Foto: Twitter/​@kobun_souDie Buch­lä­den haben sich für den Ansturm gerüstet.
Foto: Twitter/​@yrakch_sanseidoDer neue Mura­ka­mi liegt auf.

Wenn Haru­ki Mura­ka­mi einen neu­en Roman in Japan her­aus­gibt, dann nimmt es Dimen­sio­nen eines Apple-Pro­duk­te­ver­kaufs an. Nach 3 Jah­ren ist es wie­der soweit. Mura­ka­mis ers­ter Roman seit der Erfolgs-Trio­lo­gie 1Q84 (Asi­en­spie­gel berich­te­te) steht in Japan zum Verkauf.

Die Buch­lä­den in Japan haben sich gerüs­tet. Die gros­se Tsuta­ya-Buch­hand­lung in Dai­kany­a­ma hat­te bereits um Mit­ter­nacht geöff­net, wie der Ver­lag Bun­gei­s­hun­ju in sei­ner Pres­se­mit­tei­lung schreibt. Ande­re Läden öff­ne­ten am Mor­gen zwei Stun­den frü­her ihre Tore.

Bereits am Vor­abend wur­den die Bücher in die Buch­hand­lun­gen gelie­fert. 500’000 Stück hat der Ver­lag Bun­gei­s­hun­ju vor­sichts­hal­ber vor­be­rei­tet. Man wol­le auf einen mög­li­chen Ansturm vor­be­rei­tet sein.

Schnells­ter Vorverkauf

Denn über den Online-Buch­han­del von Ama­zon konn­te das Buch bereits seit 15. März vor­be­stellt wer­den. Nach 11 Tagen waren bereits 10’000 Stück weg. Damit war die­se Schwel­le einen Tag schnel­ler erreicht als beim 3. Teil von 1Q84 vor drei Jah­ren. Für Ama­zon Japan war es der schnells­te Vor­ver­kauf in der Geschichte.

Über den Inhalt wur­de seit Wochen spe­ku­liert, nach­dem der Ver­lag Bun­gei­s­hun­ju Ende Febru­ar auf sei­ner Web­site den neu­en Roman ange­kün­digt hat­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Shi­ki­sai o mot­a­nai Taza­ki Tsuku­ru to, Kare no Jun­rei no Toshi heisst der drei­zei­li­ge Titel von Mura­ka­mi neus­tem Werk. Auf Deutsch kann der Titel mit Der farb­lo­se Tsuku­ru Taza­ki und sei­ne Jah­re des Pil­gerns über­setzt werden.

Mura­ka­mis knap­pe Äusserung

Der Autor selbst äus­sers­te sich im Vor­feld der Publi­ka­ti­on kaum über sein neus­tes Werk. «Weil die Geschich­te von ‹1Q84› einer Ach­ter­bahn­fahrt glich, hat­te ich die­ses Mal das Bedürf­nis ein biss­chen etwas ande­res zu schrei­ben», teil­te Mura­ka­mi auf der Ver­lags­sei­te mit.

«Ich wuss­te jedoch nicht was dar­aus wer­den wür­de, bis ich mit dem Schrei­ben anfing.» Anfäng­lich woll­te er ledig­lich einen kur­zen Roman schrei­ben, der schliess­lich immer län­ger und län­ger wur­de. Das sei ihm seit dem Erfolgs­ro­man «Nor­we­gi­an Wood» nicht mehr pas­siert. Die deutsch­spra­chi­gen Leser wer­den sich noch eine Wei­le gedul­den müs­sen. Bereits bei 1Q84 ver­gin­gen fast zwei Jah­re bis eine Über­set­zung folgte.