Screen­shots FTVSil­ber für Tai­wan, auf­ge­hängt wird dage­gen nur die Flag­ge links im Bild

Flag­gen von über 200 Natio­nen häng­te die Geschäfts­ver­ei­ni­gung der Regent Street in Lon­don auf. 3 Tage danach nahm man – auf Druck von Chi­na und des IOC – die Flag­ge Tai­wans bzw. der Repu­blik Chi­na wie­der ab und ersetz­te sie mit einer Fah­ne von Chi­ne­se Tai­pei, so die Nach­rich­ten­agen­tur CNA.

Dass weder Tai­wans Fah­ne noch die Natio­nal­hym­ne wäh­rend den offi­zi­el­len olym­pi­schen Spie­len auf­tau­chen, ist für die Tai­wa­ner nichts Neu­es. Tai­wan ist inter­na­tio­nal nur von weni­gen Staa­ten aner­kannt, auch das Olym­pi­sche Komi­tee sieht die Repu­blik Chi­na nicht als eige­nen Staat an. Damit die tai­wa­ni­schen Ath­le­ten aber als eige­ne Dele­ga­ti­on teil­neh­men kön­nen, tun sie dies unter der Bezeich­nung Chi­ne­se Tai­pei, inklu­si­ve einer spe­zi­ell dafür kre­ierten Flag­ge und Hymne.

Beson­ders geär­gert haben sich die Tai­wa­ner über das Flag­gen­ver­bot in der Lon­do­ner Innen­stadt aber, weil es sich in die­sem Fall um eine pri­va­te Geschäf­te­ver­ei­ni­gung han­del­te, die sich dem Druck Chi­nas beug­te, schreibt die Liber­ty Times. Das Flag­gen- und Hym­nen­ver­bot beschränkt sich näm­lich nur auf die Aus­tra­gungs­plät­ze und Sta­di­en, nicht aber auf das gesam­te Gastgeberland.

Oppo­si­ti­on empört

Tai­wans Oppo­si­ti­ons­par­tei DPP warf der Regie­rung dar­auf vor, die Flag­ge des Lan­des zu wenig zu schüt­zen. Auf­ge­brach­te Inter­ne­tuser lies­sen ihrem Frust auf Prä­si­dent Ma Ying-jeous Face­book­sei­te frei­en Lauf. Die frü­he­re Vor­sit­zen­de der DPP Tsai Ing-wen schrieb auf ihrer Face­book­sei­te, dass der Prä­si­dent akti­ver sein soll­te, vie­le jun­ge Tai­wa­ner fühl­ten sich durch die Ent­fer­nung der Flag­ge gedemütigt.

Weni­ge Tage nach den Pro­tes­ten reagier­te auch Tai­wans Aus­sen­mi­nis­te­ri­um. In einem State­ment drück­te die Regie­rung ihr Bedau­ern über die Akti­on aus. Die Kri­tik an der Regie­rung, ins­be­son­de­re am Aus­sen­mi­nis­te­ri­um bezeich­ne­te die­se jedoch als unfair, so die CNA. Tai­wans Ver­tre­tung setz­te sich nach wie vor für die Flag­ge in der Innen­stadt ein.

Druck aus Peking

Obwohl sich die bei­den Sei­ten der Tai­wan­stras­se seit dem Amts­an­tritt von Tai­wans Prä­si­den­ten ange­nä­hert haben, ver­steht Peking kei­nen Spass, wenn es um Sym­bo­le geht, die Tai­wan bzw. die Repu­blik Chi­na als sou­ve­rä­nen Staat erschei­nen las­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Chi­ne­se Tai­pei ist dabei ein Kom­pro­miss mit dem bei­de Sei­ten offen­bar gera­de so leben kön­nen und der viel­sei­tig ein­ge­setzt wird: Nicht nur das Olym­pi­sche Kom­mit­tee, auch die Fifa oder der Inter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds ken­nen die Insel unter die­ser Bezeichnung.