Eine Abküh­lung mit Folgen

Der Mann in der Truhe.

Es begann alles mit einem Scherz, der böse enden soll­te. Ein 21-jäh­ri­ger Teil­zeit­an­ge­stell­ter eines Law­son-Mini­markts such­te wegen der anhal­ten­den Hit­ze Abküh­lung in einer Gefrier­tru­he. In sei­ner Frei­zeit­klei­dung leg­te er sich in der gan­zen Län­ge auf die Eis­pro­duk­te und schloss die Gefrier­fach­tür über sich.

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Ein Freund hielt mit meh­re­ren Fotos den Moment fest – in Rücken- und Bauch­la­ge wälzt sich der jun­ge Mann über dem Spei­se­eis. Ober­halb des Gefrier­fachs steht gut erkenn­bar der «Lawson»-Schriftzug.

Der foto­gra­fie­ren­de Freund liess es nicht dabei bewen­den. Die Fotos im Gefrier­fach des Mini­markts lud er am 17. Juni auf Face­book hoch, in der Hoff­nung für ein paar Lacher zu sor­gen. Tat­säch­lich ver­brei­te­te sich das Foto in den dar­auf fol­gen­den Wochen auf allen Kanä­len. Doch die erhoff­ten Gra­tu­la­tio­nen blie­ben aus. Statt­des­sen hagel­te es in den Kom­men­tar­spal­ten böse Kritik.

Ein zwei­tes Foto, das auf Face­book hoch­ge­la­den wurde.

Auf­ruf zum Boykott

Die Inter­net­nut­zer zeig­ten sich empört über den hygie­nisch frag­wür­di­gen Scherz. Es folg­te ein Auf­ruf zum Boy­kott von Law­son-Pro­duk­ten. Man wer­de nie wie­der Eis von die­ser Mini­markt-Ket­te kau­fen, schwo­ren sich andere.

Als Law­son davon erfuhr, eröff­ne­te der Mini­markt eine inter­ne Unter­su­chung, um den unglück­li­chen Scherz­keks aus­fin­dig zu machen. Schnell stell­te sich her­aus, dass es sich um einen Able­ger in der Stadt Kochi auf der Insel Shi­ko­ku han­del­te, wie TBS News berichtet.

Der Ange­stell­te sei zwar zum Zeit­punkt des Fotos nicht im Dienst gewe­sen, schrieb Law­son in einer Medi­en­mit­tei­lung. Den­noch sei ein sol­cher Umgang mit Lebens­mit­tel­pro­duk­ten ein kla­rer Ver­stoss gegen die Firmenpolitik.

Kün­di­gung des Franchisen-Vertrags

Der 21-Jäh­ri­ge wur­de in der Fol­ge ent­las­sen. Doch damit nicht genug. Der Law­son-Able­ger wur­de bis auf wei­te­res geschlos­sen und dem Betrei­ber der Fran­chise-Ver­trag gekün­digt. Es wer­de nun nach einem neu­en Inha­ber gesucht, liess Law­son ver­lau­ten. Ein sol­cher Vor­fall wer­de nicht mehr vor­kom­men, man set­ze alles dar­an, das Ver­trau­en der Kun­den wie­der zu gewinnen.

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