Unat­trak­tiv für die Bes­ten der Welt

Foto: flickr/​Kathe­ri­ne Ken­nyEin Zoll­for­mu­lar zur Ein­rei­se nach Japan.

Um Japans Wirt­schaft wie­der anzu­kur­beln und kon­kur­renz­fä­hig zu hal­ten, braucht das Land vie­le gut aus­ge­bil­de­te, krea­ti­ve aus­län­di­sche Fach­kräf­te. Doch für die Gemein­de der Expats ist Japan ein wenig attrak­ti­ves Land geblie­ben. Zu gross sind für vie­le die sprach­li­chen, kul­tu­rel­len und admi­nis­tra­ti­ven Hürden.

Japan betreibt offi­zi­ell kei­ne Immi­gra­ti­ons­po­li­tik. Ledig­lich etwas über 2,2 Mil­lio­nen Aus­län­der leben hier (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Das ist für ein Land mit ins­ge­samt 128 Mil­lio­nen Ein­woh­nern eine äus­serst beschei­de­ne Zahl. Trotz­dem hat selbst die Regie­rung in Tokio inzwi­schen ein­ge­se­hen, dass Japan mehr aus­län­di­sche Spe­zia­lis­ten braucht, um im glo­ba­len Wett­be­werb mit­hal­ten zu können.

Mit einem Spe­zi­al­vi­sum ver­sucht sie seit letz­tem Jahr, Japan für die Fähigs­ten der Welt attrak­ti­ver zu machen. Die bes­ten IT-Spe­zia­lis­ten, Inge­nieu­re, Wis­sen­schaft­ler und Wirt­schafts­ex­per­ten soll­ten so ange­lockt werden.

70 Punk­te für den Spezialstatus

Dafür erschuf das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um eigens ein Punk­te­sys­tem, das den aus­län­di­schen Arbeits­su­chen­den nach Aus­bil­dung, Berufs­er­fah­rung, Japa­nisch-Kennt­nis­se und Lohn beur­teilt. Erreicht er 70 Punk­te, erhält er den Sta­tus eines Hochqualifizierten.

Damit erhält er auf einen Schlag ein frei­es Arbeits­vi­sum über die Dau­er von 5 Jah­ren, mit dem Recht nach Ablauf die­ser Peri­ode, einen Antrag auf stän­di­gen Wohn­sitz in Japan zu stel­len. Gewöhn­lich müs­sen Aus­län­der für die­ses per­ma­nen­te Auf­ent­halts­vi­sum min­des­tens 10 Jah­re in Japan gelebt haben.

Ein wei­te­rer Vor­teil ist, dass dem Ehe­gat­te oder der Ehe­gat­tin der hoch­qua­li­fi­zier­ten Per­son eben­falls ohne Umwe­ge ein Arbeits­vi­sum zuge­stan­den wird. Auch ein Eltern­teil oder gar eine Fami­li­en­be­diens­te­te wie eine Nan­ny darf unter bestimm­ten Bedin­gun­gen nach Japan ziehen.

Ein völ­li­ger Flop

Schö­ne Aus­sich­ten, könn­te man den­ken. Doch gebracht hat die­ses neue Punk­te­sys­tem herz­lich wenig. Laut der Yomi­uri Shim­bun haben in den ers­ten elf Mona­ten seit Ein­füh­rung des Punk­te­sys­tems, zwi­schen Mai 2012 und April 2013, ledig­lich 17 neue Ein­wan­de­rer den Sta­tus des Hoch­qua­li­fi­zier­ten aner­kannt bekom­men. Ursprüng­lich hoff­te die Regie­rung damit jähr­lich 2000 Per­so­nen nach Japan zu locken.

Ins­ge­samt besit­zen somit 434 Aus­län­der die­ses Spe­zi­al­vi­sum. Es han­delt sich dabei fast aus­schliess­lich um Per­so­nen, die bereits in Japan gelebt haben und so vom ver­bes­ser­ten Visums­sys­tem pro­fi­tie­ren durften.

Dass mit dem neu­en Sys­tem kaum hoch­qua­li­fi­zier­te Neu­ein­wan­de­rer hin­zu­ge­won­nen wer­den konn­ten, hat offen­bar mit den stren­gen Kri­te­ri­en bei der Ver­tei­lung der Punk­te zu tun.

So ist der Lohn der gröss­te Punk­te­lie­fe­rant. Da aber gera­de jun­ge, fähi­ge Fach­kräf­te an Uni­ver­si­tä­ten über kei­nen Spit­zen­lohn ver­fü­gen, kön­nen sich die­se nur wenig Hoff­nung auf den Spe­zi­al­sta­tus machen. Ande­re bemän­geln die Punk­te­ver­tei­lung bei der Aus­bil­dung. Für einen Dok­tor­ti­tel in einem aka­de­mi­schen Beruf gibt es auto­ma­tisch 30 Punk­te, ein Mas­ter­ti­tel ledig­lich 20. Es fragt sich auch, ob die Schwel­le mit 70 Punk­ten nicht zu hoch ange­setzt ist.

Anpas­sun­gen angekündigt

Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um hat die Män­gel erkannt. Man wer­de bis Ende Jahr Anpas­sun­gen vor­neh­men. So sol­len Aka­de­mi­ker für ihre Titel mehr Punk­te erhal­ten und für die Erlaub­nis, die Eltern mit ins Land zu neh­men, ein tie­fe­rer Lohn akzep­tiert werden.

Aus­ser­dem soll nicht nach fünf, son­dern bereits nach drei Jah­ren Auf­ent­halt in Japan ein Hoch­qua­li­fi­zier­ter das Recht auf stän­di­gen Wohn­sitz erhal­ten. Dar­über hin­aus will das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um Uni­ver­si­tä­ten sowie Fir­men ver­mehrt auf die Mög­lich­keit des Spe­zi­al­vi­sums auf­merk­sam machen.

Die Zeit eilt. So hat sich Pre­mier­mi­nis­ter Abe in sei­ner im Juni vor­ge­stell­ten Wachs­tums­stra­te­gie nicht nur die­se bes­se­re Ein­bet­tung der Frau in den Wirt­schafts­pro­zess (Asi­en­spie­gel berich­te­te), son­dern auch die Erhö­hung der aus­län­di­schen Fach­kräf­te in Japan zum Ziel gesetzt.

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