News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

Millionen für einen Fisch

Kiyoshi Kimura präsentiert seinen Millionenfisch in seinem Restaurant. (Screenshot: FNN News)

Kiyoshi Kimura präsentiert seinen Millionenfisch in seinem Restaurant. (Screenshot: FNN News)

Jeweils an Neujahr verlieren Tokios Fischhändler gerne den Verstand und geben Unsummen für einen einzigen Thunfisch aus. Der Käufer ist meistens derselbe. Kiyoshi Kimura, Besitzer der Sushi-Restaurantkette Sushizanmai, nutzt die erste Auktion des Jahres jeweils auf besondere Art, um auf sein Geschäft aufmerksam zu machen.

Dieses Mal legte Herr Kimura schwindelerregende 155,4 Millionen Yen (1,35 Millionen Euro) für einen 222 Kilogramm schweren, in der Nähe der Präfektur Aomori gefangenen Blauflossen-Thunfisch hin. Das entspricht 700’000 Yen pro Kilogramm. Bereits letztes Jahr stellte er mit Einkaufspreis von rund 56 Millionen Yen (485’000 Euro) einen neuen Rekord auf. Damals wog der Thunfisch aber noch 47 Kilogramm mehr.

Eine PR-Aktion für die Branche

Ja, der Preis sei dieses Jahr tatsächlich etwas hoch gewesen, konstatierte Kiyoshi Kimura gegenüber FNN News. Aber er wolle Japan damit ermutigen, so sein abschliessender Kommentar. Es ist das siebte Jahr hintereinander, in dem ein neuer Rekordpreis eingestellt wurde. 2006 lag das Gebot noch bei verhältnismässig bescheidenen 3,82 Millionen Yen (33’00 Euro).

Die Rekordpreise der Neujahrsauktion reflektieren nicht wirklich die tatsächliche Qualität des Fisches. Vielmehr geht es dabei um eine PR-Aktion, in der Hoffnung ein erfolgreiches Geschäftsjahr einzuläuten. Den Fischhändlern ist an diesem Tage die Aufmerksamkeit der Medien gewiss.

Existenz gefährdet

Der steigende Preis weist dennoch auf ein grosses Problem hin. Durch die weltweite Popularität von Sushi ist die Existenz des Blauflossen-Thunfisch mittlerweile akut in Gefahr. Dieser gilt wegen seines besonderen Qualität als der König der Thunfische. Kein anderes Land isst und bezahlt mehr für diese Sorte Thunfisch als Japan.

Die Internationale Kommission für den Erhalt des Thunfischs im Atlantik (ICCAT) hat die jährliche Fangquote des atlantischen Blauflossen-Thunfischs (Thunnus thynnus) für das Jahr 2010 um 38,6 Prozent gesenkt (Asienspiegel berichtete).

Etwa die Hälfte der 43′000 Tonnen Blauflossen-Thunfisch, welche 2008 auf den japanischen Markt kamen, stammte aus dem Atlantik. Drei Viertel des weltweiten Fangs geht nach Japan.

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