Der ver­bo­te­ne Fisch

Foto: flickr/​NOAAEin Ölfisch.

Was wir in Euro­pa als kuli­na­risch lebens­ge­fähr­lich betrach­ten, sehen die Japa­ner als eine Her­aus­for­de­rung. So gilt der Kugel­fisch, des­sen Inne­rei­en und Haut das hoch­gif­ti­ge Tetro­dot­o­xin beinhal­ten, als eine beson­de­re Deli­ka­tes­se, sofern die Zube­rei­tung von einem lizen­zier­ten Pro­fi gehand­habt wird (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Doch selbst in Japan gibt es Fische, die nicht ser­viert wer­den dür­fen, wie zum Bei­spiel der Ölfisch, Hara­mutsu in Japan genannt. Sei­ne im Fleisch ent­hal­te­nen Öle, allen vor­an Wach­ses­ter, kann für der­art üblen, nicht kon­trol­lier­ba­ren Durch­fall, Erbre­chen und Krämp­fe sor­gen, dass die Regie­rung nach einem grös­se­ren Lebens­mit­tel­skan­dal 1970 gezwun­gen war, den Ölfisch auf die ver­bo­te­ne Lis­te zu setzen.

Weil nicht ganz klar ist, wel­che Men­ge eine Darm­stö­rung bei einem Men­schen her­vor­ruft, wird der Tief­see­fisch, der bis zu zwei Meter lang wer­den kann, in Japan von den Behör­den als «nicht sicher für den Kon­sum» dekla­riert. Das Lebens­mit­tel­ge­setz unter­sagt den Han­del sowie das Ser­vie­ren des Fisches. Den­noch bleibt bei vie­len der Reiz, die­sen Fisch trotz­dem zu ver­zeh­ren, wie die Spo­ni­chi berichtet.

Ölfisch für Studenten

Auch ein Dozent für Mee­res-Umwelt­stu­di­en am Nago­ya Com­mu­ni­ca­ti­ons Arts Col­le­ge scheint vom Ölfisch ange­tan. Er ser­vier­te sei­nen 60 Stu­den­ten klei­ne Stü­cke des gekoch­ten Ölfischs, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Es han­del­te sich um eine frei­wil­li­ge Kost­pro­be. Der Dozent unter­rich­te­te die Stu­den­ten auch über die Risi­ken. Den­noch schlu­gen rund 50 der 60 Stu­den­ten zu. Krank wur­de glück­li­cher­wei­se niemand.

Als aber die Geschich­te aber an die Öffent­lich­keit kam, war der Skan­dal per­fekt. Den streng genom­men hat­te der Dozent gegen das Lebens­mit­tel­ge­setz ver­stos­sen. Die Lei­tung der Fach­hoch­schu­le muss­te ver­spre­chen, dass sich dies nicht wie­der­ho­len wür­de. Die Lokal­re­gie­rung sprach eine War­nung aus.

Der Dozent selbst sieht es locker. Er habe nur ganz klei­ne gekoch­te Stü­cke den Stu­den­ten gege­ben, zitiert ihn die Asahi Shim­bun. Basie­rend auf sei­ner Erfah­rung konn­te er davon aus­ge­hen, dass nichts pas­sie­ren wür­de. Es sei beim Expe­ri­ment nur dar­um gegan­gen, den Schü­lern zu zei­gen, wie fet­tig das Fleisch die­ses Tief­see­fi­sches sei. Dafür rei­che es nicht aus, den Fisch nur anzu­schau­en und zu berühren.

Der Ölfisch-Skan­dal

Nicht nur in Japan sorgt der Ölfisch für Schlag­zei­len. In Hong­kong kam es 2007 zu einem grös­se­ren Skan­dal, nach­dem eine Super­markt­ket­te den Ölfisch als Kabel­jau ver­kauf­te, wie die South Chi­na Morning Post damals berich­te­te. Meh­re­re Kun­den lit­ten danach unter schwe­rem Durchfall.

Der Ver­kauf von Ölfisch ist in Hong­kong sowie in den meis­ten Län­dern jedoch nicht ver­bo­ten. Bis­lang haben nur Japan und Ita­li­en den Ver­kauf des Tief­see­fi­sches unter­sagt.

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