­nen Kun­den, ein von ihm aus­ge­wähl­tes Lied vor­zu­spie­len. Wenn der Kun­de Text und Melo­die kennt und es auch vor­sin­gen kann, berech­ne er dem Kun­den für die Fahrt nichts, so Tu gegen­über ETTV.

Nicht nur Glück und Kön­nen sind gefragt, son­dern auch ein wenig Mut. Die Laut­spre­cher befin­den sich näm­lich nicht etwa im Innern des Autos, son­dern sind Aus­sen ange­bracht. Ande­re Ver­kehrs­teil­neh­mer und Pas­san­ten wür­den somit unfrei­wil­lig zum Publi­kum, schreibt die Tai­pei Times.

Viel Trink­geld als Belohnung

Seit rund 15 Jah­ren arbei­tet Tu Ching-liang als Taxi­fah­rer. Vor fünf Jah­ren begann er mit einem Quiz, bei dem er eine CD ein­leg­te und die Fahr­gäs­te den Namen des Lie­des und des Sän­gers erra­ten soll­ten. Je nach Schwie­rig­keits­grad erhiel­ten die Gewin­ner einen Rabatt von zwi­schen 10 und 50 Tai­wan Dol­lar – umge­rech­net 0,27 und 1,35 Euro. Seit März dür­fen Tus Kun­den nicht nur raten, son­dern auch selbst singen.

Die Rech­nung gehe trotz Rabat­ten und höhe­ren Kos­ten für ihn auf, sagt Tu Ching-liang gegen­über ETTV. Ers­tens möge er Musik, und zwei­tens erhal­te er rela­tiv häu­fig ein Trink­geld, was in Tai­wan nicht selbst­ver­ständ­lich ist.