Wenn Take­shi Pre­mier wäre…

Screen­shot: youtube/​ストップ温暖化Take­shi Kita­no weiss Bescheid.

Das Inter­es­se der Japa­ner an den gest­ri­gen vor­ge­zo­ge­nen Wah­len war klein. Gera­de mal 52 Pro­zent gin­gen zur Wahl­ur­ne. Das ist in der Nach­kriegs­zeit ein Rekord­tief (Asien­spie­gel berich­te­te). Stell­ver­tre­tend für die­ses Des­in­ter­es­se steht Schau­spie­ler Take­shi Kita­no, der sich in den 1980er-Jah­ren mit der TV-Spiel­show «Takeshi’s Cast­le» inter­na­tio­nal einen Namen gemacht. Als Regis­seur von Fil­men wie «Bro­ther», «Hana­bi», «Zatoi­chi» oder «Batt­le Roya­le» fei­er­te der Japa­ner beson­ders in Euro­pa gros­se Erfolge.

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In sei­nem eige­nen Land ist der 67-jäh­ri­ge beson­ders als Komi­ker und TV-Unter­hal­ter, der kein Blatt vor den Mund nimmt, bekannt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Auch ges­tern war er mit sei­nen humo­ris­ti­schen Kom­men­ta­ren beim Online-Video­ka­nal Nico­Ni­co zur Stel­le. Er sei eigent­lich nur wegen des guten Hono­rars in die Sen­dung gekom­men, hielt er gleich zu Beginn fest. «An den Wah­len habe ich kei­ne Inter­es­se. Abso­lut nicht. Der Aus­gang war ja von Anfang klar.»

Für die Abge­ord­ne­ten scheint Take­shi Kita­no noch weni­ger übrig zu haben. «Die müss­ten doch alle einen Bega­bungs­test machen.» Aus­ser­dem sei­en weni­ger als 50 Poli­ti­ker genug, die ein­zig als Ver­mitt­ler für die Büro­kra­ten die­nen soll­ten. Für eine höhe­re Wahl­be­tei­li­gung schlägt er vor, auf die Wahl­zet­tel eine Num­mer zu schrei­ben und dar­aus eine Lot­te­rie zu machen. «So wür­de jeder zur Wahl gehen!».

Pre­mier Takeshi

Und auch auf die Fra­ge, was er denn selbst als Pre­mier­mi­nis­ter machen wür­de, hat­te Take­shi Kita­no glas­kla­re, nicht ganz ernst zuneh­men­de Ant­wor­ten. «Zual­ler­erst wür­de ich Atom­waf­fen ent­wi­ckeln und die Wehr­pflicht wie­der ein­füh­ren.» Auch Atom­kraft­wer­ke wür­de er in Tokio errich­ten las­sen. «Es kann ja nicht sein, dass wir die­se auf dem Land erbau­en. Tokio als Ver­brau­cher soll­te das Risi­ko selbst tragen.»

Japan wür­de er wie in alten Zei­ten zu einem iso­lier­ten Land und aus dem Elek­tro­nik­vier­tel Aki­ha­ba­ra ein neu­es Deji­ma machen. Wäh­rend der Edo-Zeit war Deji­ma eine künst­li­che Insel in der Bucht von Naga­sa­ki, wo die Nie­der­län­der als ein­zi­ge Euro­pä­er Han­del mit Japan betrei­ben durf­ten. Doch weil er als Pre­mier wohl ermor­dert oder ver­haf­tet wer­den wür­de, ver­zich­te er ger­ne auf die­se Auf­ga­be, war die Schluss­fol­ge­rung von Takeshis humo­ris­ti­schen Politikvorschlägen.

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