Immer bil­li­ge­res Essen

Foto: flickr/​jet­a­lo­neYoshi­noyas Gyudon-Gericht.

Der Fleisch­ein­topf (jap. Gyudon), bei dem Rind­fleisch­schei­ben auf Reis ser­viert wer­den, ist in Japan der Inbe­griff für bil­li­ges Essen. Sukiya, Mats­u­ya und Yoshi­noya heis­sen die drei gros­sen Restau­rant­ket­ten, die sich auf die­ses Gericht spe­zia­li­siert haben.

Wie beim Big-Mac-Index wider­spie­gelt der Preis für ein Gyudon-Gericht indi­rekt die Kauf­kraft der japa­ni­schen Volks­wirt­schaft. Ent­spre­chend wer­den Preis­ent­schei­de der drei gröss­ten Ket­ten Sukiya, Yoshi­noya und Mats­u­ya von den japa­ni­schen Medi­en jeweils ganz genau ver­folgt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

In den letz­ten Jah­ren ging es mit dem Gyudon-Preis nur noch berg­ab. Der Reise­in­topf wur­de zum prak­ti­schen Bei­spiel für Japans über 10 Jah­re anhal­ten­de Defla­ti­on. Seit dem Amts­an­tritt von Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe ver­sucht jedoch die Bank of Japan mit einer locke­ren Geld­po­li­tik jedoch das Ruder herumreissen.

Yoshi­noya wider­setzt sich dem Trend

Tat­säch­lich hat die als Abe­no­mics beti­tel­te Wirt­schafts­po­li­tik ers­te Resul­ta­te her­vor­ge­bracht. Der Yen ist schwä­cher gewor­den, der Wirt­schafts­aus­blick für die wich­ti­ge Export­bran­che hat sich auf­ge­hellt. Doch wie sieht es mit dem ehr­gei­zi­gen Infla­ti­ons­ziel von 2 Pro­zent aus?

Ers­te japa­ni­sche Kon­zer­ne haben tat­säch­lich ange­kün­digt, die Prei­se für ihre Pro­duk­te in den nächs­ten Wochen zu erhö­hen. Nicht aber die Gyudon-Ver­käu­fer. Die Restau­ran­ket­te Yoshi­noya geht mit einer his­to­ri­schen Preis­re­duk­ti­on in die genau ent­ge­gen­ge­setz­te Richtung.

Ab dem 18. April wird eine nor­ma­le Gyudon-Por­ti­on in allen 1139 Able­gern anstatt den bis­he­ri­gen 380 Yen (2,95 Euro) nur noch 280 Yen (2,15 Euro) kos­ten, wie Yoshi­noya-Prä­si­den Shu­ji Abe gleich selbst an einer Pres­se­kon­fe­renz ver­kün­de­te. Auch die Kon­kur­ren­ten Mats­u­ya und Sukiya haben für eine limi­tier­te Zeit eine Preis­re­duk­ti­on von 30 Yen angekündigt.

Schwa­cher Yen ohne Einfluss

Von Infla­ti­on ist in die­ser Bran­che nicht die Rede. Yoshi­noya begrün­det den Ent­scheid mit einer Import­lo­cke­rung für das US-Rind­fleisch, das für den Yoshi­noya-Ein­topf ver­wen­det wer­de. Man sei mit dem Gyudon ganz ein­fach auf dem Preis­ni­veau von frü­her. Wäh­rend Jah­ren war der Import von US-Beef stren­gen Auf­la­gen unter­wor­fen, nach­dem es in den USA 2003 zu einem BSE-Fall gekom­men war.

Aus­ser­dem habe der schwa­che Yen kei­nen gros­sen Ein­fluss auf die Preis­po­li­tik des Unter­neh­mens, so Yoshi­noya wei­ter. Um das Wäh­rungs­ri­si­ko zu min­dern, kau­fe man das Fleisch ohne­hin in rau­en Men­gen von einem japa­ni­schen Gross­im­por­teu­ren ein, die ihre Preis­po­li­tik gegen­über Gross­kun­den auch nicht allei­ne von der Wäh­rungs­ent­wick­lung abhän­gig machten.

Zer­stö­re­ri­scher Preiskrieg

Die Preis­re­duk­ti­on ist letzt­end­lich eine Anpas­sung an die Kon­kur­renz, die bereits seit zwei Jah­ren wesent­lich tie­fe­re Prei­se anbie­tet als Yoshi­noya. Der Kon­zern wei­ger­te sich lan­ge, mit der Kon­kur­renz mit­zu­zie­hen: «Es ist, als wür­de man ein tro­cke­nes Tuch aus­pres­sen», beklag­te sich Yoshi­noyas Pres­se­spre­cher Haru­hi­ko Kizu einst über den Zwang zu stän­dig bil­li­ge­ren Preis­an­ge­bo­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Nun hat der Kon­zern sei­ne Preis­po­li­tik offen­sicht­lich zu spü­ren bekom­men. Im letz­ten Quar­tal ist die Restau­rant­ket­te in die roten Zah­len gerutscht, wie die Yomi­uri Shim­bun berich­tet. Der neue Gyudon-Preis soll nun hel­fen, die Kun­den zurückzugewinnen.

Bis die von Pre­mier Abe gewünsch­te Infla­ti­on auch im zer­stö­re­ri­schen Preis­krieg der Gyudon-Ket­ten ein­zieht, wird wohl noch viel Zeit zu ver­ge­hen. Zu gross ist in die­ser Bran­che das Über­an­ge­bot. Nach über 10 Jah­ren Defla­ti­on wird der Bil­lig­boom nicht so ein­fach aus den Köp­fen der Kun­den verschwinden.

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