Sushi-Diplo­ma­tie bei Jiro

Screen­shot: youtube/​FNN NewsOba­ma und Abe bei Jiro.

Barack Oba­ma ist ges­tern zur Staats­vi­si­te am Tokio­ter Flug­ha­fen Hane­da gelan­det. Bis am Frei­tag wird der Besuch dau­ern. Die Sicher­heits­mass­nah­men für den hohen Besuch sind gigan­tisch. Schliess­fä­cher an den Bahn­hö­fen sind seit Tagen ver­rie­gelt, Müll­ton­nen und Geträn­ke­au­to­ma­ten ver­sie­gelt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Eine Mil­lio­nen­stadt rich­tet sich nach einem Mann.

Und wenn Oba­ma schon ein­mal Tokio für sich hat, dann will er auch bei den Bes­ten spei­sen. Ges­tern Abend ging es gemein­sam mit Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe zu Sushi-Gott Jiro Ono und des­sen Sohn Yoshi­ka­zu. Der Gui­de-Miche­lin-3-Ster­ne-Koch besitzt seit 1965 ein klei­nes, beschei­de­nes Lokal mit dem Namen Suki­ba­ya­shi Jiro im Unter­grund, ganz in der Nähe der Tokio­ter U-Bahn-Sta­ti­on Ginza.

Beim 88-jäh­ri­gen Jiro gibt es einen Tre­sen mit 10 Plät­zen. Menü gibt es nur eins: Es sind 20 schlicht-per­fek­tio­nis­ti­sche Sushi-Krea­tio­nen, die nach­ein­an­der von Jiro ser­viert wer­den. Die Kos­ten pro Per­son belau­fen sich auf min­des­tens 30’000 Yen (225 Euro). Eine Reser­va­ti­on muss Wochen im Vor­aus getä­tigt wer­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Foto: flickr/​U.S. Depart­ment of Sta­teBarack Oba­ma bei sei­ner Ankunft in Japan.

Aus­nah­me­zu­stand für ein klei­nes Lokal

Bereits Tage vor Oba­mas Ankunft war der Besuch bei Jiro ein gros­ses The­ma in den japa­ni­schen Medi­en. Am Abend selbst wur­de fleis­sig über die mas­si­ve Sicher­heits­prä­senz rund um das klei­ne Lokal und die Ankunft der Prä­si­den­ten-Limou­si­nen get­wit­tert. Einen sol­chen Rum­mel hat wohl selbst Jiro noch nie erlebt.

Die Ein­la­dung fädel­te übri­gens Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe per­sön­lich ein. Er soll gehört haben, dass Oba­ma Sushi möge. In Japan ist es ziem­lich unge­wöhn­lich, dass ein Staats­be­such in einem klei­nen Restau­rant im Unter­grund anfängt. Nor­ma­ler­wei­se lädt der Pre­mier am ers­ten Tag zum Abend­essen im Amtssitz.

Es sei die gemüt­li­che Atmo­sphä­re am Tre­sen, wel­che zum bes­se­rem Aus­tausch zwi­schen Oba­ma und Abe soll, mein­te eine dem Pre­mier­mi­nis­ter nahe Quel­le gegen­über der Mai­ni­chi Shim­bun. Schul­ter an Schul­ter, mit einem Glas Sake, sit­zen hier die Regie­rungs­chefs neben­ein­an­der. So gehen zumin­dest für einen Moment auch heik­le The­men wie der Yas­uku­ni-Besuch oder die har­zen­den Ver­hand­lun­gen zum transpa­zi­fi­schen Frei­han­dels­ab­kom­men (TPP) vergessen. 

Gleich­zei­tig ist Jiro zu einem ver­bin­den­den Ele­ment zwi­schen den bei­den Kul­tu­ren gewor­den. Über den Sushi-Meis­ter berich­ten auch die ame­ri­ka­ni­schen Medi­en nur wohl­wol­lend. Einer sei­ner ehe­ma­li­gen Lehr­lin­ge führt heu­te in New York sogar ein Restau­rant (Asien­spie­gel berich­te­te).

Foto: PDSze­ne aus dem Film «Jiro Dreams of Sushi»: Jiro Ono und Sohn Yoshi­ka­zu bei der Arbeit.

Kill Bill und Grüntee-Eis

Ganz neben­bei führt Japan damit sei­ne «Essens-Diplo­ma­tie» mit den USA fort. 2002 gin­gen der dama­li­ge Pre­mier­mi­nis­ter Juni­chi­ro Koi­zu­mi und Prä­si­dent Geor­ge W. Bush ins legen­dä­re Restau­rant Gon­pa­chi in Rop­pon­gi, des­sen Kulis­se als Inspi­ra­ti­on für eine Sze­ne im Film Kill Bill diente.

Vor fünf Jah­ren war es dann ein Grün­tee-Eis in Kama­ku­ra für Oba­ma, das ihn an sei­ne Japan-Rei­se in sei­ner Kind­heit erin­ner­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Und die­ses Mal muss­te es Jiros «Sushi-Diplo­ma­tie» richten. 

Nichts Neu­es für Jiro

Exakt 100 Minu­ten dau­er­te der Besuch bei Jiro, bei dem auch Bot­schaf­te­rin Caro­li­ne Ken­ne­dy mit von der Par­tie war. Als Hawaii­aner habe er schon viel Sushi geges­sen, aber die­se sei­en die Aller­bes­ten gewe­sen, soll Oba­ma Abe gesagt haben, wie die Nik­kei Shim­bunberich­tet.

Was Jiro über den Besuch gedacht hat, ist nicht wei­ter bekannt. Es war nicht der ers­te Besuch einer ame­ri­ka­ni­schen Berühmt­heit. Immer­hin waren vor Oba­ma auch schon Tom Crui­se, Hugh Jack­man, Anne Hat­ha­way oder Arnold Schwar­zen­eg­ger bei ihm.

Zu ver­dan­ken hat Jiro sei­nen Kult­sta­tus im Wes­ten dem Doku­men­tar­film Jiro Dreams of Sushi des US-Regis­seurs David Gelb. Kein ande­rer Film hat das japa­ni­sche Tra­di­ti­ons­ge­richt bes­ser insze­niert und zelebriert.

Die Prä­si­den­ten-Limou­si­ne fährt zu Jiro. 

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