Ein Quer­den­ker und die Miniröcke

Foto: flickr/​abodftyhShi­ni­chi Nis­hi­ku­bo und sei­ne Flight Attendants.

Shi­ni­chi Nis­hi­ku­bo mag das Risi­ko und die Auf­merk­sam­keit. Als die japa­ni­sche Bil­lig-Air­line Sky­mark am Boden war, wur­de er 2003 zu deren Haupt­ak­tio­när und Bera­ter. Das gros­se Geld hat­te der stu­dier­te Com­pu­ter-Inge­nieur zuvor mit dem Auf­bau des Inter­net-Pro­vi­der Mas­ter­net ver­dient, der 2000 an die Bör­se ging. Bereits im ers­ten Jahr brach­te er die kri­seln­de Air­line zum ers­ten Mal in ihrer Geschich­te in die Gewinnzone.

Febru­ar 2021 – Die­ser Japan-Blog kann 2021 nur mit der akti­ven Unter­stüt­zung der Leser über­le­ben. Mit einem Abo sichern sie die Zukunft des Asi­en­spie­gels. Vie­len Dank!

Die Air­line bau­te in den Fol­ge­jah­ren ihr Ange­bot an Inlands­flü­gen aus. In der Zwi­schen­zeit gab sich Nis­hi­ku­bo auch for­mal den Titel des CEO. Lukra­ti­ve Geschäfts­ver­bin­dun­gen wie auch der Fokus auf klei­ne­re, weni­ger benutz­te Flug­hä­fen sind das Rezept von Sky­mark (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Sap­po­ro, Tokio, Kobe, Fuku­o­ka und Naha auf Oki­na­wa bil­den die Haupt­ach­se von Sky­mark.

Der Coup mit der A380

Doch seit eini­gen Jah­ren ist die inlän­di­sche Kon­kur­renz mit Air­lines wie Jet­star, Peach oder Vanil­la Air grös­ser gewor­den. Nis­hi­ku­bos Ant­wort dar­auf war erneut das Risi­ko und die Auf­merk­sam­keit. Als ers­te japa­ni­sche Flug­ge­sell­schaft über­haupt kün­dig­te er vor drei Jah­ren den Kauf des Air­bus-Gigan­ten A380 an, um Desti­na­tio­nen wie New York oder Lon­don anflie­gen zu kön­nen. Die Aus­lie­fe­rung ist auf die zwei­te Jah­res­hälf­te 2014 ange­setzt. Mit dem Deal wagt Nis­hi­ku­bo auch den Bruch mit der ame­ri­ka­ni­schen Boe­ing, dem bis­he­ri­gen Zulie­fe­rer von Sky­mark.

Hin­zu kommt eine neue Flot­te von 10 geleas­ten Air­bus A330-300. Die ers­te Maschi­ne die­ses Typs ist nun aus­ge­lie­fert wor­den. Sie wird ab Früh­ling auf der Stre­cke zwi­schen Hane­da und Fuku­o­ka ein­ge­setzt. Und damit auch jeder von die­ser Neu­ig­keit Notiz nimmt, setzt Nis­hi­ku­bo auf Bequem­lich­keit und Miniröcke.

So ist die Eco­no­my-Klas­se des A330 von Sky­mark mit unge­wöhn­lich brei­ten Sit­zen inklu­si­ve aus­fahr­ba­ren Bein­leh­nen aus­ge­stat­tet. «Green Seats» nennt die Air­line die­ses Kon­zept, mit der sie die japa­ni­schen Geschäfts­leu­te über­zeu­gen möch­te. Doch für die rich­ti­ge media­le Auf­merk­sam­keit waren die neu­en Mini­rock-Uni­for­men im 60er-Look besorgt, wel­che die Flight Atten­dants im A330 tra­gen sollen.

Pro­test der Gewerkschaft

Mit die­ser Neue­rung hat Nis­hi­ku­bo gleich für einen glo­ba­len media­len Wir­bel gesorgt. Der Mini­rock ist zum Gesprächs­the­ma der Medi­en im In- und Aus­land gewor­den. Die Gewerk­schaft der japa­ni­schen Flight Atten­dants, die Japan Fede­ra­ti­on of Cabin Atten­dants, hat gar Pro­test bei der Regie­rung ein­ge­legt, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet.

Mit die­ser Klei­dung wür­den die Flight Atten­dants zu einem Objekt degra­diert. Der Mini­rock lade gera­de­zu zur sexu­el­len Beläs­ti­gung ein, die Sicher­heit im Flie­ger sei damit nicht mehr gewähr­leis­tet. Es hand­le sich um ein Ver­stoss gegen das Luft­ver­kehrs­ge­setz. Aus­ser­dem schrän­ke man die Frau­en in der Aus­übung ihrer Arbeit ein, bei der man sich viel stre­cken und nie­der­kni­en müs­se. Auch bei der Benut­zung der Not­rut­sche wäre die Ver­let­zungs­ge­fahr erhöht.

Nis­hi­ku­bo wird es freuen

Das japa­ni­sche Trans­port- und Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um hat ange­kün­digt den Fall zu unter­su­chen. Sky­mark gibt sich der­weil gelas­sen. Man glau­be nicht, dass der Rock eine Gefahr für die Sicher­heit sei. Aus­ser­dem habe man das Ein­ver­ständ­nis der Per­so­nals ein­ge­holt. Und ja über­haupt, die Uni­form wer­de ohne­hin nur für sechs Mona­te ein­ge­setzt, als PR-Akti­on für den neu­en A330 von Sky­mark.

Die Akti­on ist ganz im Sin­ne von Besit­zer Shi­ni­chi Nis­hi­ku­bo. Der Mini­rock hat für eine glo­ba­le Auf­merk­sam­keit gesorgt, wie es Sky­mark noch gar nie erlebt hat. Plötz­lich spricht alle Welt über die bis­lang unbe­kann­te japa­ni­sche Bil­lig-Air­line. Selbst Richard Bran­son von Vir­gin oder Toni Fer­nan­des von AirA­sia wer­den sich den Namen Shi­ni­chi Nis­hi­ku­bo inzwi­schen notiert haben.

Im Shop
An alle Leser
Freiwilliges Abo

An alle Leser

Mit einem frei­wil­li­gen Abo sichern Sie die Zukunft die­ses unab­hän­gi­gen Blogs.

MEHR ERFAHREN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN

Schuler Auktionen
Sato
Shizuku
Maru
Negishi Kitchen Republic
Gustav Gerig: Weisse Miso Paste
shizuku-empfhielt-1
Kaguya Class
Miss Miu
Kaguya Reisebüro
Kalligrafie
Kabuki Dip Artikel
Takano City
cas-ostasien
G-S-Japan
Radio Lora
Negishi Delivery
Yu-an
Shinsen
Gustav Gehrig
Kabuki Artikel
Edomae
asia-intensiv
Kokoro
Aero Telegraph
Kabuki
Bimi
Prime Travel
Depositphotos 1b
Depositphotos 2
Japan Wireless
Keto-Shop