Der ver­schla­fe­ne Bahnangestellte

Foto: wikimedia/​Haru­no Aki­haDie klei­ne Bahn­sta­ti­on Roku­ji­sou bei Kyoto.

Jeden Mor­gen um 5.15 Uhr gehen für die Pend­ler gewöhn­lich die Türen der Bahn­sta­ti­on von Roku­ji­sou zwi­schen Nara und Kyo­to auf. Doch am letz­ten Mon­tag war­te­ten unge­dul­di­ge 50 Sala­ry­men ver­geb­lich dar­auf. 15 Minu­ten ver­gin­gen bis der ein­zi­ge Bahn­an­ge­stell­te die Sta­ti­on in Betrieb nahm.

Okto­ber 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Der Grund für die Ver­spä­tung war sim­pel: der Bahn­an­ge­stell­te, der vor Ort über­nach­te­te, hat­te ver­schla­fen. «Nach­dem er auf­ge­stan­den war, schlief der Mit­ar­bei­ter ein zwei­tes Mal ein», hiess es in der Pres­se­mit­tei­lung von Betrei­ber JR West, die noch am glei­chen Tag auf der Web­site publi­ziert wur­de. Eine Ent­schul­di­gung durf­te natür­lich nicht fehlen.

Der pünkt­li­che Betrieb

In Japans Bahn­be­trie­ben, das Trans­port­mit­tel für Mil­lio­nen von Pend­lern und Lebens­ader der Wirt­schaft, stel­len sol­che Vor­komm­nis­se ein gros­ses Ärger­nis dar. Selbst kür­zes­te Ver­spä­tun­gen von 2 Minu­ten wer­den per Laut­spre­cher über­mit­telt. Man kann sich aus­den­ken, was eine ver­spä­te­te Tür­öff­nung von 15 Minu­ten für den Bahn­be­trei­ber bedeutet.

So wird in der Pres­se­mit­tei­lung von JR West nicht nur über das Vor­komm­nis selbst berich­tet. Der Leser erhält gleich auch noch die ent­spre­chen­den Gegen­mass­nah­men kom­mu­ni­ziert. Man wer­de bei der Aus­bil­dung der Mit­ar­bei­ter die­ser Sache auf den Grund gehen, damit sich so etwas auch nicht wie­der­ho­le, heisst es.

Alle pünkt­lich angekommen

Übri­gens erreich­ten an jenem Mor­gen alle 50 Pas­sa­gie­re der Bahn­sta­ti­on Roku­ji­sou den 5.32-Uhr-Zug der Nara-Linie nach Kyo­to. Ein­zig 5 Pas­sa­gie­re muss­ten ihren Fahr­schein am Ziel­bahn­hof nach­lö­sen, was in Japan gewöhn­lich kein Pro­blem dar­stellt. Der Bahn­an­ge­stell­te wird nach einer sol­chen Pres­se­mit­tei­lung nicht so schnell wie­der verschlafen.

Im Shop
An alle Leser
Freiwilliges Abo

An alle Leser

Mit einem frei­wil­li­gen Abo sichern Sie die Zukunft die­ses unab­hän­gi­gen Blogs.

MEHR ERFAHREN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN

asia-intensiv
Shinsen
Sato
Schuler Auktionen
Yu-an
Butcher
Nooch
Bimi
Kabuki
Negishi
Aero Telegraph
Shizuku
cas-ostasien
Asia Society
Gustav Gehrig
Edomae
Japan Wireless
Depositphotos 1b
Prime Travel
Kokoro
Kalligrafie
Japan Rail Pass
Kabuki_2
Keto-Shop
Depositphotos 2
Depositphotos 1