Atom­strom­frei zum Zweiten

Foto: wikimedia/​KEIDie Reak­to­ren Num­mer 3 und 4 im AKW Oi.

Heu­te stellt der Reak­tor Num­mer 4 im AKW Oi für gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Unter­halts- und Kon­troll­ar­bei­ten sei­nen Betrieb ein. Bereits vor zwei Wochen wur­de Reak­tor Num­mer 3 ange­hal­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Damit ist Japan zum ers­ten Mal seit Juli 2012 vor­läu­fig wie­der frei von Atom­strom. Seit Beginn des AKW-Zeit­al­ters ist es über­haupt erst das drit­te Mal, dass alle Reak­to­ren ruhen. Zwi­schen April und Mai 1970 gab es die­sen Fall zum ers­ten Mal.

Der «AKW-Null-Zustand» wird dies in Japan genannt, wenn alle 50 Reak­to­ren des Lan­des aus­ser Betrieb sind. Bis ein AKW wie­der ange­schal­tet wird, könn­ten der­weil noch eini­ge Mona­te vergehen.

Win­ter ohne Atomstrom

Zur­zeit haben vier AKW-Betrei­ber Anträ­ge für das Wie­der­hoch­fah­ren von ins­ge­samt 12 Reak­to­ren ein­ge­reicht. Es liegt an der Nuklea­ren Regu­lie­rungs­be­hör­de die AKW auf die neu­en stren­ge­ren Sicher­heits­be­stim­mun­gen zu prü­fen. Die Bear­bei­tung eines Antrags dau­ert vor­aus­sicht­lich sechs Mona­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Es ist gut mög­lich, dass Japan zum ers­ten Mal seit Jahr­zehn­ten in den Win­ter­mo­na­ten ohne Atom­strom aus­kom­men muss. Kan­sai Elec­tric Power, der Betrei­ber der AKW Oi, warnt gemäss Sankei­Biz schon heu­te vor einem Strom­man­gel für sein Ver­sor­gungs­ge­biet für die­se Jahreszeit.

Mit dem Aus­fall der Reak­to­ren in Oi wür­den auf einen Schlag 2,36 Mil­lio­nen Kilo­watt­stun­den Strom ver­lo­ren gehen. Man müs­se mit Strom­aus­fäl­len rech­nen, heisst es.

Droht die Stromlücke?

Der Strom­be­trei­ber hat wie kein ande­rer auf die Atom­ener­gie gesetzt. So wur­de das AKW Oi letz­tes Jahr wie­der in Betrieb genom­men, weil für den Som­mer eine Strom­ver­sor­gungs­lü­cke für die Gross­stadt Osa­ka gedroht hät­te. Nun drängt Kan­sai Elec­tric Power wie­der­um auf einen schnel­len Entscheid.

Der Strom­pro­du­zent hat gleich für 4 sei­ner Reak­to­ren in den AKW Oi und Taka­ha­ma einen Antrag zum Wie­der­hoch­fah­ren gestellt, doch die Nuklea­re Regu­lie­rungs­be­hör­de hat bereits ange­deu­tet, dass das Prü­fungs­ver­fah­ren noch län­ge­re Zeit dau­ern wird.

Von 30 auf 0 Prozent

Noch vor Fuku­shi­ma waren Japans AKW für knapp 30 Pro­zent der gesam­ten Strom­pro­duk­ti­on zustän­dig. Damals plan­te die Regie­rung mit­tel­fris­tig gar eine Erhö­hung des Anteils auf 50 Prozent.

Nun, da alle 50 AKW-Reak­to­ren ruhen, haben die ver­schie­de­nen Ener­gie­pro­du­zen­ten zwangs­läu­fig auf kon­ven­tio­nel­le, teil­wei­se ein­ge­mot­te­te Wär­me­kraft­wer­ke als Zwi­schen­lö­sung umge­sat­telt. Dies hat dazu geführt, dass Japans Han­dels­bi­lanz durch die erhöh­ten Roh­stoff­im­por­te ins Minus gerutscht ist.

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