1000 Tage danach

Nach dem Erdbeben und Tsunami vom 11. März 2011.
Nach dem Erd­be­ben und Tsu­na­mi vom 11. März 2011. Foto: flickr/​Gene​ra​ti​onbass​.com

Über 1000 Tage sind seit der Erd­be­ben- und Tsu­na­mi-Kata­stro­phe vom 11. März 2011 und dem anschlies­sen­den AKW-Unfall in Fuku­shi­ma ver­gan­gen. Das sind fast drei lan­ge Jah­re und noch immer liegt vie­les im Argen.

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Gera­de die Pro­ble­me um die AKW-Rui­ne und ihre Fol­gen sind bis heu­te nicht besei­tigt. Eine nach­hal­ti­ge Lösung für das radio­ak­tiv ver­schmutz­te Was­ser ist nicht in Sicht. Die Ent­fer­nung der Brenn­stä­be aus den vier Reak­to­ren hat erst gera­de begon­nen. Bis 2020 wird die­ser Pro­zess andau­ern, so die Schät­zung von AKW-Betrei­ber TEPCO.

Auch die Tsu­na­mi-Zer­stö­rung im Nord­os­ten hin­ter­lässt bis heu­te Spu­ren. Vie­le Trüm­mer sind weg­ge­räumt, was bleibt ist viel Lee­re. Der Wie­der­auf­bau kommt nur schlep­pend vor­an, wie auch aktu­el­le Zah­len zeigen.

Über 270’000 Evakuierte

Am 14. März 2011 erreich­te die Zahl der Eva­ku­ier­ten mit 470’000 einen abso­lu­ten Höchst­stand. Drei spä­ter gel­ten laut der Sank­ei Shim­bun noch immer 277’609 Mensch als Eva­ku­ier­te, die sich mit einem leben in tem­po­rä­ren Blei­ben abge­ben müs­sen. Davon muss­ten 49’554 Men­schen wegen der Fol­gen der AKW-Kata­stro­phe in Fuku­shi­ma ihre Häu­ser ver­las­sen, vie­le wohl für immer (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Durch die Natur­ka­ta­stro­phen vom 11. März 2011 kamen offi­zi­ell 15’883 Men­schen ums Leben. Bis heu­te gel­ten 2’651 Men­schen als ver­misst. Davon stam­men allei­ne 444 aus der Küs­ten­stadt Ishi­no­ma­ki in der Prä­fek­tur Miyagi.

Die Suche nach ihren sterb­li­chen Über­res­ten wird hier fort­ge­setzt. Frei­wil­li­ge Tau­cher suchen uner­müd­lich den Mee­res­bo­den im Küs­ten­ge­biet oder das Fluss­bett in der Gegend ab, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Zwar wür­den vie­le Uten­si­li­en, Auto­tei­le und ande­re Sachen gefun­den. Von den Ver­miss­ten fehlt wei­ter­hin jede Spur.

Zu die­ser tra­gi­schen Bilanz kom­men noch 2688 Tote hin­zu, die an den Fol­gen der Tsu­na­mi-Kata­stro­phe gestor­ben sind. Zu den Todes­ur­sa­chen gehö­ren Selbst­mor­de oder eine rapi­de Ver­schlech­te­rung des Gesundheitszustands.

Kein Inter­es­se an einer Rückkehr

Heu­te leben die Eva­ku­ier­ten übers gan­ze Land ver­teilt. Vie­le von ihnen haben die Hoff­nung auf eine Rück­kehr schon längst auf­ge­ge­ben, wie an einem Bei­spiel in der Kobe Shim­bun ersicht­lich wird.

So hat­te die Hafen­stadt Kobe im Wes­ten Japans nach der Kata­stro­phe 49 Fami­li­en Woh­nun­gen zur Ver­fü­gung gestellt. Vie­le von ihnen haben inzwi­schen ein neu­es Leben begon­nen und sich ein­ge­rich­tet. Gemäss einer Umfra­ge wol­len nur 5 Fami­li­en wie­der zurückkehren.

Ein neu­er Beruf, der Schul­be­such oder die ört­li­che Kran­ken­pfle­ge erschwe­ren oder ver­un­mög­li­chen die Rück­kehr in die alte Hei­mat. Bis im März 2015 dür­fen die Fami­li­en in den zur Ver­fü­gung gestell­ten Woh­nun­gen in Kobe blei­ben. Für die Zeit danach wer­de nun nach einer Lösung gesucht.

Auch über 1000 Tage nach der Kata­stro­phe blei­ben vie­le Fra­gen unge­klärt. Der 11. März 2011 wird Japan noch über Jah­re beschäftigen.

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