Die unwis­sen­de Abgeordnete

Screen­shot: youtube/​TBS News-i«Kei­ne Ahnung»: Die neue LDP-Abge­ord­ne­te Megu­mi Maekawa.

Exakt 43 neue Abge­ord­ne­te haben die Unter­haus­wah­len vor zwei Wochen her­vor­ge­bracht. Dazu gehört auch die 39-jäh­ri­ge Megu­mi Maeka­wa, Mit­glied der sieg­rei­chen Regie­rungs­par­tei der Libe­ral­de­mo­kra­ten (LDP) von Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe.

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Die jun­ge Poli­ti­ke­rin wur­de in einem Tokio­ter Wahl­kreis über das Pro­porz­sys­tem zum ers­ten Mal in die Legis­la­ti­ve gewählt. Und offen­bar schien die Lebens­mit­tel­wis­sen­schaft­le­rin, die einen Teil ihrer Jugend in Kali­for­ni­en ver­bracht hat, selbst nicht wirk­lich mit die­sem Erfolg gerech­net zu haben, wie ein völ­lig miss­glück­ter Fern­seh­auf­tritt bei TBS offenbarte.

«Wie heisst das schon wieder?»

Der japa­ni­sche Fern­seh­ka­nal beglei­te­te und por­trä­tier­te im Rah­men einer Sen­dung neue Abge­ord­ne­te an ihrem ers­ten Arbeits­tag, wozu auch Megu­mi Maeka­wa gehör­te. Ein Jour­na­list such­te sie hier­zu in ihrem Büro auf und schon beim ers­ten Gespräch bahn­te sich das Fias­ko an.

Jour­na­list: «Wohin gehen Sie heute?»

Maeka­wa: «Jetzt gehe ich…entschuldigen sie…wie heisst das schon wie­der?» (schaut fra­gend den Mit­ar­bei­ter an)

Maeka­was Mit­ar­bei­ter: «Zum ers­ten Auf­tritt im Par­la­ment (jap. «Hats­utōin»).»

Maeka­wa: «Hats­utōin?»

Maeka­was Mit­ar­bei­ter: «Ja, genau. Dafür gehen wir nun zum Haupteingang.»

Maeka­wa: «Äh, was genau?»

Abe­no­mics?

Der Zuschau­er hät­te ihr die­ses toll­pat­schi­ge Auf­tre­ten wohl ver­zie­hen, wenn das Inter­view nicht im sel­ben Rhyth­mus wei­ter­ge­gan­gen wäre. Beim Par­la­ment ange­kom­men, frag­te der Jour­na­list nach Maeka­was Mei­nung zur Wirt­schafts­po­li­tik ihres Pre­mier­mi­nis­ters. Dar­auf schien sie gut vor­be­rei­tet zu sein. Das Volk habe mit der Wahl den Segen für Abe­no­mics gege­ben, mein­te sie in einer kur­zen Standardantwort.

Der Jour­na­list hak­te nach: «Ande­rer­seits sind die Löh­ne nicht gestie­gen, im Gegen­teil, aktu­el­le Daten zei­gen, dass sie sogar gesun­ken sind. Was sagen Sie dazu?» Maeka­was Ant­wort: «Ja, das ist ein Thema…nun gut…was soll ich sagen, ich weiss es nicht.» Der Fern­seh­mann liess nicht locker, wor­auf­hin die Poli­ti­kern sag­te, dass sie sich dazu lie­ber nicht äus­sern möchte.

Was sagt mei­ne Par­tei dazu?

Die Dis­kus­si­on ging im sel­ben Stil wei­ter. Was sie von der Idee hal­te, die Zahl der Abge­ord­ne­ten­sit­ze zu redu­zie­ren? Erneut reagier­te Maeka­wa ver­un­si­chert, wuss­te nicht genau wie dar­auf ant­wor­ten. «Ja, das kann man machen…» Schliess­lich frag­te sie mit ver­un­si­cher­tem Blick: «Was ist dies­be­züg­lich schon wie­der die Linie mei­ner Partei?»

Der Jour­na­list erklär­te ihr dar­auf­hin, dass bei einer Reduk­ti­on womög­lich auch ihr Pro­porz­sitz betrof­fen wären. «Ich weiss es nicht, kein Kom­men­tar», ant­wor­tet Maeka­wa mit einem ver­krampf­ten Lächeln. Ihr Fach­ge­biet sei ohne­hin das Essen. Sie wer­de nun im Rah­men ihrer Mög­lich­kei­ten ihr Bes­tes geben.

Die Reak­tio­nen auf Twitter

Es ver­wun­dert nicht, dass der völ­lig unvor­be­rei­te­te Fern­seh­auf­tritt von Megu­mi Maeka­wa schnell zum Gesprächs­the­me in den sozia­len Medi­en wur­de. Im Fol­gen­den ein paar Twitter-Kommentare: 

«Was soll das? Das macht mir rich­tig Angst. Das kann doch nicht wahr sein…»

«Das gibt eine Stim­me für ‹Shin­zo­no­mics› und eine Stim­me für die Ver­fas­sungs­än­de­rung. Das macht mir rich­tig Angst. Man soll­te eine Min­dest­qua­li­fi­ka­ti­on für die Abge­ord­ne­ten sicherstellen.»

«Die Abge­ord­ne­te Megu­mi Maega­wa ist ja nicht zu fassen.»

Die Sen­dung auf TBS (ab Minu­te 1:08):

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