Die Anti-AKW-Bewe­gung lebt

16'000 Menschen protetierten am 23. September 2014 gegen die mögliche Wiederinbetriebnahme des AKW Sendai.
16’000 Men­schen pro­te­tier­ten am 23. Sep­tem­ber 2014 gegen die mög­li­che Wie­der­in­be­trieb­nah­me des AKW Sen­dai. Foto: twitter/​@takeokak

In Japan ste­hen die Zei­chen auf Wie­der­hoch­fah­ren. So hat die Nuklea­re Regu­lie­rungs­be­hör­de (NRA) am 10. Sep­tem­ber grü­nes Licht für das AKW Sen­dai bei Kago­shi­ma gege­ben, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­te­te. Die neu­en, stren­ge­ren Sicher­heits­be­din­gun­gen, die nach der AKW-Kata­stro­phe von Fuku­shi­ma ein­ge­führt wur­den, wür­den in die­sem Fall erfüllt. Damit rückt Japan einen Schritt näher an die Rück­kehr des Atom­stroms heran.

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Noch sind alle 48 Reak­to­ren aus­ser Betrieb. Die NRA tes­tet der­zeit 20 Reak­to­ren in ins­ge­samt 10 Atom­kraft­wer­ken auf ihre Sicher­heit. Die Stress­tests wer­den bereits seit Mona­ten durch­ge­führt. Und auch das AKW Sen­dai wird wohl im Früh­jahr 2015 wie­der ans Netz gehen. Denn noch muss Betrei­ber Kyus­hu Elec­tric Power eini­ge Doku­men­te einreichen.

Aus­ser­dem bedarf es noch prak­ti­scher Tests vor Ort sowie der Zustim­mung der Lokal­be­hör­den, was unter Umstän­den zu einer grös­se­ren Hür­de wer­den könn­te. Denn nicht alle Bewoh­ner von Sats­u­ma­sen­dai, wo das AKW zuhau­se ist, sind für ein Wie­der­hoch­fah­ren. Der Bür­ger­meis­ter der Stadt sowie der Gou­ver­neur der Prä­fek­tur Kago­shi­ma befür­wor­ten der­weil eine Wiederinbetriebnahme.

Prä­ze­denz­fall Sendai

Sie befin­den sich damit auf der­sel­ben Linie wie Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe, der ganz auf die nuklea­re Ener­gie setzt, um die hohen Gas- und Roh­öl-Import­kos­ten für den Betrieb der Wär­me­kraft­wer­ke zu redu­zie­ren (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Das AKW Sen­dai ist für die NRA und die Regie­rung in Tokio ein Prä­ze­denz­fall. Sein Aus­gang wird dar­über ent­schei­den, wie schnell die ande­ren Atom­kraft­wer­ke ans Netz gehen wer­den. Auch wenn alles dar­auf hin­deu­tet, dass das Atom­zeit­al­ter ein schlei­chen­des Come­back in Japan erle­ben wird, hat die Anti-AKW-Bewe­gung ihren Kampf nicht aufgegeben. 

Der laut­star­ke Protest

Am 23. Sep­tem­ber tra­fen sich rund 16’000 AKW-Geg­ner im Kamei­do-Chuo-Park in Tokio, um laut­stark gegen die sich anbah­nen­de Wie­der­in­be­trieb­nah­me des AKW Sen­dai zu pro­tes­tie­ren, wie Jiji News berich­tet. Eigent­lich hät­te die Ver­an­stal­tung im Yoyo­gi-Park statt­fin­den sol­len, doch die­ser ist seit Aus­bruch des Den­gue-Fie­bers gesperrt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Mit dabei war auch Lite­ra­tur-Nobel­preis­trä­ger Ken­zabu­ro Oe, der seit Aus­bruch der Kata­stro­phe die pro­mi­nen­te Stim­me der Anti-AKW-Bewe­gung ist (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Er beton­te, dass man gera­de jetzt sei­ne Stim­me erhe­ben müs­se. Es dür­fe nicht der Ein­druck ent­ste­hen, dass die Anti-AKW-Bewe­gung an Zug­kraft ver­lo­ren habe. Japan habe die Kata­stro­phe bis heu­te nicht kri­tisch aufgearbeitet.

Vie­le Men­schen tei­len sei­ne Mei­nung. Laut einer natio­na­len Umfra­ge vom August die­ses Jah­res spre­chen sich 57,3 Pro­zent der Japa­ner gegen ein Wie­der­hoch­fah­ren der AKW-Reak­to­ren aus. Ledig­lich 34,8 Pro­zent sind dafür. Und so wird es nicht der letz­te Pro­test gewe­sen sein. Für die Anti-AKW-Bewe­gung sind es rich­tungs­wei­sen­de Monate. 

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