Foto: flickr/​mardruckEin Fahr­rad­fah­rer in der Haupt­stadt Pjöngjang.

Als Mit­te der 1990er-Jah­re die Toch­ter eines hoch­ran­gi­gen Gene­rals von Kim Jong-il bei einem Fahr­rad­un­fall in Pjöng­jang ver­starb, ver­ord­ne­te der nord­ko­rea­ni­sche Dik­ta­tor in städ­ti­schen Gebie­ten kur­zer­hand ein Fahr­rad­ver­bot für Frauen.

Die staat­li­chen Medi­en recht­fer­tig­ten die­sen Schritt damit, dass eine weib­li­che Per­son auf einem Velo nicht der sozia­lis­ti­schen Moral­vor­stel­lung ent­spre­che. Den Geset­zes­bre­che­rin­nen droh­te eine saf­ti­ge Geld­stra­fe von rund 5000 Won (zir­ka 30 Euro). Das Fahr­rad wur­de gewöhn­lich konfisziert.

16 Jah­re wur­de das Ver­bot auf­recht­erhal­ten, bis Kim Jong-il ver­starb. Sein Sohn und Nach­fol­ger Kim Jong-un hob im ver­gan­ge­nen Som­mer das Gesetz auf. Es war eine Good­will-Akti­on des neu­en Diktators.

Ein erneu­tes Verbot

Doch offen­bar hat­te die Gut­mü­tig­keit des Herr­schers ihre Gren­zen. Wie eine anony­me Quel­le der Dai­l­yNK berich­tet, haben die Behör­den in der Pro­vinz Nord-Ham­gyon seit ein paar Tagen den Frau­en erneut das Fahr­rad­fah­ren ver­bo­ten. Es sei sogar ein Gewichts­be­schrän­kung für die Traglast auf dem Gepäck­trä­ger aus­ge­spro­chen wor­den. Damit ist den Frau­en nicht ein­mal eine Mit­fahrt gestattet.

Anstatt einer Geld­stra­fe wer­de den weib­li­chen Per­so­nen, die sich gegen das erneu­te Ver­bot wider­set­zen wür­den, ganz ein­fach das Fahr­rad ent­zo­gen. Dabei ist das Velo ein wich­ti­ges Trans­port­mit­tel, um die Wirt­schaft in Nord­ko­rea über­haupt ein wenig am Leben zu halten.

Umge­hung des Gesetzes

Laut der Quel­le hät­ten die Frau­en frü­her das Gesetz ein­fach umgan­gen, indem sie früh­mor­gens ihre Geschäft mit dem Fahr­rad erle­dig­ten. Zu die­ser Uhr­zeit sei­en sie nur sel­ten von Poli­zis­ten ange­hal­ten wor­den. Ob das neue Ver­bot für das gan­ze Land gilt, konn­te die Dai­l­yNK jedoch nicht sagen.