Neue Atom­re­ak­to­ren für Japan

Foto: wikimedia/​KEIIm AKW Shi­ma­ne soll ein neu­er Reak­tor entstehen.

«Wir haben nicht die Absicht, die bereits erteil­ten Bewil­li­gun­gen zum AKW-Bau zurück­zu­zie­hen», erklär­te Yukio Eda­no am 15. Sep­tem­ber bei einem Tref­fen mit Shin­go Mimu­ra, Gou­ver­neur der der nörd­li­chen Prä­fek­tur Aom­ori, wie FNN News berich­tet. Der japa­ni­sche Wirt­schafts­mi­nis­ter bezog sich auf das AKW Oma, den Reak­tor 1 im AKW Higa­shi­do­ri (bei­de in der Prä­fek­tur Aom­ori) und den Reak­tor 3 im AKW Shi­ma­ne im Wes­ten des Landes.

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Die Bau­ar­bei­ten für alle 3 Anla­gen lie­gen seit der AKW-Kata­stro­phe von Fuku­shi­ma auf Eis. Dar­an wer­de sich auch nichts ändern, war die Ansicht der meis­ten Beob­ach­ter. Die Regie­rung hat­te nur einen Tag vor Eda­nos Aus­sa­ge den Aus­tritt aus der Atom­ener­gie bis spä­tes­tens 2040 ver­kün­det (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

In die­ser neu­en Ener­gie­po­li­tik heisst es aus­ser­dem, dass kei­ne neu­en AKW mehr gebaut wür­den. Eda­no ver­tritt jedoch die Ansicht, dass der Bau der 3 Anla­gen bereits vor der Drei­fach­ka­ta­stro­phe im Gang war und daher nicht in die­se Kate­go­rie fal­le. Der aktu­el­le Fall offen­bart wie unklar und vol­ler Schlupf­lö­cher der von der Regie­rung defi­nier­te Atom­aus­stieg ist.

Betrieb bis 2056?

So bleibt auch offen, bis zu wel­chem Jahr die fer­tig zu bau­en­den AKW über­haupt betrie­ben wer­den dürf­ten. Das AKW Oma wäre erst 2016 fer­tig gestellt. Gin­ge es allei­ne nach dem Plan, kei­nen Reak­tor mehr als 40 Jah­re am Netz zu belas­sen, wäre Japan mit dem AKW Oma noch in den 2050er-Jah­ren am Atomstecker.

«Die neue Ener­gie­po­li­tik ist als Antrieb für eine neue Ent­wick­lung gedacht», sag­te Eda­no zum skiz­zier­ten Atom­aus­stieg bis 2040. Auch Sei­ji Maeha­ra, Stra­te­gie­chef der regie­ren­den Demo­kra­ti­schen Par­tei, steht hin­ter Eda­nos Stand­punkt. Der noch im Bau befind­li­che Reak­tor 3 AKW Shi­ma­ne sei der tech­no­lo­gisch fort­ge­schrit­tens­te und sichers­te sei­ner Art. Von daher gebe es kei­ne Bedenken.

Nicht das letz­te Wort

Wirt­schafts­mi­nis­ter Eda­no woll­te jedoch betont haben, dass letzt­end­lich die Nuklea­re Regu­lie­rungs­be­hör­de das letz­te Wort haben wer­de. Die­se neue, unab­hän­gi­ge Insti­tu­ti­on wird vor­aus­sicht­lich am 19. Sep­tem­ber sei­ne Arbeit auf­neh­men und auch dar­über ent­schei­den müs­sen, wie mit den aktu­ell her­un­ter­ge­fah­re­nen Reak­to­ren umge­gan­gen wer­den soll.

Zur­zeit sind 48 von 50 Atom­re­ak­to­ren in Japan für Unter­halts­ar­bei­ten und Stress­tests abge­schal­tet. So schnell wird sich an die­sem Zustand nicht etwas ändern (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Nur schon unter die­sem Gesichts­punkt erscheint der Wei­ter­bau von 3 Kern­kraft­wer­ken als rei­ne Geldverschwendung.

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