Japan etwas zurückgeben

Die Schweiz und Japan fei­ern 150-jäh­ri­ge diplo­ma­ti­sche Bezie­hun­gen. Zu die­sem Anlass, hat Asi­en­spie­gel Per­sön­lich­kei­ten por­trä­tiert, die die­se Freund­schaft täg­lich leben. Lesen und sehen Sie im Fol­gen­den nun einen Bei­trag in eige­ner Sache von Asi­en­spie­gel-Grün­der Jan Knüsel.

Sep­tem­ber 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Anfang 2012 ent­schied ich mich alles auf eine Kar­te zu set­zen. Zusam­men mit mei­nem Bru­der Ste­phan beglei­te­te ich Tho­mas Köh­lers ein­zig­ar­ti­gen Fuss­marsch durch Japan nach dem ver­hee­ren­den Tsu­na­mi vom 11. März 2011. Drei Mal waren wir hier­für nach Japan gereist. Wir hat­ten stun­den­lan­ges Film­ma­te­ri­al zusammengetragen.

Noch stand aber viel Arbeit bevor. Schnell wur­de mir bewusst, dass ich mich zwi­schen mei­nem Job als Redak­tor bei einer Zei­tung und dem Doku­men­tar­film ent­schei­den muss­te. Ich wähl­te die ris­kan­te Opti­on. Mein Gefühl sag­te mir damals, dass ich die­se inspi­rie­ren­de Geschich­te über Tho­mas Köh­ler unbe­dingt fil­misch fest­hal­ten muss­te, egal was kom­men würde.

Das Risi­ko wird belohnt

Wäh­rend Mona­ten arbei­te­ten mein Bru­der und ich am Doku­men­tar­film, der in der Zwi­schen­zeit den Titel Nega­ti­ve: Not­hing erhal­ten hat­te. Zeit hat­ten wir nun. Doch es fehl­te uns das Geld – und die Begeis­te­rung der Film­bran­che. Weder Stif­tun­gen noch Ver­lei­her zeig­ten Inter­es­se an unse­rem Pro­jekt. Die Skep­sis überwog. 

Den­noch zogen wir es durch, mit unse­ren eige­nen Erspar­nis­sen und der Hil­fe zahl­rei­cher Mikro­spon­so­ren, die über die sozia­len Medi­en von unse­rem Pro­jekt erfah­ren hat­ten. Die Lei­den­schaft aller Betei­lig­ten wur­de belohnt. Seit fast zwei Jah­ren zei­gen wir den Film in den Kinos.

Etwas tun nach der Katastrophe

Trotz allem wer­de ich immer noch bei fast jeder Gele­gen­heit gefragt, wes­halb ich damals bereit war, die­ses Risi­ko ein­zu­ge­hen? Es war der Wunsch, nach der ver­hee­ren­den Drei­fach­ka­ta­stro­phe etwas zu tun. Japan, dem Land, das mir so viel gege­ben hat, etwas zurück­zu­ge­ben. In mei­nem Fall war es ein Doku­men­tar­film, mit dem ich mich am bes­ten hel­fen konn­te. In Tho­mas Köh­lers Fall war es ein aus­ser­or­dent­li­cher Fuss­marsch. Und so kreuz­ten sich unse­re Wege. 

Die warm­her­zi­gen Reak­tio­nen nach den Vor­füh­run­gen von Nega­ti­ve: Not­hing in der Schweiz und Japan waren für mich die gröss­te Beloh­nung. Eine der bewe­gends­ten Vor­füh­run­gen war die Roman­die-Pre­mie­re in Genf (sie­he Video oben), deren Abend mit den bewe­gen­den Kom­men­ta­ren der Zuschau­er und von UNO-Bot­schaf­ter Taka­shi Oka­da die per­fek­te Ant­wort dar­auf gab, wes­halb es sich lohnt, manch­mal im Leben für eine gute Sache etwas zu riskieren.

Nächs­te Vorführungen: 

  1. Okto­ber im Alter­na­tiv­ki­no, Zürich
  2. Novem­ber in Uni­on­Docs in New York City
Foto: Ste­phan Knü­sel«Nega­ti­ve: Not­hing» war vom Dezem­ber 2013 bis Mai 2014 auf allen Lang­stre­cken­flü­gen der Swiss zu sehen.
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