Die Fes­tung Narita

Foto: flickr/​Hyou­gu­shiEin ID-Kon­troll­pos­ten am Ein­gang zum Flug­ha­fen Narita.

Jeder, der schon ein­mal vom inter­na­tio­na­len Tokio­ter Flug­ha­fen Nari­ta abge­flo­gen ist, hat die Pro­ze­dur durch­ge­macht. Kaum ist man mit dem Zug ange­kom­men, gibt es schon eine ers­te Kon­trol­le von Pass und manch­mal auch vom Gepäck. Kommt man mit dem Bus nach Nari­ta stei­gen gleich meh­re­re Sicher­heits­leu­te beim Ein­gangs­tor zum Flug­ha­fen­ge­län­de zum ID-Check ein. Das ist ein­ma­lig in Japan und das schon seit über 30 Jahren.

Vie­le Pas­sa­gie­re emp­fin­den dies mitt­ler­wei­le als läs­tig. Nicht sel­ten kommt es dadurch zu Ver­zö­ge­run­gen im Ver­kehrs­fluss. So sehen es auch die loka­le Regie­rung und die Flughafengeschäfte.

Die­se for­dern vom Flug­ha­fen Nari­ta die Abschaf­fung der Ein­gangs­kon­trol­len, wie die Yomi­uri Shim­bun berich­tet. Sie befürch­ten, dass vie­le Pas­sa­gie­re auf den aus­ge­bau­ten Stadt­flug­ha­fen Hane­da aus­wei­chen werden.

Die tur­bu­len­ten Baujahre

Mit der Grenz­po­li­zei hat die­se Kon­trol­le in Nari­ta übri­gens nichts zu tun. Es ist eine vom Flug­ha­fen ange­stell­te pri­va­te Sicher­heits­fir­ma, die die­se Auf­ga­be an sechs Kon­troll­punk­ten über­nimmt. Zur Unter­stüt­zung ste­hen ihnr loka­le Poli­zis­ten zur Seite.

Offi­zi­ell geht es bei der Pro­ze­dur dar­um, den Flug­ha­fen vor Ter­ro­ris­mus und Sabo­ta­ge­ak­ten zu schüt­zen. 1978, als die Kon­trol­len ein­ge­führt wur­den, mach­te die­se Mass­nah­me durch­aus Sinn. Denn der Flug­ha­fen Nari­ta hat eine beweg­te Geschich­te hin­ter sich.

Als 1966 der Bau des Flug­ha­fens und damit auch Land­ent­eig­nun­gen beschlos­sen wur­den, for­mier­te sich eine wir­kungs­vol­le Wider­stands­grup­pe von betrof­fe­nen loka­len Bau­ern, Bewoh­nern und links­ge­rich­te­ten Stu­den­ten. 1971 kam es zu hef­ti­gen Pro­tes­ten, als 3 Poli­zis­ten ums Leben kamen.

Zur Fes­tung ausgebaut

Der Wider­stand hielt an. Es folg­ten Zwangs­ent­eig­nun­gen durch den Staat. Mit 7 Jah­ren Ver­spä­tung eröff­ne­te der Flug­ha­fen 1978 sei­ne Tore. Kurz davor besetz­te eine Akti­vis­ten­grup­pe den Kon­troll­turm und beschä­dig­te des­sen Einrichtung.

In der Fol­ge wur­de das gesam­te Flug­ha­fen­ge­län­der zur Fes­tung aus­ge­baut. Metall­zäu­ne wur­den hoch­ge­zo­gen, Check­points ein­ge­rich­tet und ID-Kon­trol­len an den Ein­gän­gen eingeführt.

Die Wider­stands­nes­ter

Trotz des immensen Drucks und des stän­di­gen Kero­sin­ge­stanks haben eini­ge weni­ge Bau­ern bis heu­te ihr Land nicht weg­ge­ben. Bis­wei­len sind die­se Grund­stü­cke nur noch durch Tun­nel erreich­bar. Sie sind zu Wider­stands­nes­tern inmit­ten des Flug­ha­fen­ge­län­des gewor­den. Eine Fahr­bahn für Flug­zeu­ge muss­te gar kur­ven­reich um einen Bau­ern­hof ange­legt wer­den. Der Staat könn­te die Bau­ern ent­eig­nen, ver­zich­tet aber aus Angst vor gewalt­tä­ti­gen Reak­tio­nen darauf.

Eine inzwi­schen geschrumpf­te Wider­stands­grup­pe hält heu­te noch die Stel­lung. Gegen jeg­li­chen Aus­bau wird aktiv oppo­niert. Die Schlag­kraft von einst hat sie jedoch ver­lo­ren. In den letz­ten Jah­ren berei­te­ten sie den Flug­ha­fen­be­trei­bern kaum noch gros­se Schwierigkeiten.

Abschaf­fung der Kontrollen

Der Bür­ger­meis­ter des anlie­gen­den­den Dor­fes Shi­ba­y­a­ma for­dert daher die Abschaf­fung der ID-Kon­trol­le, die er als läs­tig und schäd­lich für das Flug­ha­fen­ge­schäft ansieht. Shi­ba­y­a­ma ist einer­seits ein Zen­trum des Wider­stands­nes­tes, gleich­zei­tig aber von der Flug­ha­fen­in­dus­trie wirt­schaft­lich abhän­gig. Da Nari­ta gemäss der Mai­ni­chi Shim­bun in naher Zukunft die Flug­be­we­gun­gen mas­siv erhö­hen will, wer­den durch die Kon­trol­len noch mehr Ver­zö­ge­run­gen erwartet.

Die von über 30 Jah­ren Demons­tra­tio­nen gezeich­ne­te loka­le Poli­zei der­weil hält eine Abschaf­fung der Kon­trol­len auch hin­sicht­lich des inter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus› als gefährlich.

Letzt­end­lich ist es am Flug­ha­fen­be­trei­ber von Nari­ta zu ent­schei­den. Die­ser prüft zur­zeit die Zahl der Sicher­heits­ka­me­ras zu erhö­hen, um die Per­so­nen­kon­trol­le der­einst abschaf­fen zu kön­nen. Fest steht: der Flug­ha­fen Nari­ta bleibt auch in Zukunft eine Fes­tung, die ihres­glei­chen sucht.

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