«Wie eine Woh­nung ohne Toilette»

Foto: wikimedia/​NifeDie Wie­der­auf­be­rei­tungs­an­la­ge in Rok­kas­ho, Prä­fek­tur Aomori.

Für die Regie­rung unter Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe kommt ein Aus­stieg aus der Atom­ener­gie nicht in Fra­ge. Sie möch­te lie­ber heu­te als mor­gen einen Teil der zur­zeit 48 von 50 abge­schal­te­ten Reak­to­ren wie­der am Netz haben (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Doch nun gibt es aus­ge­rech­net aus den eige­nen Rei­hen Zwei­fel am künf­ti­gen Umgang mit der Atom­ener­gie, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet. Ein Sub­ko­mi­tee der Regie­rungs­par­tei LDP, das nach dem AKW-Unfall ins Leben geru­fen wur­de und sich mit Ener­gie­fra­gen aus­ein­an­der­setzt, will dem Pre­mier noch die­sen Monat den Vor­schlag unter­brei­ten, auf den Bau neu­er AKW voll­stän­dig abzu­se­hen bis ent­schie­den sei, wie mit gebrauch­ten Brenn­stä­ben zu ver­fah­ren sei.

AKW-Abschal­tung wenn finan­zi­ell nicht sinnvoll

Japan besitzt bis heu­te kein offi­zi­el­les Atom­müll­end­la­ger für die hoch­ra­dio­ak­ti­ven, gebrauch­ten Brenn­ele­men­te der AKW. Dies sei in etwa so, als habe man «eine Woh­nung ohne Toi­let­te», zitiert die Mai­ni­chi Shim­bun ein Mit­glied des Subkomitees.

Aus­ser­dem emp­fiehlt die Grup­pe wei­ter, alle AKW, die wegen der zu imple­men­tie­ren­den, neu­en Sicher­heits­mass­nah­men wirt­schaft­lich nicht über­le­bens­fä­hig sei­en, voll­stän­dig aus­ser Betrieb zu neh­men. Sie for­dert die Regie­rung auch auf, den Ursa­chen für den Unfall in Fuku­shi­ma ver­stärkt nach­zu­ge­hen. Noch steht aus, wie die Regie­rung Abe auf die­se Vor­schlä­ge reagie­ren wird.

Waf­fen­fä­hi­ges Plutonium

Japan setzt bis heu­te auf die Wie­der­auf­be­rei­tung sei­ner abge­brann­ten Brenn­ele­men­te. In Rok­kas­ho, in der Prä­fek­tur Aom­ori wird seit Jah­ren an der ers­ten kom­mer­zi­el­len Wie­der­auf­be­rei­tungs­an­la­ge des Lan­des gear­bei­tet, der Start jedoch immer wie­der verschoben.

Die zen­tra­le Fra­ge dabei ist, was aus dem in Rok­kas­ho gewon­nen Plu­to­ni­um über­haupt gemacht wer­den soll, wenn ein Gross­teil der Reak­to­ren gar nicht mehr in Betrieb ist? Zudem ist auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne die Sor­ge über eine der­art gros­se Ansamm­lung von jähr­lich 8 Ton­nen unge­brauch­ten Plu­to­ni­ums gross. Theo­re­tisch könn­te man dar­aus rund 1000 Atom­bom­ben herstellen.

Kein Atom­müll­end­la­ger in Sicht

Ursprüng­lich hat sich die Regie­rung das Ziel gesetzt, bis 2015 im Land einen geeig­ne­ten Stand­ort für ein Atom­müll­end­la­ger zu fin­den, bei dem vor­nehm­lich der radio­ak­ti­ve Abfall aus dem zer­stör­ten AKW Fuku­shi­ma gela­gert wer­den könnte.

Zur Dis­kus­si­on stan­den bis­lang zwei Gegen­den in der Prä­fek­tur Tochi­gi und Iba­ra­ki. Doch das Unter­fan­gen hat sich wegen des Wider­stan­des in der loka­len Bevöl­ke­rung als äus­serst schwie­rig her­aus­ge­stellt, wie die Japan Times berich­te­te.

2014 bis zur Wiederinbetriebnahme

In Japan blei­ben über zwei Jah­re nach der AKW-Kata­stro­phe von Fuku­shi­ma 48 von 50 Reak­to­ren aus­ser Betrieb (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Im Sep­tem­ber wer­den auch die zwei ein­zig noch akti­ven Reak­to­ren im AKW Oi wegen gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ner Unter­halts­ar­bei­ten heruntergefahren.

Die Nuklea­re Regu­lie­rungs­be­hör­de prüft der­weil die mög­li­che Wie­der­in­be­trieb­nah­me von 10 Reak­to­ren, sofern die­se die neu­en, stren­ge­ren Sicher­heits­re­gu­lie­run­gen erfül­len. Da die­ser Pro­zess min­des­tens ein hal­bes Jahr dau­ert, wird frü­hes­tens im Jahr 2014 in Japan wie­der ein Reak­tor hochgefahren.

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