«Kei­ne Toten wegen Fukushima»

Foto: IAEA Image­bankMit­ar­bei­ter der Inter­na­tio­na­len Atom­ener­gie-Orga­ni­sa­ti­on besu­chen das AKW-Gelän­de von Fuku­shi­ma im Okto­ber 2011.

«Es gibt kei­ne Todes­fäl­le, die in direk­tem Zusam­men­hang mit dem AKW-Unfall von Fuku­shi­ma ste­hen»: Die Für­spre­cher der Kern­ener­gie ver­wen­den ger­ne die­ses Argu­ment. Die Aus­sa­ge ist so auch nicht falsch. Selbst die UN-Orga­ni­sa­ti­on UNSCE­AR schrieb in einem Bericht Ende Mai, dass die Strah­len­be­las­tung nach dem AKW-Unfall kei­nen unmit­tel­ba­ren Ein­fluss auf die Gesund­heit hatte.

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Unter den bis­lang 25’000 Arbei­tern sei kein Todes­fall aus­zu­ma­chen, der mit der erhöh­ten Strah­len­be­las­tung in Ver­bin­dung gebracht wer­den kön­ne. Es sei auch unwahr­schein­lich, dass irgend­wel­che gesund­heit­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Bevöl­ke­rung oder die Ret­tungs­ar­bei­ter in einen direk­ten Zusam­men­hang mit Fuku­shi­ma gestellt wer­den kön­nen. Die recht­zei­ti­ge Eva­ku­ie­rung der Men­schen habe dazu bei­ge­tra­gen, dass das Risi­ko für eine spä­te­re Krebs­er­kran­kung um den Fak­tor 10 redu­ziert wurde.

Auch Sanae Takai­chi, Stra­te­gie-Che­fin der Regie­rungs­par­tei, ver­wen­de­te bei einer Rede in Kobe von letz­ter Woche, wo sie sich für das Wie­der­hoch­fah­ren der AKW-Reak­to­ren aus­sprach, das­sel­be Argu­ment. Es gäbe kei­ne Todes­fäl­le, die in direk­tem Zusam­men­hang mit dem AKW-Unfall stün­den. Es sei zudem die Auf­ga­be der Regie­rung, die gröss­te Sicher­heit bei der Nut­zung von AKW-Reak­to­ren zu gewährleisten.

Die Fol­gen von Fukushima

Das mag alles so stim­men. Tat­sa­che ist jedoch, dass gemäss Anga­ben der Wie­der­auf­bau­be­hör­de bis heu­te 106’000 Men­schen wegen der erhöh­ten Strah­lung nicht zurück in ihre Häu­ser dür­fen. Die Zahl der indi­rek­ten Todes­fäl­le durch den AKW-Unfall wur­de letz­ten August auf 1263 bezif­fert. Dazu gehö­ren Selbst­mor­de (Asi­en­spie­gel berich­te­te) oder Ster­be­fäl­le infol­ge ver­spä­te­ter medi­zi­ni­scher Versorgung.

In der Prä­fek­tur Fuku­shi­ma leben laut der New York Times heu­te 60’000 Men­schen weni­ger als noch vor der Kata­stro­phe. Sie alle haben ihre Hei­mat aus Angst vor der Strah­lung ver­las­sen. Auch der wirt­schaft­li­che Scha­den für die loka­le Fische­rei und Land­wirt­schaft ist immens.

Vie­le Pro­ble­me im zer­stö­ren AKW und in der Umge­bung blei­ben bis heu­te unge­löst. Die Behör­den und AKW-Betrei­ber TEP­CO wer­den noch Jahr­zehn­te mit die­ser Kata­stro­phe zu tun haben. Auch der sel­be UNO-Bericht betont, dass wei­te­re Beob­ach­tun­gen und sys­te­ma­ti­sche Gesund­heits­kon­trol­len, gera­de bei Kin­dern, unab­läs­sig sei­en. Ohne­hin dau­ert ein sta­tis­ti­scher Nach­weis von Todes­fäl­len infol­ge der Strah­len­be­las­tung meh­re­re Jah­re (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die Scha­dens­be­gren­zung

Ent­spre­chend wirft die Aus­sa­ge von Poli­ti­ke­rin und Stra­te­gie-Che­fin Sanae Takai­chi ein frag­wür­di­ges Licht auf die Regie­rungs­par­tei LDP und offen­bart wenig Fein­ge­fühl gegen­über den Betrof­fe­nen der Kata­stro­phe. Kabi­netts­se­kre­tär Yoshihi­de Suga sah sich denn auch nur einen Tag spä­ter gezwun­gen, sich in Scha­dens­be­gren­zung zu üben. Die Regie­rung und die LDP sei­en sich sehr wohl über die Schwe­re des Unfalls und sei­ner Fol­ge bewusst.

Auch Sanae Takai­chi sprach von einem Miss­ver­ständ­nis. Sie sei sich sehr wohl über alle Aus­wir­kun­gen von Fuku­shi­ma bewusst. Das Wie­der­hoch­fah­ren der AKW-Reak­to­ren unter­stüt­ze sie auf kei­nen Fall auf­grund der Tat­sa­che, dass es kei­ne direk­ten Todes­fäl­le gege­ben habe. Ob damit der poli­ti­sche Scha­den beho­ben ist?

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