Das Ende des Stromsparens

Foto: flickr/​tsa­iidEin Hin­weis auf Strom­spar­mass­nah­men in Tokio.

Nach dem AKW-Unfall von Fuku­shi­ma wur­de «Set­su­den» zum geflü­gel­ten Wort in Japan (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Prak­tisch an allen öffent­li­chen Orten wur­de aufs Strom­spa­ren auf­merk­sam gemacht, nach­dem fast alle Kern­re­ak­to­ren aus Sicher­heits­grün­den zum Still­stand gekom­men waren.

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Noch im letz­ten Som­mer und Win­ter gab Tokio noch den Auf­trag durch, in ver­schie­de­nen Regio­nen bis zu 15 Pro­zent Strom zu spa­ren, um der Ener­gie­nach­fra­ge in den heis­sen Mona­ten über­haupt nachzukommen.

Nach zwei Jah­ren soll nun aber Schluss damit sein, wie ver­schie­de­ne japa­ni­sche Medi­en berich­ten. Zum ers­ten Mal seit der Kata­stro­phe vom März 2011 will die Regie­rung die­sen kom­men­den Som­mer auf offi­zi­el­le Strom­spar­mass­nah­men verzichten.

Genug Strom für den Sommer

Das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um klärt zur­zeit noch die aktu­el­len Zah­len der ein­zel­nen Strom­pro­du­zen­ten ab. Doch wie es aus­sieht, sind die­se gut gerüs­tet. Obwohl noch immer 48 von 50 AKW-Reak­to­ren abge­schal­tet blei­ben, haben die ver­schie­de­nen Ener­gie­pro­du­zen­ten auf kon­ven­tio­nel­le, teil­wei­se ein­ge­mot­te­te Wär­me­kraft­wer­ke, die meist mit Gas betrie­ben wer­den, als Zwi­schen­lö­sung umgesattelt.

So hat selbst Kan­sai Elec­tric Power, das die Gross­re­gi­on Osa­ka ver­sorgt und beson­ders von sei­nen AKW abhän­gig war, offen­bar gut vor­ge­sorgt, wie die Nik­kei Shim­bun berich­tet. Für den Som­mer sei selbst bei hohem Strom­ver­brauch eine Über­ka­pa­zi­tät von rund 3 Pro­zent garan­tiert. Dies wer­de durch den Strom­im­port von benach­bar­ten Pro­du­zen­ten ermöglicht.

Im Gross­raum Tokio und im Osten des Lan­des wird es eben­falls genü­gend Strom geben. Selbst bei höchs­tem Ver­brauch soll es noch einen Reser­ve­an­teil von rund 6,9 Pro­zent geben. Für das gan­ze Land wird die­sen Som­mer mit einer Über­ka­pa­zi­tät zir­ka 5 Pro­zent gerechnet.

Ein Ent­scheid mit Signalwirkung

Soll­te die Regie­rung tat­säch­lich das Ende der Strom­spar­mass­nah­men erklä­ren, hät­te dies Signal­wir­kung für die künf­ti­ge Atom­po­li­tik. Denn bis­lang hiess es von der Regie­rung sowie von der Strom­lob­by stets, dass ohne AKW die Strom­ver­sor­gung nicht gesi­chert sei. Dies könn­te so nicht mehr kom­mu­ni­ziert werden.

Die Regie­rung von Shin­zo Abe steckt denn auch in einer Zwick­müh­le. Einer­seits unter­stützt sie wei­ter­hin unter gewis­sen Bedin­gun­gen die Auf­schal­tung der AKW-Reak­to­ren, ande­rer­seits scha­de­ten die ewi­gen War­nun­gen über Ener­gie­eng­päs­se der japa­ni­schen Wirt­schaft. So ist das Ende des Strom­spa­rens aus der Sicht Tokios vor allem ein prag­ma­ti­scher Entscheid.

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