Foto: flickr/​MarufishWeih­nach­ten: Gewöhn­lich eine roman­ti­sche Zeit in Japan.

Eigent­lich ist Weih­nach­ten ein beson­de­rer Tag für die jun­gen Japa­ner. Die jün­ge­re Tra­di­ti­on will es, dass sie die­se Zeit für ein roman­ti­sches Date nut­zen. Restau­rants und Hotel­zim­mer sind zu die­ser Zeit rest­los aus­ge­bucht. Ähn­lich wie der Valen­tins­tag eig­net sich beson­ders Hei­lig­abend dazu, dem Part­ner sei­ne Lie­bes­ge­füh­le zu offenbaren.

Ein­sa­me Weihnachten

Dies bedeu­tet aber noch lan­ge nicht, dass auch alle den Abend in ver­lieb­ter Zwei­sam­keit ver­brin­gen. So hat die Umfra­ge-Web­site Qzoo Anfang Dezem­ber bei 1000 Japa­nern und Japa­ne­rin­nen zwi­schen 20 und 30 Jah­ren nach­ge­fragt. Dem­nach haben rund 44 Pro­zent gar kei­ne frei Minu­te für ein roman­ti­sches Date.

Der Grund für die ein­sa­me Weih­nacht, die soge­nann­te «Kuri­boc­chi», ist ein­fach. 76,2 Pro­zent, die kei­ne Zeit haben, müs­sen an die­sem Abend schlicht­weg arbei­ten, sei es als Teil­zeit­kraft in einem Restau­rant (Asi­en­spie­gel berich­te­te) oder als Büro­ar­bei­ter, der bis tief in den Abend hin­ein im Unter­neh­men anwe­send sein muss.

Kuri­su­ma­su Zangyō

Letz­te­re Tor­tur nennt sich in Japan «Kuri­su­ma­su Zan­gyō», die «Weih­nachts­über­stun­den». In unzäh­li­gen Twit­ter-Posts bekla­gen sich die User über ihre Zusatz­schicht. «Weih­nach­ten (Über­stun­den), am Sil­ves­ter­abend (Über­stun­den), am Neu­jahrs­mor­gen (Über­stun­den)», schreibt etwas Nut­zer @2ni.

Ande­re neh­men ihre Lage mit einer Por­ti­on Sar­kas­mus hin: «Für alle Pär­chen wer­de ich zur roman­ti­schen Beleuch­tung #Über­stun­den», schreibt etwas @seihaku16.

So wür­den ohne die «Büro­skla­ven» die Wol­ken­krat­zer in der Nacht gar nicht hell erleuch­tet. @tapa_tapo drückt die­sen Gedan­ken fol­gen­der­mas­sen aus: «Ich gebe mir alle Mühe mit mei­nen Über­stun­den zur Nacht-Sky­line bei­zu­tra­gen und den Pär­chen damit eine Freu­de zu bereiten.»

User @hato_nichijo nimmt es eben­falls mit Humor: «Weih­nach­ten? Als Tau­be ist mir das egal. Ich habe abso­lut kein Inter­es­se daran…die Tau­be, die den star­ken Mann vor­gibt (wäh­rend der Überstunden).»

Einen Vor­teil mag die Weih­nacht ohne roman­ti­schen Abend haben. Beson­ders eine Sei­te spart viel Geld. Denn die Umfra­ge von Qzoo ergab auch, dass der Mann durch­schnitt­lich 20’000 Yen (136 Euro) und die Frau 9500 Yen (64 Euro) für das Date an Weih­nach­ten ein­pla­nen. Mit die­sem Bud­get wird der Frau zumeist Schmuck oder ein Nacht­es­sen und dem Mann ein Mode­ac­ces­soire oder Klei­der geschenkt.