Foto: flickr/​Yohei Yama­shi­taSom­mer in Tokio: Das Mit­a­ma-Mats­u­ri, das Fest der See­len, im Yasukuni-Schrein.

Japan durch­lebt einen extrem heis­sen Som­mer. Am 13. Juli wur­den gemäss NHK News an 123 Orten im Land Tem­pe­ra­tu­ren von über 35 Grad gemes­sen. In der Prä­fek­tur Yama­na­shi wur­de an über vier Tagen hin­ter­ein­an­der gar Tem­pe­ra­tu­ren von 39 Grad gemes­sen. Mosho­bi wird Tage der extre­men Hit­ze in Japan genannt.

Die Spi­tä­ler haben aller­hand zu tun. Im Juni wur­den über 4200 Men­schen wegen Hitz­schlags behan­delt. Das ist mehr als 2,3 Mal so viel wie noch vor einem Jahr. Allei­ne in der ers­ten Juli-Woche ist die­se Zahl laut der Sank­ei Shim­bun auf 2594 hochgeschnellt.

Ver­dop­pe­lung der tro­pi­schen Nächte

Der­weil brin­gen die Som­mer­näch­te in Japan kei­ne erho­len­de Abküh­lung. An über 100 von 927 Mess­sta­tio­nen wur­den die­ses Jahr schon häu­fi­ger Näch­te mit 25 Grad Cel­si­us oder höher gemes­sen. Tro­pi­sche Näch­te nennt man die­ses Phä­no­men. Gemäss der Sank­ei Shim­bun wur­den in Tokio in der ers­ten Juli­hälf­te an 8 Tagen hin­ter­ein­an­der sol­che heis­sen Som­mer­näch­te gemessen.

Gemäss einer aktu­el­len Stu­die der Japa­ni­schen Wet­ter­be­hör­de hat sich die Zahl der tro­pi­schen Näch­te in den letz­ten 80 Jah­ren ver­dop­pelt. In den 1930er-Jah­ren kamen im Durch­schnitt 9,7 sol­cher heis­sen Som­mer­näch­te pro Jahr vor. Zwi­schen 2003 und 2012 ist die­ser Wert auf 20,7 Näch­te angestiegen.

Die Hit­ze­in­sel Tokio

In den Gross­städ­ten hat die­se Ten­denz noch dra­ma­ti­sche­re Züge ange­nom­men. Allei­ne in Tokio gab es zwi­schen 2003 und 2012 durch­schnitt­lich 33,9 tro­pi­sche Näch­te pro Jahr. Das sind 4,8 Mal mehr als vor 80 Jah­ren. Erklärt wird die­se über­durch­schnitt­li­che Ver­än­de­rung mit dem Phä­no­men der urba­nen Hitzeinsel.

Durch die end­lo­se Beton­wüs­te und spär­li­chen Grün­flä­chen staut sich die Hit­ze des Son­nen­lichts so stark auf, dass in der Nacht eine Abküh­lung aus­bleibt. Die Mil­lio­nen Kli­ma­an­la­gen und Autos sowie die all­ge­mei­ne glo­ba­le Erwär­mung tra­gen das Rest­li­che zu die­sem urba­nen Effekt bei. Die Mil­lio­nen­städ­te, ins­be­son­de­re Tokio, das in den letz­ten Jahr­zehn­ten zur Mega­stadt wur­de, wer­den zu regel­rech­ten Hitzespeichern.

Der Tipp der Wetterbehörde

Die tro­pi­schen Näch­te haben dazu geführt, dass älte­re Men­schen wäh­rend des Schlafs an Über­hit­zung ster­ben. Vie­le ver­zich­ten in der Nacht bewusst auf die Nut­zung der Kli­ma­an­la­ge, um eine Erkäl­tung zu ver­hin­dern. Den­noch emp­fiehlt die Japa­ni­sche Wet­ter­be­hör­de gera­de älte­ren Men­schen, wäh­rend der tro­pi­schen Näch­ten die Kli­ma­an­la­ge mass­voll zu verwenden.