Die belieb­tes­ten Vornamen

Foto: flickr/​Pie­ter­jan Van­dae­leWie die Klei­nen wohl heissen?

In Japan gibt es bei der Aus­wahl des Baby­na­mens gleich zwei Sachen zu beden­ken: Die Schrift­zei­chen wie auch die Lesung müs­sen pas­sen. In die­ser Bezie­hung ist die japa­ni­sche Spra­che jedoch äus­serst fle­xi­bel. Der Krea­ti­vi­tät sind theo­re­tisch kei­ne Gren­zen gesetzt.

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So gibt es bei­spiels­wei­se den Vor­na­men Wal­zer, der sich ganz ein­fach aus den Schrift­zei­chen 1, 2 und 3 (一二三) zusam­men­setzt. Oder etwa der Name Kit­ty, der sich mit den Zei­chen Prin­zes­sin und Stern geschrie­ben wird (姫星) (hier eine klei­ne Aus­wahl).

Hiro­to und Yuina

Die gros­se Mehr­heit ent­schei­det sich der­weil für den «siche­ren» Weg. Man passt sich dem aktu­el­len gesell­schaft­li­chen Trend an und die­ser besagt, dass im Jahr 2013 der Name Hiro­to (大翔) vor Ren (蓮) und Yuma (悠真) ganz oben auf der Rang­lis­te der belieb­tes­ten männ­li­chen Vor­na­men steht.

Das Ran­king zusam­men­ge­stellt hat die Web­site Tama­hiyo, wel­che 3372 Namen von Neu­ge­bo­re­nen zwi­schen Janu­ar und Okto­ber aus­ge­wer­tet hat. Dem­nach sind die drei besag­ten männ­li­chen Namen seit drei Jah­ren unan­ge­foch­ten an der Spit­ze. Stets mit dabei ist auch Haruto (陽斗) . Ein Auf­stei­ger ist der Vor­na­me Mina­to (湊), der sich vom inner­halb eines Jah­res vom 10. auf den 4. vor­ge­ar­bei­tet hat.

Bei den Mäd­chen hat es mit dem Namen Yui­na (結菜) eine neue Erst­plat­zier­te. Danach fol­gen Hina (陽菜) und Aoi (葵). Yui­na erreich­te 2007 die Top-10 und hat sich seit­her in der Beliebt­heits­ska­la kon­ti­nu­ier­lich nach vor­ne bewegt. Dabei fällt auf, dass die weib­li­chen Namen in den vor­de­ren Rän­gen nicht sel­ten die Schrift­zei­chen für Bin­dung (結) und Lie­be (愛) beinhalten.

Der Ein­fluss von Abenomics

Die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft Mei­ji-Yas­u­da-Sei­mei publi­ziert eben­falls Jahr für Jahr eine Rang­lis­te mit den belieb­tes­ten Namen. Zur Ana­ly­se hat sie die Namen von rund 10’000 in die­sem Jahr neu­ge­bo­re­nen Babys ver­wen­det, deren Eltern beim Unter­neh­men ver­si­chert sind. Auch hier bestä­tigt sich der Trend. Das Bild in den vor­ders­ten Rän­gen sieht sehr ähn­lich aus, aus­ser dass bei den Jungs der Name Yuma an ers­ter Stel­le steht.

Mei­ji-Yas­u­da-Sei­mei inter­pre­tiert laut der Nik­kei Shim­bun die häu­fi­ge Ver­wen­dung der Schrift­zei­chen üppig (太), gross (大) oder flie­gen (翔) bei männ­li­chen Namen als ein Aus­druck der wirt­schaft­li­chen Erho­lung der ver­gan­ge­nen Mona­te. Es beinhal­te den Wunsch, sein Sohn «mit kräf­ti­gen Flü­gel­schlä­gen in eine schö­ne Zukunft flie­gen zu las­sen». Bei den Mäd­chen­na­men ste­he der­weil die «Wich­tig­keit der mensch­li­chen Bezie­hun­gen» im Mittelpunkt.

Von Dai­suke bis zu Tomoko

Wie im Wes­ten ändern die Trends auch bei den japa­ni­schen Namen alle Jah­re wie­der. Noch in den 1990ern galt Dai­ki 大輝 als äus­serst popu­lär. Anfang der 1980er war es Dai­suke. Über zehn Jah­re zuvor waren es noch Mako­to (誠) oder Kei­ni­chi (健一).

Bei den Mäd­chen waren bis Anfang der 1980er-Jah­re Endung mit -ko (子 kind) oder -mi (美 schön) gang und gäbe. So führ­ten zwi­schen 1960 und 1980 Namen wie Yumi­ko, Nao­mi, Tomo­ko oder Emi die Lis­ten der belieb­tes­ten Namen an. Spä­tes­tens seit Mit­te der 1980er-Jah­re gel­ten die­se Endun­gen jedoch als ver­al­tet. Seit­her domi­nie­ren Vor­na­men wie Ai, Misa­ki, Saku­ra, Aoi, Hina oder eben Yuina.

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