Essen als Glücksbringer

Foto: twitter/@hitsuji0328Das Kre­dit­punk­te-Brot.

Es ist Prü­fungs­zeit an den japa­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten. Nun ent­schei­det sich, ob die die Stu­den­ten für ihre beleg­ten Fächer auch den not­wen­di­gen Kre­dit­punkt erhal­ten. Ent­spre­chend auf­rei­bend sind die­se Wochen für die jun­gen Japaner.

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Um die Stu­den­ten für ihre Prü­fun­gen in Stim­mung zu brin­gen, hat sich die Bäcke­rei Kosuge Sei­pan in der Prä­fek­tur Chi­ba etwas Spe­zi­el­les ein­fal­len las­sen, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet. Auf ihr Kuriimu Pan – ein münz­för­mi­ges Bröt­chen mit einer süs­sen Crè­me-Fül­lung – hat sie das Wort «Tan’i» – auf Deutsch Kre­dit­punkt – ein­bren­nen lassen.

Der Ver­kaufs­schla­ger

Ver­kauft wer­den die­se in den typi­schen Co-op-Läden an über 60 Uni­ver­si­tä­ten in den Prä­fek­tu­ren Tokio, Yama­na­shi, Naga­no und Niiga­ta. «Kre­dit­punkt, 108 Yen» steht an den Rega­len, wo das spe­zi­el­le Kriimu Pan ange­bo­ten wird. Es sind Kre­dit­punk­te zum Kau­fen und Essen. Zur Über­ra­schung aller hat sich die Süs­sig­keit zu einem abso­lu­ten Ren­ner entwickelt.

Ein­zel­ne Uni­ver­si­tä­ten berich­ten, dass die Stu­den­ten gleich meh­re­re die­ser Glücks­brin­ger kau­fen. Bis Mit­tag sind die­se regel­mäs­sig aus­ver­kauft. Ver­stärkt hat sich die­ser Boom über Twit­ter, wo inzwi­schen jeder Stu­dent von sei­nem «Kre­dit­punkt-Brot» ein Foto hoch­lädt. Kosuge Sei­pan muss­te als Fol­ge die Pro­duk­ti­on von täg­lich 2500 auf 7500 Stück erhöhen.

Die Unbe­ein­druck­ten

Nur eine Grup­pe zeigt sich offen­bar unbe­ein­druckt. In einem Laden bei der Medi­zin­fa­kul­tät an der Tokio­ter Eli­te-Uni­ver­si­tät Keio blei­ben die Süs­sig­kei­ten im Regal hart­nä­ckig lie­gen (sie­he Tweet). Die­se Stu­den­ten haben offen­bar kei­ne Glücks­brin­ger nötig. «Man spürt den Stolz der Medi­zin­stu­den­ten», ver­merkt Twit­ter-Nut­zer @keio_uni.

In Japan ver­bin­det man seit jeher das Essen geschickt und humor­voll mit wich­ti­gen Anläs­sen und Momen­ten im Leben. So kommt es nicht sel­ten vor, dass die Mut­ter dem Sohn, der vor einer wich­ti­gen Prü­fung oder einem Sport­an­lass steht, ein Ton­katsu-Schnit­zel macht. Der Grund: der Wort­teil «katsu» bedeu­tet auf Japa­nisch auch «gewin­nen».

So sieht es aus: 

Hier die Füllung: 

Hier gibts kei­ne Bröt­chen mehr: 

An der Uni­ver­si­tät Keio gibt es noch genug: 

Eine über­gros­se Version: 

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Deutsch Japa­nisch Furi­ga­na Lesung
Co-op Läden an den Unis 大学生協 だいがくせいきょう dai­gaku seikyō
Kreditpunkte(brot) 単位(パン) たんい(ぱん) tan’i (pan)
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