Der Tod einer Manga-Legende

Der Held aller Kin­der: Anpanman.

Man­ga-Künst­ler Taka­shi Yana­se hat das japa­ni­sche Gebäck zu süs­sen Man­ga-Figu­ren sti­li­siert. Aus dem Anpan, ein japa­ni­sches Weiss­brot mit roter Boh­nen­pas­ten­fül­lung, erschuf er Anpan­man, eine der bis heu­te belieb­tes­ten Man­ga-Figu­ren in Japan. Nun ist Taka­shi Yana­se im hohen Alter von 94 Jah­ren gestorben.

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Die gan­ze gros­se Aner­ken­nung für sein Schaf­fen wur­de Yana­se erst im hohen Alter von 70 Jah­ren zuteil, als aus der Kin­der­buch­rei­he Anpan­man die Erfolgs-Anime­se­rie Sore ike! Anpan­man wur­de. In den letz­ten zwan­zig Jah­ren wur­den über 1000 Epi­so­den pro­du­ziert. Spe­zi­ell in Asi­en fand die Serie wei­te Ver­brei­tung. Es gibt heu­te in Japan wohl kein Kind, das den süs­sen Cha­rak­ter nicht kennt.

Am Leben erhal­ten hat Yana­se die Serie, indem er stets neue leben­di­ge Back­wa­ren neben der Haupt­fi­gur Anpan­man erschuf. Über 1700 ver­schie­de­ne Figu­ren wur­den es im Lau­fe der Jah­re! Dafür bekam er sogar einen Ein­trag im Guin­ness Buch der Rekor­de. Kei­ne ande­re ein­zel­ne Comic-Serie beinhal­tet so vie­le ver­schie­de­ne Charaktere.

Screen­shot: youtube/​frio aman­haMan­ga-Künst­ler Taka­shi Yanase.

Der Held, der den Kopf hinhält

Bei Anpan­man steht stets der Kampf gegen die Angrif­fe von Bai­k­in­man (der Bak­te­ri­en­mann) und sei­ner Gefolg­schaft im Zen­trum der Hand­lung. Wäh­rend die Pan-Fami­lie all­er­gisch gegen Schim­mel und Bak­te­ri­en ist, ver­ab­scheut Bai­k­in­man nichts mehr als die Sei­fe, die ihn schrump­fen lässt.

Der süs­se Held mit dem run­den Gesicht und dem roten Hel­den­an­zug setzt sich dabei für die Schwa­chen ein. Für sie hält er wort­wört­lich sei­nen Kopf hin, damit auch sie etwas zu beis­sen haben. Sein «Vater», Bäcker Jam Oji­san, sorgt jeweils dafür, dass Anpan­man einen neu­en fri­schen «Kopf» erhält.

Das Mer­chan­di­sing all der Anpan­man-Figu­ren hat sich über die Jah­re zu einem Mil­li­ar­den­ge­schäft ent­wi­ckelt. In Japan hat Anpan­man gemäss Busi­ness Media bezüg­lich Pro­duk­te­ver­mark­tung von Ani­me- und Man­ga­fi­gu­ren gar den höchs­ten Markt­wert und dies noch vor Hel­lo Kit­ty oder Mickey Mou­se.

Die Kriegs­jah­re

Den Anpan­man erschaf­fen hat­te Yana­se in sei­ner Früh­form bereits Ende der 1960er-Jah­re. 1973 erblick­te er schliess­lich in sei­ner heu­ti­gen Gestalt das Licht der Welt. Die Idee aus Ess­wa­ren Man­ga­fi­gu­ren zu machen, soll Yana­se wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs gekom­men sein, als die Lebens­mit­tel­knapp­heit zur Tages­ord­nung wurde.

Yana­se selbst wur­de als Sol­dat nach Chi­na geschickt, wo er 1945 das Ende des Krie­ges erleb­te. Im Haupt­quar­tier tätig, war er nie an der Front. Die ent­beh­rungs­rei­chen Jah­re und der Kriegs­tod sei­nes Bru­ders mach­ten Yana­se schliess­lich zu einem ent­schlos­se­nen Pazifisten.

Bis zuletzt bei der Arbeit

Ab 1953 ent­schied er sich für den stei­ni­gen Weg des frei­schaf­fen­den Man­ga-Künst­lers und Tex­ters. Schnell schuf er sich in der Bran­che einen Namen, erhielt gar in den 1960er-Jah­ren Aus­zeich­nun­gen für sei­ne Arbei­ten. Auch mit Man­ga-Gott Osa­mu Tezu­ka arbei­te­te er 1969 bei der Pro­duk­ti­on des eher unbe­kann­ten Ani­me Senya Ichiya Mono­ga­ta­ri (Tau­send und eine Nacht) zusam­men.

In den Jah­ren danach begann sein all­mäh­li­cher Auf­stieg, der ihn selbst zu einer Man­ga-Legen­de wer­den liess. Am 13. Okto­ber 2013 starb Taka­shi Yana­se an einem Herz­ver­sa­gen im Spi­tal. Noch bis zuletzt hat­te Yana­se regel­mäs­sig sei­ne Arbeit als Man­ga-Künst­ler weiterverfolgt.

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