Foto: wikimedia/​Thewomensgame/​kaffufleOlym­pi­sches Sil­ber für Japans WM-Hel­din Homa­re Sawa.

Es hat nicht sol­len sein. Japans Fuss­ball­frau­en unter­la­gen im gest­ri­gen Olym­pia­fi­nal vor über 80’000 Zuschau­ern gegen die USA mit 1:2. Das Spiel gestal­te­te sich span­nend, bei­den Sei­ten hat­ten ihre Chan­cen. Am Ende war das Glück bei den US-Ame­ri­ka­ne­rin­nen, die sich damit für die letzt­jäh­ri­ge WM-Final­nie­der­la­ge gegen Nades­hi­ko revan­chie­ren konnten.

Nades­hi­ko Japan bewies mit der Sil­ber­me­dail­le, dass ihr letzt­jäh­ri­ger WM-Titel (Asi­en­spie­gel berich­te­te) kein Zufall gewe­sen war. Es ist die ers­te olym­pi­sche Medail­le für die Frau­en-Fuss­ball­na­tio­nal­mann­schaft.

Für Spiel­ma­che­rin und Aus­hän­ge­schild Homa­re Sawa war es ein spe­zi­el­ler Moment. Die Welt­fuss­bal­le­rin des Jah­res (Asi­en­spie­gel berich­te­te), die mit dem WM-Titel nur weni­ge Mona­te nach der Drei­fach­ka­ta­stro­phe eine Nati­on in Ent­zü­ckung ver­setz­te, tritt von der gros­sen Büh­ne ab. Gemäss der Sport­zei­tung Sports Hochi wird die 33-Jäh­ri­ge schon bald ihren Rück­tritt vom Natio­nal­team bekannt­ge­ben. Sie beruft sich dabei auf einen Ver­trau­ten von Homa­re Sawa. «Es ist wahr­schein­lich mein letz­tes olym­pi­sches Tur­nier», äus­ser­te sie sich bereits vor den Spie­len in London.

Wie wei­ter?

Es ist nun an den Jün­ge­ren, allen vor­an Spiel­füh­re­rin Aya Miy­a­ma, Sawas lang­jäh­ri­gen, ent­beh­rungs­rei­cher Kampf für die Aner­ken­nung des Frau­en­fuss­balls in Japan (Asi­en­spie­gel berich­te­te) erfolg­reich fortzuführen.

Ob Sawa auf Klub­ebe­ne nach Ablauf der dies­jäh­ri­gen Sai­son wei­ter­ma­chen wird, ist eben­falls noch unklar. Ihr Ver­trag bei Kobe INAC läuft aus. «Sie wird wei­ter­ma­chen, weil sie den Fuss­ball liebt», soll der Ver­trau­te der Sports Hochi wei­ter gesagt haben. Wo dies jedoch sein wird, bleibt offen.

Zukunft als Repräsentantin

Für die Zeit nach dem Fuss­ball will sie sich für den Fuss­ball-Nach­wuchs oder als Reprä­sen­tan­tin für die Bewer­bung der olym­pi­schen Spie­le in Tokio 2020 und der WM 2023 in Japan ein­set­zen. Für den Trai­ner- oder Kom­mena­to­ren­be­ruf scheint sie kein Inter­es­se zu haben.

Sawa wird sich auch abseits des Fel­des wei­ter­hin dafür ein­set­zen, dass der Frau­en­fuss­ball in Japan sei­ne hart gewon­ne­ne Aner­ken­nung nicht ver­lie­ren wird. Dass dies kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit ist, weiss die 33-Jäh­ri­ge am bes­ten: «Die jün­ge­ren Spie­le­rin­nen ken­nen nur die guten Zei­ten. Ich hof­fe, dass sie auch die Zei­ten meis­tern, in denen der Erfolg ein­mal aus­blei­ben wird.»

Sasa­ki tritt ab

Auch für Welt­meis­ter­trai­ner Norio Sasa­ki geht mit Lon­don 2012 ein Kapi­tel zu Ende. Sein Ver­trag läuft Ende Sep­tem­ber 2012 aus.

Seit 2007 hat­te er Nades­hi­ko kon­ti­nu­ier­lich zu einer Erfolgs­mann­schaft geformt. Nun tritt er ab. Und auch die 29-jäh­ri­ge Kari­na Maru­y­a­ma hat ange­deu­tet, dass sie womög­lich ihren Rück­tritt von der Natio­nal­mann­schaft geben wird. Für Nades­hi­ko geht damit das erfolg­reichs­te Kapi­tel ihrer Geschich­te zu Ende.