Das Fisch­markt-Pro­blem

Foto: Chris 73/ Wiki­me­dia Com­monsDer gröss­te Fisch­markt der Welt. Tsuki­ji in Tokio.

Tsuki­ji das ist der Inbe­griff der japa­ni­schen Fisch­kul­tur. Hier wer­den täg­lich Ton­nen von Fisch an den Händ­ler gebracht. Auf dem gröss­ten Fisch­markt der Welt sind bis zu 60’000 Men­schen beschäf­tigt. Tau­sen­de von Tou­ris­ten bewun­dern hier all­mor­gend­lich das hek­ti­sche Trei­ben der Markt­händ­ler (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Der Tsuki­ji-Markt im zen­tra­len Chuo-Distrikt wur­de zum neu­en Han­dels­zen­trum, nach­dem das gros­se Kan­to-Erd­be­ben 1923 den dama­li­gen Fisch­markt in Nihon­ba­shi zer­stört hat­te. 1935 ent­stand die typi­sche vier­tel­kreis­för­mi­ge Gebäu­de­ar­chi­tek­tur, die den Händ­lern eine mög­lichst gros­se Ver­kaufs­flä­che ermöglichte.

Doch nun soll bald Schluss sein mit dem berühm­tes­ten Fisch­markt der Welt. 2010 beschloss der dama­li­ge Gou­ver­neur von Tokio, Shin­t­a­ro Ishiha­ra, Tsuki­ji wei­ter süd­lich in den Stadt­teil Toyo­su zu ver­le­gen. Der heu­ti­ge Fisch­markt sei zu zen­tral gele­gen, um die­sen den Gross­händ­lern zu über­las­sen. Zudem ist die Infra­struk­tur in die Jah­re gekom­men. 390 Mil­li­ar­den Yen (3,4 Mil­li­ar­den Euro) kos­tet der Neu­bau auf dem 40 Hekt­ar gros­sen Areal.

Ver­seuch­tes Areal

Ishiha­ra box­te den Ent­scheid trotz vie­ler Pro­tes­te durch. Vie­le hät­ten lie­ber an glei­cher Stel­le einen Aus­bau gese­hen. Am meis­ten Sor­ge berei­tet jedoch das neue Gelän­de in Toyo­su. Hier stand zwi­schen 1956 und 1976 der städ­ti­sche Gas­pro­du­zent Tokyo Gas.

Die Erde auf dem Toyo­su-Are­al ist aus die­sem Grund stark mit krebs­er­re­gen­dem Ben­zol und Zya­nid ver­seucht. Der erlaub­te Grenz­wert wur­de 2008 bei den ers­ten Mes­sun­gen um das 43’000-fache über­schrit­ten. Seit über zwei Jah­ren sind die Behör­den dar­an, die Stät­te zu dekon­ta­mi­nie­ren. 58,6 Mil­li­ar­den Yen (514 Mil­lio­nen Euro) kos­tet das Projekt.

Pro­tes­te der Konsumentenschützer

Die Ver­seu­chung ist jedoch so stark, dass die geplan­te Ver­le­gung des Tsuki­ji-Mark­tes bis 2014 nicht zustan­de kom­men wird, wie die Yomi­uri Shim­bun berich­tet. 10 Meter unter dem Boden wur­de wei­te­re ver­seuch­te Erde gefun­den. Die Stadt­re­gie­rung rech­net nun mit min­des­tens einem Jahr Verspätung.

Der japa­ni­sche Kon­su­men­ten­schutz­ver­band Food Safe­ty Citizen’s Watch zeig­te sich von Anfang besorgt um die­se Tat­sa­che. Das Pro­blem des ver­seuch­ten Bodens sei über­all auf Japans alten Fabrik­flä­chen anzu­tref­fen. Vie­le Fisch­händ­ler glau­ben nicht, dass sie unter die­sen Bedin­gun­gen ihre Ware sicher anbie­ten kön­nen. Die Behör­den ver­fah­ren trotz allem weiter.

Die Zukunft von Tsukiji

Der­weil plant der Bezirk Chuo die Zukunft für sei­nen alt­wür­di­gen Tsuki­ji-Fisch­markt. Auch ohne Auk­tio­nen sol­len die Tou­ris­ten hier­her strö­men. Dafür soll ein Neu­bau sor­gen, in dem wei­ter­hin fri­scher Fisch und ande­re Lebens­mit­tel in bis zu 93 Läden und Restau­rants ange­bo­ten wer­den soll, wie die Mai­ni­chi Shim­bu berichtet.

Ziel ist es, die klei­nen Händ­ler in Tsuki­ji zu behal­ten, wäh­rend die Gross­händ­ler nach Toyo­su zie­hen wer­den. Auch der Namen soll kei­ne gros­se Ände­rung erfah­ren. Der neue Shop­ping-Kom­plex wird vor­aus­sicht­lich Tsuki­ji New Mar­ket heis­sen. Wer noch eine tra­di­tio­nel­le Tsuki­ji-Auk­ti­on erle­ben möch­te, soll­te sich also beeilen.

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