Jackie Chans Appell

Foto: flickr/​Gage Skid­mo­reJackie Chan wünscht sich fried­li­che­re Bezie­hun­gen zwi­schen Chi­na und Japan.

Seit fast 16 Mona­ten ist Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe im Amt. Innen­po­li­tisch hat er sei­ner Par­tei die Mehr­heit im Unter- wie im Ober­haus gesi­chert. Mit sei­ner locke­ren Geld­po­li­tik hat er der Wirt­schaft sei­nen Stem­pel auf­ge­drückt. Auch wenn der Aus­gang die­ses Expe­ri­ments, das mit Abe­no­mics sei­nen Namen trägt, noch unge­wiss ist.

Sep­tem­ber 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Mit der Aus­sen­po­li­tik will es jedoch nicht so klap­pen. Auf ein Gip­fel­tref­fen mit den Amts­kol­le­gen aus Chi­na und Süd­ko­rea war­tet der Pre­mier ver­geb­lich. Kon­flik­te über Ter­ri­to­ri­al­an­sprü­che haben bereits vor Amts­an­tritt von Shin­zo Abe zu einer poli­ti­schen Eis­zeit in Ost­asi­en geführt. Sei­ne Äus­se­run­gen zum Zwei­ten Welt­krieg (Asi­en­spie­gel berich­te­te) und sein über­ra­schen­der Besuch im umstrit­te­nen Yas­uku­ni-Schrein im letz­ten Dezem­ber (Asi­en­spie­gel berich­te­te) haben eine Annä­he­rung noch schwie­ri­ger gemacht.

Dabei sind die Län­der wirt­schaft­lich eng mit­ein­an­der ver­floch­ten. Chi­na ist schon lan­ge der wich­tigs­te Han­dels­part­ner für Japan. Süd­ko­rea ist der dritt­gröss­te Export­part­ner. Ein poli­ti­scher Still­stand dient nie­man­dem. Und wenn die Poli­ti­ker nicht mehr mit­ein­an­der kön­nen, ist es hilf­reich, wenn ande­re ein­sprin­gen. Dies mag sich der in Hong­kong gebo­re­ne Schau­spie­ler Jackie Chan gedacht haben.

Chans Vor­schlag

In einem Inter­view mit der japa­ni­schen Zei­tung Mai­ni­chi Shim­bun beton­te er sei­ne Besorg­nis über die der­zei­ti­ge Situa­ti­on in der Regi­on. «Chi­na und Japan soll­ten als Nach­barn freund­schaft­li­che Bezie­hun­gen pfle­gen», mein­te er. Eine wei­te­re Eska­la­ti­on wäre für bei­de Sei­ten scha­den. Der Kampf­kunst-Star beton­te, dass die Fort­set­zung der kul­tu­rel­len Bezie­hun­gen wich­tig sei­en und bei­den Län­dern Wohl­stand brin­gen wür­den. Fil­me könn­ten dazu bei­tra­gen, das gegen­sei­ti­ge Ver­ständ­nis zu verbessern.

Der 59-jäh­ri­ge Jackie Chan ist seit letz­tem Jahr Mit­glied der poli­ti­schen Kon­sul­ta­tiv­kon­fe­renz des chi­ne­si­schen Vol­kes (People’s PCC), das offi­zi­ell die Funk­ti­on eines bera­ten­den Gre­mi­ums für die Pekin­ger Regie­rung hat, fak­tisch aber mehr reprä­sen­ta­ti­ven Cha­rak­ter hat. Im People’s PCC wird eine mög­lichst gros­se Viel­falt an Ver­tre­tern aus Wirt­schaft, Kul­tur, Sport und Wis­sen­schaf­ten ange­strebt. Auch der ehe­ma­li­ge Bas­ket­ball­spie­ler Yao Ming oder Nobel­preis­trä­ger Mo Yan gehö­ren die­ser Ver­samm­lung an.

Vor­bild Haru­ki Murakami

Jackie Chan ist nicht der ein­zi­ge Pro­mi­nen­te, der sich für bes­se­re Bezie­hun­gen in Ost­asi­en aus­spricht. Auch der japa­ni­sche Schrift­stel­ler Haru­ki Mura­ka­mi äus­ser­te sich im Sep­tem­ber 2012 besorgt zum gefähr­li­chen Kon­flikt um unbe­wohn­te Insel­grup­pen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Er warn­te vor dem Popu­lis­mus eini­ger Akteu­re. Poli­ti­ker und Kri­ti­ker könn­ten mit schril­len Tönen die Bevöl­ke­rung auf­wie­geln; am Ende jedoch wür­de jedoch die Bevöl­ke­rung die Rech­nung dafür zah­len müssen.

«Unter kei­nen Umstän­den dür­fen wir unse­ren gebüh­ren­den Respekt vor ande­ren Kul­tu­ren ver­lie­ren», mahn­te Mura­ka­mi, der den erfolg­rei­chen Auf­bau der kul­tu­rel­len und wirt­schaft­li­chen Bezie­hun­gen in den letz­ten 20 Jah­ren in Gefahr sieht. Die Regi­on sei heu­te ein sta­bi­ler und rei­cher Markt, der eine gegen­sei­ti­ge posi­ti­ve Beein­flus­sung erlau­be. Die­se hart erar­bei­te­ten Leis­tun­gen zahl­rei­cher Men­schen dür­fe nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Im Shop
An alle Leser
Freiwilliges Abo

An alle Leser

Mit einem frei­wil­li­gen Abo sichern Sie die Zukunft die­ses unab­hän­gi­gen Blogs.

MEHR ERFAHREN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN

cas-ostasien
Shinsen
asia-intensiv
Shizuku
Sato
Negishi
Bimi
Gustav Gehrig
Kabuki
Schuler Auktionen
Yu-an
Butcher
Edomae
Japan Wireless
Aero Telegraph
Nooch
Asia Society
Depositphotos 1b
Prime Travel
Kokoro
Kalligrafie
Japan Rail Pass
Kabuki_2
Keto-Shop
Depositphotos 2
Depositphotos 1