Gra­tis-Wifi in der U-Bahn.

Wer als fleis­si­ger Inter­net­nut­zer durch Japan reist, soll­te sich bes­ser gut vor­be­rei­ten. Im Insel­staat ist die Suche nach einer öffent­li­chen Inter­net­ver­bin­dung fürs Smart­pho­ne noch immer unge­wohnt müh­sam. Die kaum vor­han­de­nen Gra­tis-Wifi-Ange­bo­te sei­en das gröss­te Pro­blem bei der Japan-Rei­se, beklag­ten sich die aus­län­di­schen Besu­cher denn auch in einer Umfra­ge der japa­ni­schen Tou­ris­mus­be­hör­de.

Dabei wäre gera­de in Japan das Smart­pho­ne nicht sel­ten der bes­te Freund, wenn es dar­um geht, sich im Gross­stadt-Dschun­gel über Goog­le Maps zu ori­en­tie­ren oder spon­tan Infor­ma­ti­on über Restau­rants oder Sehens­wür­dig­kei­ten ein­zu­ho­len. Die Behör­den haben das Pro­blem seit letz­tem Jahr erkannt und im Hin­blick auf die Olym­pi­schen Spie­le 2020 Bes­se­rung ver­spro­chen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Online im Bahnhof

Nun scheint es end­lich vor­wärts zu gehen. So hat die Tokio­ter Stadt­re­gie­rung ange­kün­digt, dass ab 1. Dezem­ber in 143 U-Bahn­sta­tio­nen kos­ten­lo­se Wifi-Ver­bin­dun­gen zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, wie die Sank­ei Shim­bun berich­tet. Kon­kret bedeu­tet dies, dass es in 108 von 179 Bahn­hö­fen der Tokio­ter Metro-Lini­en und in 35 der 106 Toei-U-Bahn­sta­tio­nen künf­tig einen Gra­tis-Online-Zugang geben wird. Dazu gehö­ren so gros­se Bahn­hö­fe wie Shin­juku, Gin­za, Shi­bu­ya oder Ueno.

Für den Zugang wird emp­foh­len, die App Japan Con­nec­ted-free Wif-Fi her­un­ter­zu­la­den. Eine ein­ma­li­ge Regis­trie­rung ermög­licht dann den ver­ein­fach­ten Inter­net­an­schluss. Aus­ser­dem zeigt die App an, wo genau sich die Hot­spots in der Stadt befin­den. Als Alter­na­ti­ve kann man sich auch über den Brow­ser ein­log­gen. Auch hier­für muss man sich mit einer E-Mail-Adres­se anmelden.

Die Ver­bin­dung wird jeweils nach 3 Stun­den auto­ma­tisch unter­bro­chen. Der Nut­zer darf sich jedoch am sel­ben Ort wie­der­holt ein­log­gen. Wie zuver­läs­sig der Dienst ist, muss sich aber erst noch zeigen.

Zuver­läs­si­ge­re Alternativen

Das Sys­tem ist nicht neu. Bereits bie­ten zahl­rei­che Bus­sta­tio­nen und prak­tisch alle grös­se­ren Flug­ha­fen in Japan den­sel­ben kos­ten­lo­sen Inter­net­ser­vice an – auch wenn die Geschwin­dig­keit nicht immer wirk­lich befrie­di­gend ist. Von NTT East und NTT West gibt es aus­ser­dem schon seit län­ge­rer Zeit für aus­län­di­sche Tou­ris­ten eine Viel­zahl an Gra­tis-Hot­spots im Gross­raum Tokio und Osa­ka. Die­se sind zumeist in Hotels, Bahn­hö­fen, Restau­rants und Sehens­wür­dig­kei­ten zu finden.

Wer nur sei­ne Mail­box kon­trol­lie­ren und ande­re Infor­ma­tio­nen kurz nach­schau­en möch­te, dem wer­den die­se neu­en Gra­tis­diens­te aus­rei­chen. Wer jedoch auf Geschwin­dig­keit und Zuver­läs­sig­keit aus ist und über­all online erreich­bar sein will, dem emp­feh­len wir nach wie vor, bei der Ankunft in Japan oder schon vor­her ein Pocket-Wifi oder eine SIM-Daten­kar­te zu mie­ten.