Ver­kaufs­schla­ger «Bare­foot Gen»

Foto: wiki­me­diaDas Cover des ers­ten Ori­gi­nal­ban­des von Hada­shi no Gen.

In der Stadt Matsue in der Prä­fek­tur Shi­ma­ne benö­tig­ten die Kin­der seit letz­tem Dezem­ber eine Bewil­li­gung ihres Leh­rers, um den Man­ga Bare­foot Gen in den öffent­li­chen Stadt- und Schul­bi­blio­the­ken aus­lei­hen zu dür­fen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Der Klas­si­ker von Kei­ji Naka­za­wa erzählt unge­schminkt die Geschich­te des Atom­bom­ben­ab­wurfs auf Hiro­shi­ma aus der Per­spek­ti­ve des jun­gen Gen. Die Schul­be­hör­de der Stadt Matsue stör­te sich der­weil an der Illus­tra­ti­on der Kriegs­ver­bre­chen der japa­ni­schen Armee in den damals besetz­ten Ländern.

Die­se sei­en der­art gewalt­tä­tig und scho­ckie­rend, dass sie vor den Kin­dern zu schüt­zen seien.

Kla­gen aus dem gan­zen Land

Seit die Aus­lei­he-Restrik­ti­on letz­te Woche in den Medi­en publik wur­de, hat die Stadt Matsue über 2200 Kla­gen aus dem gan­zen Land erhal­ten. Inzwi­schen for­dert der Leh­rer­ver­band der Prä­fek­tur Shi­ma­ne die Auf­he­bung der Restrik­ti­on für die Schul­bi­blio­the­ken, wie FNN News berichtet.

Auch ein Gross­teil der betrof­fe­nen Schu­len spricht sich laut der Yomi­uri Shim­bun für eine Neu­über­prü­fung des Ent­scheids aus.

Laut der Mai­ni­chi Shim­bun hat die Che­fin der Schul­be­hör­de den umstrit­te­nen Ent­scheid offen­bar ganz allei­ne gefällt, ohne die wei­te­ren vier Mit­glie­der zu kon­sul­tie­ren. Sie sei der­art scho­ckiert über die Illus­tra­tio­nen von sexu­el­ler Gewalt gewe­sen, dass sie den Man­ga vor den Kin­dern schüt­zen wollte.

Eine Biblio­thek reagiert

Der Druck der Ein­woh­ner hat anders­wo bereits Wir­kung gezeigt. So griff auch die Stadt­bi­blio­thek von Tot­to­ri zur sel­ben Mass­nah­me wie Matsue. Erst nach zahl­rei­chen Kla­gen von Ein­woh­nern folg­te der Rück­zie­her. Seit ein paar Tagen hat die Tot­to­ri Cen­tral Libra­ry alle Restrik­tio­nen für die Aus­lei­he von Bare­foot Gen auf­ge­ho­ben, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berichtet.

«Unse­re Auf­ga­be ist es, Mate­ri­al zur Ver­fü­gung zu stel­len, das zur Grund­la­ge für eine freie Dis­kus­si­on unter den Ein­woh­nern wird», begrün­det die Stadt­bi­blio­thek ihren Ent­scheid. Ab sofort liegt Bare­foot Gen wie­der in der Man­ga-Ecke auf. Es sei­en bereits alle Bän­de aus­ge­lie­hen wor­den. Aus­ser­dem wür­den Reser­va­tio­nen vorliegen.

So gefragt wie schon lan­ge nicht mehr

Übri­gens kommt die öffent­li­che Dis­kus­si­on um Bare­foot Gen den Ver­le­gern des Man­gas durch­aus ent­ge­gen. Seit der Klas­si­ker wie­der in aller Mun­de ist, sind die Ver­käu­fe rasant angesprungen.

Der Ver­kauf der Man­ga-Serie ist im Ver­gleich zu einem nor­ma­len Jahr um das 3-fache ange­stie­gen, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Auch die Nach­fra­ge nach der elek­tro­ni­schen Ver­si­on habe zuge­nom­men. Es sei­en beson­ders Eltern, die den Wunsch zum Aus­druck gebracht hät­ten, jetzt erst recht den Man­ga ihren Kin­dern kau­fen zu wollen.

Die Man­ga-Serie Bare­foot Gen ist bis heu­te über 6,5 Mil­lio­nen Mal ver­kauft und in über 20 Spra­che über­setzt worden.

Update, 26. August 2013

Nach einer Wel­le des Pro­tests hat die Schul­be­hör­de von Matsue ihre Aus­leih­restrik­ti­on für Man­ga Bare­foot Gen auf­ge­ho­ben, wie die Yomi­uri Shim­bun berich­tet. Es soll jeder ein­zel­nen Schu­le selbst über­las­sen sein, ob sie die Aus­lei­he des Man­­ga-Klas­­si­kers in ihren Biblio­the­ken ein­schrän­ken möchte.

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