Rück­schlag für Japans Frauen

flickr/J.OtaFür Japans Frau­en ist der Weg bis zur Gleich­berch­ti­gung noch weit.

Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe will mit Hil­fe der japa­ni­schen Frau­en Japan zurück zu einem sta­bi­len Wirt­schafts­wachs­tum fin­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Er nennt sie gar die «die unge­nutz­te Res­sour­ce Japans». Doch bis aus die­ser Visi­on ein­mal Rea­li­tät wird, muss Abe vor­erst einen Rück­schlag in Fra­gen Gleich­be­rech­ti­gung einstecken.

Gemäss dem aktu­el­len Bericht des World Eco­no­mic Forum zur aktu­el­len Situa­ti­on der Gleich­stel­lung von Frau und Mann macht Japan kei­ne Fort­schrit­te. Im Gegen­teil, in der aktu­el­le Bewer­tung liegt das Land abge­schla­gen auf dem 105. von 136 Plät­zen. Das sind vier Rän­ge schlech­ter als noch vor einem Jahr.

Die Iro­nie der Geschich­te: Aus­ge­rech­net Abes Erd­rutsch­sieg bei den ver­gan­ge­nen Wah­len hat zur schlech­te­ren Plat­zie­rung geführt. So ist die Zahl der weib­li­chen Abge­ord­ne­ten im Ver­gleich zum Vor­jahr um 8 Pro­zent auf 77 gesun­ken. Das Land zählt ins­ge­samt 722 Abge­ord­ne­te. Abes LDP stellt deut­lich weni­ger weib­li­che Abge­ord­ne­te als die vor­ma­li­ge Regie­rungs­par­tei DPJ, wie CSIS aus­führ­lich nach­ge­zählt hat. In der Kate­go­rie der poli­ti­schen Chan­cen­gleich­heit für Frau­en liegt Japan daher noch wei­ter abge­schla­gen auf dem 118. Rang, was sich wie­der­um auf die Gesamt­be­wer­tung aus­ge­wirkt hat.

Zweit­ran­gi­ge Rol­le in der Berufswelt

Dabei sind Japans Frau­en in vie­len Berei­chen Spit­ze. Sie haben nicht nur die höchs­te Lebens­er­war­tung (Asi­en­spie­gel berich­te­te), sie sind auch in Sachen Lese- und Schreib­fä­hig­keit welt­weit an ers­ter Stel­le. Auch bei der all­ge­mei­nen Grund­aus­bil­dung sind sie regel­mäs­sig in den Spit­zen­rän­gen. Doch sobald es dar­um geht, die Frau­en voll­wer­tig in den wirt­schaft­li­chen Pro­zess ein­zu­bin­den, schnei­det Japan beson­ders schlecht ab.

Bis heu­te bleibt den Frau­en in Japan fak­tisch nichts ande­res übrig als sich zwi­schen Beruf und Kin­der­wunsch zu ent­schei­den. Bei­des zu kom­bi­nie­ren stösst in der japa­ni­schen Unter­neh­mens­kul­tur auf wenig Akzep­tanz. Ein spä­te­rer beruf­li­cher Wie­der­ein­stieg ist schwie­rig und oft nur im Teil­zeit­ver­hält­nis möglich.

Staat­li­che Tages­stät­ten sind rar gesät und teu­er. Die War­te­lis­te für einen Betreu­ungs­platz ist lang. Nur ein Drit­tel der japa­ni­schen Müt­ter von jun­gen Kin­dern sind heu­te im Berufs­le­ben tätig. Weib­li­che Füh­rungs­kräf­te blei­ben in die­sem Land noch immer eine klei­ne Sensation.

Dies führt alles dazu, dass Japan in der Kate­go­rie der wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Betei­li­gung der Frau­en weit hin­ten liegt. Weil sich die Frau­en man­gels Kar­rie­re­per­spek­ti­ven oft auch mit kür­ze­ren Aus­bil­dungs­pro­gram­men an den Hoch­schu­len begnü­gen, muss sich Japan selbst in der Kate­go­rie Bil­dung mit dem beschei­de­nen 91. Platz zufrie­den geben.

Abes Plä­ne

Für Pre­mier Abe gibt es dies­be­züg­lich noch viel zu tun. Sein Pro­gramm zum Wirt­schafts­wachs­tum hat sich denn zum Ziel erklärt, den Anteil der Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen aller mög­li­chen Spar­ten und Bran­chen auf 30 Pro­zent zu erhö­hen. Gemäss der Finan­ci­al Times bei einer bes­se­ren Inte­gra­ti­on der Frau­en in den Arbeits­pro­zess sein Brut­to­in­lands­pro­dukt um bis zu 15 Pro­zent steigern.

Als ers­ter Schritt hat Abe ange­kün­digt, die Zahl der Kin­der­ta­ges­stät­ten mas­siv zu erhö­hen. Kin­der­wunsch und Berufs­kar­rie­re sol­len sich so nicht mehr aus­schlies­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Gewis­se Kon­zer­ne haben die Zei­chen der Zeit bereits erkannt. So hat Super­markt­gi­gant Aeon bereits ange­kün­digt, die Frau­en­quo­te in Kader­po­si­tio­nen im eige­nen Unter­neh­men bis 2020 auf 50 Pro­zent zu erhö­hen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die Phil­ip­pi­nen ganz vorne

Übri­gens ist der asia­ti­sche Mus­ter­schü­ler bezüg­lich Gleich­be­rech­ti­gung von Mann und Frau die Phil­ip­pi­nen. Das Land liegt in der welt­wei­ten Gesamt­wer­tung an her­vor­ra­gen­der 5. Stel­le. Fort­schrit­te in den Berei­chen Gesund­heit, Bil­dung und wirt­schaft­li­che Teil­ha­be für Frau­en haben zu die­sem Glanz­re­sul­tat geführt.

Der­weil machen Japans gros­se Nach­barn kei­ne gute Figur. Chi­na liegt auf dem 64. Rang und Süd­ko­rea noch hin­ter Japan auf dem 111. Rang. Die Schweiz (9.), Deutsch­land (14.) und Öster­reich (19.) schlies­sen allen in den Top 20 ab. Ganz zuvor­derst liegt Island.

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