Tokios krea­ti­ve Taxis

Foto: flickr/​inkelv1122Den Überlick nicht ver­lie­rend: Ein Taxi in Tokio.

210’000 Mal im Jahr mel­den die Taxi­fah­rer in Tokio einen Ver­lust­ge­gen­stand. In 60 Pro­zent der Fäl­le hat der Kun­de sein Han­dy aus der Hosen­ta­sche fal­len las­sen. In Japan ist das nicht wei­ter schlimm. Gestoh­len wird nur sel­ten etwas. Meis­tens erhält die betrof­fe­ne Per­son ihren per­sön­li­chen Wert­ge­gen­stand zurück. Ist man im Besitz der Quit­tung, reicht ein Anruf, um den Fah­rer aus­fin­dig zu machen.

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Für die Taxi­fah­rer selbst bedeu­tet jedoch jeder ver­ges­se­ne Wert­ge­gen­stand einen Zeit- und damit auch einen Ein­nah­me­ver­lust. Nicht sel­ten sind sie dadurch gezwun­gen am sel­ben Abend den Besit­zer auf­zu­su­chen, um ihm den Gegen­stand zurück­zu­brin­gen. Es gilt zudem auch den Kun­den rich­tig zu identifizieren.

Vier Kame­ras im Auto

Die Tokio­ter Taxi-Fir­ma Koku­sai Motor­cars will die­sem Pro­blem nun Abhil­fe ver­schaf­fen, wie die Nik­kei Shim­bun berich­tet. In all ihren 3100 Taxis wird das Unter­neh­men ein Sys­tem ein­bau­en, dem kein Ver­lust­ge­gen­stand eines Kun­den entgeht.

Zwei klei­ne Kame­ras unter dem Vor­der­sitz, eine an der Decke und eine im Kof­fer­raum sor­gen für den Über­blick. Soll­te beim Ver­las­sen des Autos noch ein unbe­kann­ter Gegen­stand her­um­lie­gen, wird ein auto­ma­ti­scher Alarm aus­ge­löst. Ab nächs­ten Früh­ling soll das neue Sys­tem in Betrieb genom­men werden.

Der Kos­ten dafür betra­gen 50’000 Yen (380 Euro) pro Taxi. Für Koku­sai Motor­cars ist das ein finan­zi­el­ler Auf­wand, der sich lohnt.

Zwit­schern­de Taxifahrer

Die tech­ni­sche Auf­rüs­tung endet nicht hier. In Japan haben vie­le jun­ge Taxi­fah­rer Twit­ter als hilf­rei­ches Arbeits­ge­rät ent­deckt, um sich mit Kol­le­gen effi­zi­ent aus­zu­tau­schen, wie IT Media berich­tet. Wenn bei­spiels­wei­se eine Bahn­li­nie wegen eines Unfalls zum Still­stand kommt, oder irgend­wo ein grös­se­res Kon­zert gera­de endet, wird dies über Twit­ter vermeldet.

In Japan nennt man die zwit­schern­den Taxi­fah­rer «Tsui-Dora», eine Abkür­zung für Twit­ter-Dri­ver. Für die die moder­nen Taxi­fah­rer ist Twit­ter damit zum idea­len Mit­tel gewor­den, um fle­xi­bel auf die ver­schie­dens­ten Situa­tio­nen des All­tags und poten­ti­el­le Kun­den­strö­me zu reagieren.

Ganz neben­bei ent­steht dabei ein ver­schwo­re­ne, anony­me Gemein­schaft von «Tsui-Dora», die sich unab­hän­gig von der Fir­ma, für die sie fah­ren, unterstützen.

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