Eine lebens­ret­ten­de Technik

Screen­shot: youtube/​パラパラ漫画 浮いて待てWie ein Blatt im Was­ser schwim­men: Uite­ma­te ret­tet Leben.

Uite­ma­te könn­te auch Ihr Leben ret­ten. Das japa­ni­sche Wort bedeu­tet «auf dem Was­ser trei­ben und war­ten» und steht für eine Tech­nik, die einer Schul­klas­se aus Higa­shi-Matsushi­ma in der Prä­fek­tur Miya­gi beim Tsu­na­mi vom 11. März 2011 das Leben geret­tet hat, wie die Asahi Shim­bun berichtete.

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Als die Was­ser­mas­sen anstie­gen, such­ten eini­ge Schü­lern und Leh­rer ver­geb­lich nach ret­ten­dem Land. Es blieb ihnen nichts ande­res übrig als sich mit mög­lichst wenig Ener­gie über Was­ser zu hal­ten und auf Ret­tung zu war­ten. Dank Uite­ma­te, das sie zuvor in der Schu­le gelernt hat­ten, gelang die­ses Unterfangen.

Regungs­lo­sig­keit anstatt Panik

Die Tech­nik erfun­den hat Pro­fes­sor Hide­to­shi Sai­to von der Nagao­ka Uni­ver­si­ty of Tech­no­lo­gy vor 14 Jah­ren. So hat man fest­ge­stellt, dass die meis­ten Men­schen in Not­si­tua­tio­nen zumeist auf­recht im Was­ser sind und panisch mit bei­den Armen nach Hil­fe win­ken, was am Ende dazu führt, dass sie rela­tiv schnell erschöpft ertrin­ken. Uite­ma­te soll die­ses Sze­na­rio verhindern.

Die Tech­nik ist so sim­pel wie geni­al. Die Per­son muss dabei mit dem Rücken mög­lichst regungs­los auf dem Was­ser lie­gen. Die Arme sol­len dabei gespreizt blei­ben oder wenn auf­find­bar, kann eine lee­re Fla­sche oder Behäl­ter über der Brust umklam­mert wer­den, um noch ein­fa­cher über dem Was­ser zu blei­ben. Es wird auch emp­foh­len, die Klei­der und Schu­he anzu­be­hal­ten, um sich vor Unter­küh­lung zu schützen.

Welt­wei­te Verbreitung

Nach dem ver­hee­ren­den Tsu­na­mi ist das Inter­es­se an Uite­ma­te rasant ange­stie­gen. Inzwi­schen wird an zahl­rei­chen Schu­len die lebens­ret­ten­de Tech­nik den Kin­dern bei­ge­bracht, wie die Sank­ei Shim­bun berichtet. 

Dies ist auch drin­gend nötig. So sind allei­ne im letz­ten Jahr in Japan 800 Men­schen bei Flut­ka­ta­stro­phen gestor­ben. Die Uite­ma­te-Tech­nik hät­te viel­leicht eini­ge Leben ret­ten kön­nen. Inzwi­schen wird Uite­ma­te auch in den USA, Phil­ip­pi­nen, Thai­land oder Sri Lan­ka gelehrt. Das japa­ni­sche Wort setzt sich dabei all­mäh­lich als inter­na­tio­na­ler Begriff durch.

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