Zwi­schen den Fronten

(Video: Mar­tin Aldrovandi)

Nach­dem ein tai­wa­ni­sches Fischer­boot von der phil­ip­pi­ni­schen Küs­ten­wa­che beschos­sen wur­de, gehen in Tai­wan die Emo­tio­nen hoch. Beim Zwi­schen­fall kam ein 65-jäh­ri­ger Fischer ums Leben, die tai­wa­ni­schen Unter­su­chungs­be­hör­den zähl­ten über fünf­zig Ein­schuss­lö­cher im Fischerboot.

Mai 2022 / Ohne Abon­nen­ten kein Asi­en­spie­gel: Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie zur Fort­set­zung die­ses Japan-Blogs bei.

Den For­de­run­gen der tai­wa­ni­schen Regie­rung, kamen die Phil­ip­pi­nen nur teil­wei­se nach. Vor allem dass Mani­la in sei­ner Ent­schul­di­gung von einem «unbe­ab­sich­tig­ten» Tod sprach, ist in Tai­wan nicht gut ange­kom­men. Tai­wan will sei­ne Sank­tio­nen gegen­über den Phil­ip­pi­nen wei­ter aufrechterhalten.

87’000 Fili­pi­nos in Taiwan

Unter ande­rem geneh­mi­gen die tai­wa­ni­schen Behör­den kei­ne neu­en Visa­an­trä­ge von phil­ip­pi­ni­schen Arbei­tern. 87’000 phil­ip­pi­ni­sche Arbeits­mi­gran­ten sind in Tai­wan beschäf­tigt, sie arbei­ten unter ande­rem in Fabri­ken und Pri­vat­haus­hal­ten. Im Jahr sen­den die Arbei­ter ins­ge­samt rund 700 Mil­lio­nen US-Dol­lar zurück in die Phi­li­l­ip­pi­nen, mit dem Geld unter­stüt­zen sie ihre Fami­li­en der Heimat.

In Tai­wan machen die phil­ip­pi­ni­schen Arbei­ter in Tai­wan rund einen Fünf­tel der Arbeits­mi­gran­ten aus. Für die Phil­ip­pi­nen dage­gen sind die in Tai­wan sta­tio­nier­ten Arbei­ter ein sehr klei­ner Pos­ten. Weni­ger als 1 Pro­zent der Fili­pi­nos, die im Aus­land arbei­ten, sind in Tai­wan beschäf­tigt, so ETTo­day.

87’000 Fili­pi­nos arbei­ten in Tai­wan. Screen­shot: PTS

War­nung an Landsleute

Der Vor­sit­zen­de der phil­li­pi­ni­schen Ver­tre­tung in Tai­wan, Ama­di­to Perez sag­te die Fili­pi­nos in Tai­wan soll­ten wenn mög­lich zuhau­se blei­ben, und sich nicht lan­ge draus­sen auf­hal­ten, zitiert ihn der Phil­ip­pi­ne Dai­ly Inqui­rer.

Auf Demons­tra­tio­nen ver­brann­ten auf­ge­brach­te Tai­wa­ner phil­ip­pi­ni­sche Flag­gen, ande­re war­fen demons­tra­tiv phil­ip­pi­ni­sche Lebens­mit­tel auf den Boden. Nach­dem ein phil­ip­pi­ni­scher Arbei­ter von vier unbe­kann­ten Män­nern in Süd­tai­wan zusam­men geschla­gen wur­de, mahnt Mani­la sei­ne Mit­bür­ger in Tai­wan zur Vor­sicht auf.

Jedoch ist unklar, ob der Angriff im Zusam­men­hang mit dem Dis­put der bei­den Län­der steht. Den­noch hat die tai­wa­ni­sche Poli­zei ihre Prä­senz an Orten ver­stärkt, an denen sich Arbeits­mi­gran­ten aus Süd­ost­asi­en auf­hal­ten – wie etwa um den Haupt­bahn­hof von Tai­peh, berich­tet FTV.

Beson­nen­heit ist gefragt

Chen Xiu-lian von der Tai­wan Inter­na­tio­nal Worker’s Asso­cia­ti­on sag­te gegen­über der Chi­na Times, der All­tag der Arbeits­mi­gran­ten sei auf ihren Arbeits­platz beschränkt. Vie­len sei nicht bewusst, wor­um es bei dem Dis­put genau gehe. Eine Ver­tre­te­rin der NGO Trans­Asia Sis­ter­hood sag­te, dass sich nun vie­le Süd­ost­asia­tin­nen auf der Stras­se unsi­cher fühlten.

Im Shop
Freiwilliges Abo
Mai 2022

Frei­wil­li­ges Abo

Die­ser Japan-Blog braucht heu­te Ihre Unterstützung.

ABONNENT WERDEN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN